Die Betriebsrente ein Flop? Wie? Kann nicht sein, schließlich schießt doch der Chef zur Altersvorsorge zu. Auch die IG Metall rührt für ihre Metallrente kräftig die Werbetrommel, vergisst aber zu sagen, dass die Krankenkassen am Ende knapp 20 Prozent abschöpft. Damit wird die Betriebsrente zum Minus-Geschäft.

Betriebsrente ein Flop?

Ist die Metallrente ein Erfolgsmodell, wie die IG Metall gern behauptet? Reiner Heyse vom Seniorenaufstand ist anderer Meinung und erklärt warum. Was kommt wirklich am Ende heraus für den, der eigenverantwortlich über seinen Arbeitgeber fürs Alter vorsorgt? Für den Metaller ist die Metallrente ein Verlust-Geschäft – außer, er wird über hundert Jahre alt. Dumm nur, dass die Lebenserwartung für Männer bei 78 Jahren liegt. Die Metallrente ist somit nur ein Geschäft für die Versicherungsbranche.

Metallrente lohnt sich nicht

So, jetzt aber kommt Reiner Heyse vom Seniorenaufstand Kiel zu Wort (sein Beitrag erschien auf der Seite Bündnis für Rentenbeitragszahler und Rentner (BRR). Heyse hat ein Fallbeispiel auf den Prüfstand gestellt und nachgerechnet – mit ernüchterndem Ergebnis.

Das Beispiel MetallRente

Die MetallRente ist ein schlechtes Beispiel für eine Betriebsrente. Es gibt gute bis sehr gute betriebliche Altersversorgungswerke (beispielsweise Regelungen mit Direktzusagen oder Unterstützungskassen) und es gibt schlechte bis sehr schlechte (beispielsweise Regelungen zu Direktversicherungen und Pensionsfonds). Da über den Durchführungsweg generell der Arbeitgeber allein entscheidet, soll hier nur auf den riskanten bis betrügerischen Weg bei der Entgeltumwandlung eingegangen werden:

Betriebsrente gleich Betrugsrente

Die betriebliche Altersversorgung bekam ab 2002 einen Anschub durch den Gesetzgeber. Arbeitgeber wurden verpflichtet, auf Verlangen des Arbeitnehmers Teile des Bruttoentgelts sozialversicherungs- und steuerbefreit in ein Versorgungswerk (Pensionskassen, Pensionsfonds oder Direktversicherungen) einzuzahlen.

Doppelbeitrag in der Rentenphase

Dieses „Sparmodell“ wurde durch einige Gesetzesänderungen in den Folgejahren kräftig geschrumpft. Arbeitnehmer müssen in der Rentenphase die vollen Kranken- und Pflegeversicherungsanteile (also auch den Arbeitgeberanteil) und den normalen Steuersatz zahlen. Sie zahlen also doppelt. Die Arbeitgeber sparen ihren rund 20%igen Sozialversicherungsanteil bei der Entgeltumwandlung dauerhaft. Ob sie einen zusätzlichen Beitrag zur Betriebsrente leisten, liegt in ihrem freien Ermessen. Im Betriebsrentenstärkungsgesetz wurde leider versäumt, die Doppelverbeitragung abzuschaffen. Wie Entgeltumwandlung funktioniert und was am Ende dabei rauskommen kann, zeigt das folgende Beispiel MetallRente.

Metallrente – viel Werbung, wenig Wirkung

Das Versorgungswerk MetallRente wurde 2001 gemeinsam von Gesamtmetall und IG Metall in die Welt gesetzt. Seitdem werden Betriebsräte regelmäßig darauf hingewiesen, dass betriebliche Altersversorgung zu ihren originären Aufgaben gehört und dass sie dazu am besten die MetallRente im Betrieb propagieren sollten. Die Broschüre „Wir für euch!“ vom März 2014 (Herausgeber: MetallRente; Allianz Pension Partners GmbH) beinhaltet folgende als Werbung beabsichtigte Rechnung:

IG Metall rechnet Betriebsrente schön

Bei einem angenommenen Sparbetrag von 100 Euro einschließlich der AVWL – Altersvorsorgewirksame Leistung (AVWL) – ergibt sich ein tatsächlicher Eigenbetrag von gerade mal 38 Euro für den Arbeitnehmer. Auf Versorgungsleistungen werden erst in der Rentenphase Steuern und Sozialabgaben gezahlt. Zu berücksichtigen ist, dass der Steuersatz im Ruhestand meist niedriger sein wird als im aktiven Berufsleben. Und das soll dann eine monatliche Grundrente von 168 Euro ergeben.

