Was bringt Rentnern das Entlastungspaket?

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Rentnerinnen und Rentner profitieren nur teilweise vom Entlastungspaket. Was genau für sie im Entlastungspaket steckt.

Für einige Rentnerinnen und Rentner, bringt das Entlastungspaket bares Geld – das gilt vor allem für ärmere Rentnerinnen und Rentner, die unterhalb der Grundsicherungsgrenze liegen: Wer weniger als 865 Euro im Monat zur Verfügung hat, sollte der Deutschen Rentenversicherung zufolge prüfen, ob er Anspruch auf Grundsicherung hat. Grundsicherungsempfänger bekommen dem „Merkur“ zufolge im Juli einmalig 200 Euro Zuschuss; alle, die Wohngeld bekommen, dürfen sich auf 270 Euro Heizkostenzuschuss freuen. Viele liegen allerdings über der Anspruchsgrenze und gehen beim Zuschuss leer aus. Allerdings profitieren auch sie vom Entlastungspaket.

Was genau enthält das Entlastungspaket?

Diese Maßnahmen sind geplant und angekündigt:

Energiepauschale

Für einkommensteuerpflichtige Bürger gibt es eine Energiepauschale oder auch Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro. Allerdings wird die Energiepauschale steuerpflichtig. Die 300 Euro bekommen nur einkommenspflichtige Erwerbstätigen und Selbstständige. Rentner sind also davon ausgeschlossen, außer sie haben einen Mini-Job. Bis das Geld dann beim Bürger landet, vergehen sicher noch Monate.

Übrigens, die Energiepauschale ist ja auch noch steuerpflichtig. Die „Kreiszeitung“ hat ausgerechnet, wie viel von den 300 Euro netto noch übrig bleibt.

Wie bereits erwähnt, landen die 300 Energiepauschale nicht im vollen Umfang auf dem Konto der Arbeitnehmer. Denn die Energiepauschale ist steuerpflichtig. Zwar steht der Energie-Bonus als Brutto-Angabe auf dem Lohnzettel, allerdings werden Einkommensteuer und Sozialabgaben von der 300 Euro Energiepreispauschale noch abgerechnet. Demnach bleiben laut einer Beispielrechnung des Bundes dem Steuerzahler, der 3500 Euro brutto verdient und sich in Steuerklasse 1 befindet, nach der Versteuerung der Energiepreispauschale 159 Euro netto. Angesichts der stark steigenden Energiepreise in Deutschland könnte es für Betroffene ein Schlag ins Gesicht sein, dass die Energiepreispauschale von 300 Euro steuerpflichtig sein wird – zumal im vergangenen März die Inflation in Deutschland auf über sieben Prozent stieg und sich damit auf einem Allzeithoch befand.

Kinderbonus

Der Kinderbonus von einmalig 100 Euro pro Kind dürfte für die überwiegende Mehrheit der Rentnerinnen und Rentner wohl kaum relevant sein.

9-Euro-Ticket

Die Ampel hat sich auf das sogenannte 9-Euro-Ticket auf den Weg gebracht, das soll ab 1. Juni gelten – für 90 Tage.  Das 9-Euro-Ticket soll nur für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gelten, nicht für den Fernverkehr. Das 9-Euro-Ticket ist immer bezogen auf den Monat, in dem es gekauft wurde. Kaufen können Rentnerinnen und Rentner die Tickets online oder am Fahrkartenautomaten. Bei den meisten Regionalverbände, darunter beispielsweise beim Münchner Verkehrsverbund, beginnt der Verkauf schon Ende Mai. In München gibt es das 9-Euro-Ticket im Vorverkauf bereits ab Sonntag, 22. Mai, als Papierticket an allen Fahrkartenautomaten mit Touch-Display und bei MVG-Ticketpartnern sowie ab Montag, 23. Mai, in den MVG-Kundencentern.

Die #Bundesregierung will die Bevölkerung entlasten. Das plant die #Ampel: 👉https://t.co/kxmL1MqOhG #Entlastungspaket pic.twitter.com/DDEk4eJxA1

— RND (@RND_de) May 13, 2022

Die Kunden müssen insgesamt drei Tickets zum jeweiligen Preis von neun Euro kaufen, wenn sie den vollen Zeitraum von 90 Tagen nutzen wollen.

Tankrabatt

Die Ampel-Regierung will Benzin um rund 30 Cent, Diesel um rund 14 Cent pro Liter verbilligen. Der Tankrabatt soll zum 1. Juni 2022 eingeführt werden. Den Tankrabatt wird es für drei Monate geben, sprich bis Ende August. Wie viel die Tankstellen an die Kunden weitergeben, ist eine andere Frage. Rein rechnerisch müssten die Preise für Benzin und Diesel am 1. Juni günstiger werden.

Grundfreibetrag

Wer weniger Rente bekommt als den sogenannte Grundfreibetrag, zahlt keine Einkommensteuer. Dieser Grundfreibetrag wird von derzeit 9984 Euro auf 10.347 Euro angehoben – und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2022. Das wirkt sich dann allerdings erst auf die Steuer 2023 aus. Wer also 2022 – nach allen Abzügen wie Werbungskosten – ein Einkommen, wozu auch die Rente gehört, unter dem Grundfreibetrag, muss man keine Steuern zahlen.

Werbungskostenpauschale

Ebenfalls rückwirkend zum 1. Januar steigt der Arbeitnehmerpauschbetrag. Das ist die sogenannte Werbungskostenpauschale, die in der Steuererklärung automatisch bei allen Arbeitnehmern berücksichtigt wird, wenn sie nicht selbst höhere Werbungskosten angeben. Die Werbungskostenpauschale reduziert das zu versteuernde Einkommen – Rentnerinnen und Rentner könnte so ihr „Einkommen“ unter den Grundfreibetrag drücken.

Das #Entlastungspaket hat gute Elemente, aber offenbart die grundlegenden Schwächen der Sozialsysteme in 🇩🇪 , die zu wenig an den Bedarfen der Menschen ausgerichtet sind und zu häufig nach dem Gießkannenprinzip umverteilen.

Meine Kolumne @zeitonline:https://t.co/rvkCFykDMq

— Marcel Fratzscher (@MFratzscher) May 9, 2022

 

 

Bild von karosieben auf Pixabay

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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