Die „monatliche Garantierente“ von 168 Euro schmilzt auf folgende Weise dahin:
Rente
– Sozialversicherung (Krankenversicherung + Zusatz + Pflegeversicherung)
– Steuern

168 Euro
– 30 Euro
– 35 Euro
———————-
103 Euro

Die 168 Euro haben sich schon auf 103 Euro (61,3 Prozent) reduziert. In der Rechnung werden also rund 40 Prozent Abzüge in der Auszahlungsphase verschwiegen!

Rentner müssen 102 Jahre alt werden

Die aus dem nicht garantierten „Dein Gesamtkapital“ generierte „Deine monatliche Garantierente“ von brutto 168 Euro würde 35 Jahre benötigen um den Kapitaltopf „Dein Gesamtkapital“ auf null Euro zu bringen (ohne Verzinsungen des Kapitaltopfes). Um den nicht garantierten Kapitaltopf zu leeren müsste der Arbeitnehmer 102 Jahre alt werden!

Hier die Rechnung:

69 862 Euro
./. 168 Euro
= 416 Monate oder 34,7 Jahre

Weniger gesetzliche Rente

Damit nicht genug, wer aus seinem Brutto-Gehalt in die Metallrente einzahlt, reduziert damit natürlich seinen Beitrag in die gesetzliche Rente. Die gesetzliche Rente würde, nach gegenwärtigem Rentenwert, um rund 35 Euro niedriger ausfallen:

32 Jahre lang
1200 Euro pro Jahr weniger eingezahlt
= 1,2 bis 1,3 Entgeltpunkte weniger

Die schönen 168 Euro schrumpfen also auf sage und schreibe 68 Euro zusammen!

Arbeiternehmerbeitrag 65 statt 38 Euro

Versicherungen und Arbeitgeber – manchmal auch irregeleitete Gewerkschafter – behaupten fälschlicherweise, dass die 27 Euro vom Arbeitgeber großzügig geschenkt seien. Tatsache ist jedoch, dass es durch den AVWL-Tarifvertrag garantierte Leistungen (quasi Lohnleistungen) sind. Nur der Arbeitnehmer hat das Recht auf diese Tarifleistung zu verzichten. Der „Arbeitnehmerbeitrag“ beträgt also tatsächlich 65 Euro und nicht 38 Euro, wie von der MetallRente behauptet.

Was heißt das für Metaller?

Was bedeutet dieses Modell für die Arbeitnehmer in der Praxis? Die Arbeitgeber betreiben die Entgeltumwandlung, zahlen keinen Cent dazu und sparen ihren Sozialversicherungsanteil. Versorgungswerke wie die MetallRente, die eigentlich abgewickelt gehören, erhalten eine Frischzellenkur. Das ist auch eine Einladung an die Betriebe mit guten Betriebsrentenregelungen, diese zu kündigen und auf das Sparmodell der MetallRente umzusteigen.

Unternehmen sparen sich Rückstellungen

Ein weiterer Vorteil für die Kapitalseite dabei: Die Unternehmen sind nicht mehr in der Versorgungspflicht, sondern können diese voll auf die Versicherung übertragen. Ein großer Gewinn dabei ist auch, dass die Bilanzen der Firmen von den Pensionsrückstellungen „befreit“ werden. Das freut Besitzer und Aktionäre – auch Firmenverkäufe können ohne die Rückstellungsbelastungen viel einfacher erfolgen.

Die Nachteile für die Arbeitnehmerseite: Gute Regelungen können zugunsten der neuen schlechten gesetzlichen Regelung gekündigt werden. Reine Entgeltumwandlung ohne Arbeitgeberbeteiligung droht und bei Problemen mit der Betriebsrente kann man sich mit den Justitiaren der Versicherungen auseinandersetzen. Die Betriebsräte sind dann völlig außen vor.

Versicherer ruinieren Rente

Mit solchen Modellen wird von dem Grundproblem in der Altersversorgung abgelenkt: Die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung wird ohne Not, aber im Interesse der Versicherungswirtschaft, kaputt gemacht. Sie muss in den alten Stand zurückversetzt und reformiert werden. Das grundlegende Ziel muss sein: Einen neuen (reformierten) Generationenvertrag mit einem breiten gesellschaftlichen Konsens durchzusetzen!

Partner der IG Metall ist die Allianz. Es versteht sich von selbst, dass auf der Allianz Seite zur Metallrente kein Wort über Doppelverbeitragung steht. „Staatlich gefördert, flexibel und sicher“, heißt es da. Dumm nur, dass in der Rente von Rendite nichts mehr übrigbleibt. Wer sich die Zahlen der Metallrente (auf Zahlen und Fakten klicken, dann auf MetallPensionsfonds, dann auf 2018/Februar) anschaut, dürfte angesichts der Rendite der Pensionsfonds ziemlich enttäuscht sein.

Reiner Heyse ist übrigens nicht der erste, der ausgerechnet hat, dass sich ein Betriebsrente in den meisten Fällen nicht lohnt. Ähnliches haben bereits Stephan Busch und Tom Wonneberg von Progress Dresden schon unternommen. Die Betriebsrente wird zum Bumerang für die gesetzliche Rente. Denn, „wer eine rein arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersversorgung abschließt, verzichtet auf Sozialleistungen und hat weniger Rente. Es profitieren nur der Arbeitgeber und die gesetzliche Rentenversicherung. Also doch keine betriebliche Altersvorsorge? Kommt drauf an! Bei einer Mischfinanzierung – Arbeitnehmer und -geber – ist zu rechnen. Zahlt der Arbeitgeber allein, rechnet es sich immer. Besteht die Wahl zwischen einer Lohnerhöhung und einer arbeitgeberfinanzierten Betriebsrente in gleicher Höhe, ist es sinnvoller, die Lohnerhöhung zu nehmen – und selbst vorzusorgen. Mehr dazu unter „Betriebliche Altersvorsorge – Bumerang für die Rente“.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

31 Comments

  1. […] Die Metallrente wurde übrigens 2001 gemeinsam von Gesamtmetall und IG Metall in die Welt aus der Taufe …. […]

    Antworten

  2. Marita Müller 28. Januar 2019 at 1:02

    Ich habe auch eine Metallrente. Diese habe ich mir Anfang 12/18 auszahlen lassen. Dann der Schock: Aus den ca. 14.000 € werden mal knapp
    10.000 € DAS HAT MIR KEINER GESAGT!!!!!!!! (Krankenkasse bedient sich; warum auch immer. Zudem wird diese „Rente“ auch noch mal versteuert!) Eine solche VERARSCHUNG ist eigentlich NICHT zu akzeptieren – leider KEINE Chance auf Korrektur…
    Hätte ich de Sparbetrag unter mein Kopfkissen gelegt, wäre ich jetzt um ca. 4.000 € reicher (Inflation oder so natürlich nicht eingerechnet).
    Ich könnte echt k…tzen!!!

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    1. Sie schildern kurz und knapp das Ergebnis. welches ich aufgrund meiner Erkenntnisse schon lange vermutet habe. Die Barwertauszahlung hat das Problem sichtbar gemacht .Es ist gut, dass Sie dass mal veröffentlichen. Für Neuabschlüsse wird nach wie vor die Trommel gerührt. Die Gewerkschaften hätten die Finger von Dingen lassen sollen, die sie nicht verstehen. Besser wäre die Stärkung einer neutralen AN / Verbraucherberatung gewesen. Wenn ich die Änderungen dazu im BRSG anschaue, darf es einem schlecht werden.

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    2. Helmut Achatz 28. Januar 2019 at 10:46

      Vielen Dank für die Antwort. Vielleicht lernen ja andere daraus.

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  3. Werden die Abschläge auf die Diektversicherung auch fällig, wenn ich bei Auszahlung dieser im Vorruhestand bin, also dann immernoch Beschäftigter des Unterernehmens und kein Rentner bin?

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    1. Verstehe ich nicht ganz. Entweder Sie sind in Rente oder noch abhängig beschäftigt. Sobald jemand gesetzliche Rente bezieht, kommt ein Schreiben von der Krankenversicherung.

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      1. Norbert Schönert 6. Dezember 2018 at 12:43

        Bei mir ist es genau so. Ich habe meine Versicherung ausbezahlt bekommen, bin aber noch beschäftigt. Die Krankenkasse möchte sofort den monatlichen Beitrag haben. Solange ich über der Bemessungsgrenze verdiene brauche ich nichts bezahlen.

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    2. Norbert Schönert 6. Dezember 2018 at 12:31

      Ja, außer man verdient über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenkasse.

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    3. Wenn ich die Frage richtig verstehe, ist Ihnen nicht ganz verständlich, warum Ihnen bereits im Vorruhestand Beiträge für die Rente aus der Direktversicherung abgezogen werden. Diese Frage lässt sich nach meiner Auffassung klar beantworten.

      Die Auszahlungen einer Direktversicherung sind Versorgungsbezüge im Sinne § 229 Abs. 1 Satz 5 SGB V.

      Etwas genauer: Wie das Bundesverfassungsgericht bereits 28.09.2010 klargestellt hat, liegt die Zuordnung solcher Versorgungsbezüge in der Tatsache, ob der Arbeitgeber Versicherungsnehmer für den jeweiligen Kapitalstock war. (1 BvR 1660/08 vom 29.09.2010)

      Sozialgerichte schienen diesen Grundsatz bis vor kurzem zu übersehen. Deshalb gab es 2018 noch einmal die Bestätigung in Bezug auf Pensionskassen. Wer ohne Beteiligung des Arbeitgebers (als Versicherungsnehmer) den Vertrag weiterführt, ist für diesen Anteil von Beiträgen zu befreien.
      (Bitte nicht mit der Entgeltumwandlung verwechseln!)

      Ein Tipp: Sollte dieser Vertrag einmal zeitweilig so fortgeführt gewesen sein, dass Sie selbst Versicherungsnehmer (Vertragspartner der Versicherung oder Pensionskasse) waren, könnten sie diesen verrenteten Kapitalteil von Beiträgen befreien lassen. (1BvR 100/15; 1 BvR 249/15 vom 27.6.2018)

      Hinweis: Diese Erläuterungen ersetzen keine Beratung durch geeignete Juristen oder Fachleute mit entsprechender Beratungserlaubnis.

      Anfang bis Mitte der 2000er Jahre war ich selbst neutral beratend für betriebliche Altersversorgung tätig. Die heutigen Probleme waren früh absehbar. Deshalb hatte ich diesen Markt verlassen und stehe bis heute der BAV sehr kritisch gegenüber.

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    4. Ich habe mit einem Freund gesprochen, der noch arbeitet, aber die Auszahlung seiner Direktversicherung beantragt hat. So wie es aussieht, wird die Krankenversicherung auf die Direktversicherung erst dann fällig, wenn er in Rente geht, denn zurzeit bezieht er noch Gehalt, von dem Krankenversicherungsbeiträge abgezogen werden. Bei Ihnen wird es genauso sein.

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  4. Was ich immer noch nicht verstanden habe: Was passiert denn, wenn ich mir bloß die ca. 27 € vom Arbeitgeber einzahlen lasse? Kann ich damit nichts falsch machen, weil dann mein brutto statt 3000 € nun 3027 € beträgt, wobei die 27 € in den Topf der Metallrente gehen? Oder habe ich dann 3000 € – 27 € = 2973 € zur Verfügung? Für eine Rückmeldung bin ich dankbar.

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    1. Das ist eine Entgeltumwandlung oder Gehaltsverzicht. Wenn der Arbeitgeber etwas zahlt, dann wird ein Teil des Gehalts umgewandelt und geht vom brutto weg.

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      1. Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Also habe ich dann 3000 € – 27 € = 2973 € zur Verfügung, korrekt? Ein Berater für Metallrente meinte, das die 27 € vom Arbeitgeber geschenkt seien.

        Davon mal abgesehen verstehe ich nicht, wo die Zahlen aus dem Abschnitt oben her kommen:
        „Der „Arbeitnehmerbeitrag“ beträgt also tatsächlich 65 Euro und nicht 38 Euro, wie von der MetallRente behauptet.“

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        1. Hallo Ralf

          Wenn die 27 Euro vom Arbeitgeber wirklich geschenkt werden, ist nichts dagegen zu sagen.

          Aber Vorsicht:

          Solche Zuschüsse sind schnell das Einfallstor für eine Entgeltumwandlung. Das bedeutet, dass tatsächlich von deinem Brutto Geld abgezogen wird, welches besser angelegt werden könnte.

          Der Trick besteht möglicherweise darin, dass ein Mindestbeitrag für den Vertrag gebraucht wird.
          Man solle deshalb vom eigenen Gehalt dazulegen, wenn der Chef schon mit zahlt.

          Tipp:

          Wenn selbst mit gezahlt werden soll, das heißt eine Entgeltumwandlung angeraten wird, dann lohnt es sich sicher einen qualifizierten neutralen Fachberater hinzuzuziehen.

          Nehme einen Zeugen mit und fertig Notizen an. Lasse die Angebots- und Werbe-Unterlagen aushändigen.
          Hole Dir ein Vergleichsangebot einer privaten Vorsorge ein und hebe diese auf. Das könnte mal rechtlich von Bedeutung sein.

          Bereits 2007 hatte ich Kunden bei Beratungsgesprächen in einer Firma mit ca. 2000 Mitarbeiter (nur an diesem Standort) begleitet.
          Der Berater verkaufte die Metallrente. „Beraten“ wäre der falsche Ausdruck gewesen.

          Hier waren schwere Mängel festzustellen. Nach diesen Gesprächen konfrontierte ich die Personalrätin des Vorstandes (Juristin).
          Der Berater wurde ausgetauscht.

          Zu den Unterschieden mit den Spar-Beiträgen:

          Herr Achatz erkennt zu Recht, dass die Gewerkschaft in einer Art „Mittäterschaft“ die bisher zustehenden vermögenswirksamen Leistungen per betriebliche Vereinbarung wegnimmt, um diese wieder als Pseudogeschenk in die betriebliche Altersversorgung – die Metallrente der Gewerkschaft IG Metall (oder Allianz & Co.?) – einzusteuern.

          Die Ahnungslosigkeit vieler Betriebsräte ist leider wörtlich zu nehmen. Sie lassen sich gefällig als Drücker missbrauchen.
          Bis heute, wie ich sehe.

          Antworten

          1. Hallo Dirk Feldhinkel,

            laut Berater würde man die 27 € im Vertrag angeben und dieser Betrag kommt dann vollständig vom Arbeitgeber, daher kann ich auch keinen Nachteil darin sehen, wenn es denn so ist.

            Genau aus diesem Grund (dein Beispiel) versuche ich mich hier unabhängig zu informieren, weil der Berater für die Metallrente (Allianz?) in unserer Firma auch eher ein Verkaufsgespräch als ein Informationsgespräch geboten hat.
            Daher bin ich sehr vorsichtig.

            Den gesamten Abschnitt von Herrn Achatz verstehe ich leider nach wie vor nicht:

            „Arbeiternehmerbeitrag 65 statt 38 Euro
            Versicherungen und Arbeitgeber – manchmal auch irregeleitete Gewerkschafter – behaupten fälschlicherweise, dass die 27 Euro vom Arbeitgeber großzügig geschenkt seien. Tatsache ist jedoch, dass es durch den AVWL-Tarifvertrag garantierte Leistungen (quasi Lohnleistungen) sind. Nur der Arbeitnehmer hat das Recht auf diese Tarifleistung zu verzichten. Der „Arbeitnehmerbeitrag“ beträgt also tatsächlich 65 Euro und nicht 38 Euro, wie von der MetallRente behauptet.“

            Wo kommen die Beträge her? Wo kommen die 38 € und die 65 € her?

            Vielen Dank bis hier hin.

          2. Hallo Ralf,

            sorry dass ich erst jetzt gemerkt habe, dass noch eine Frage gekommen ist.

            Vorab finde ich es gut, dass Du mit der Sache kritisch umgehst, auch wenn man nicht alles sofort nachvollziehen kann.

            Oder besser gesagt erst recht, wenn man nicht alles nachvollziehen kann.

            Zu den Zahlen:

            Die Gewerkschaft sieht den Eigenanteil nur noch auf 38 Euro reduziert.

            Wie du treffend erkannt hast, sind die AVWL in Höhe von 27 Euro ein „Geschenk“, welches Du sowieso bekommen würdest, wenn die Gewerkschaft nicht die Verwendung in bessere Anlageformen im Wettbewerb per Betriebsvereinbarung ausgeschaltet hätte.

            Ordnet man diesen Anspruch Dir persönlich zu, weil der Anspruch mit Deiner Person verbunden ist und „eigentlich“ nicht mit dem Produkt Metallrente, dann sind es <> 27 Euro.

            Deshalb müsste man diese 27 Euro als eigenes Geld betrachten, welches Du zum Beispiel auch in einen rentablen flexiblen Aktienfonds für AVWL einsparen könntest, wenn die Gewerkschaft das nicht zugunsten der Metallrente per Betriebsvereinbarung ausgeschlossen hätte.

            Das wird von vielen Arbeitnehmern schon aus dem Bauchgefühl als Bevormundung und Unfähigkeitsunterstellung empfunden.

            Viele Pensionskassen kämpfen obendrauf wegen der Nullzinsen inzwischen um das Überleben.

            Deshalb:

            Eigenanteil 38 Euro laut Gewerkschaft

            + persönlicher AVWL-Anspruch 27 Euro

            = Tatsächlicher Eigenbeitrag 65 Euro

            Ich hoffe, ich konnte es verständlich machen.

            Viele Grüße
            Dirk Feldhinkel

          3. Hallo Dirk Feldhinkel,

            vielen Dank, dass du dir nochmal die Mühe gemacht hast, jetzt verstehe ich, wie der Abschnitt gemeint ist.

            Die 27 € könnte man sicher auch besser investieren, aber da mir ja nichts anderes übrig bleibt, kann ich diesen Betrag ja nur über die Metallrente beziehen. Daher werde ich diesen, vom Arbeitgeber bezahlten Betrag, als Metallrente abschließen.

            Ein Eigenanteil darüber hinaus scheint sich ja nicht zu lohnen, entsprechend den Ausführungen von Herrn Achatz.

          4. Nochmal zum Eigenanteil:

            Ich habe noch eine interessante Stellungnahme zu Thema gefunden:
            https://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150515_metallrente_stellungnahme.pdf

            Zu bemängeln ist aus meiner Sicht, dass die Metallrente das übliche Beispiel mit dem 35 – jährigen der mit 67 Jahren in die Rente eintritt nicht vollständig bis zum Ende gerechnet wird. Eine Schätzung inklusive Sozialabgaben, Steuern und dem Verlust durch die geringere Einzahlung in die gesetzliche Rente wäre wünschenswert. Diese Angaben sind wahrscheinlich sehr individuell, aber eine Beispielrechnung mit Annahmen könnte man machen. Um so besser, dass Herr Achatz eine solche Schätzung für uns vorgenommen hat.

            Wenn ich das Beispiel allerdings selbst durchrechne, dann lohnt sich ein Beitrag von 100 € dennoch, trotz Sozialabgaben, Steuern und dem Verlust durch die geringere Einzahlung in die gesetzliche Rente (bei einem angenommenen Garantiezins von 2,7 %, entsprechend: https://www.metallrente.de/download/deklaration-2018/).

            Mit welchem Zinssatz sollte man denn aktuell rechnen? Vergesse ich etwas oder ist der Beitrag von Herrn Achatz etwas Schwarzmalerei (wenn auch nicht ganz unberechtigt)?

          5. Hallo Ralf,

            wie man sehen kann, bist Du schon weit durchgestiegen.

            Zum Thema Zinsen ist einiges zu sagen. Dazu unten mehr.

            Die Frage nach der Darstellung der nachträglichen Abzüge bringt es auf den Punkt. Aus meiner Sicht ist es sogar rechtlich bedenklich, dass einerseits mit den sogenannten Einsparungen aus den Sozialkassen und der Rentenversicherung geworben wird und andererseits die volle Versteuerung und die vollen Beiträge der Krankenkassen an anderen Stellen nur grob umschrieben heruntergespielt werden.

            Ein Anlageberater käme heute so vor Gericht nicht mehr durch. Das Institut erst recht nicht.

            Besonders apart finde ich, dass diese Erkenntnisse in Bezug auf die Rentenauszahlungen wiederum der Arbeitnehmer selbst zu besorgen habe.

            Ich frage mich:
            Was denn nun – macht der Berater der Metallrente eine Steuer- und Abgaben-Beratung oder nicht?

            Wenn Menschen dann noch diese Grafiken unter Anrechnungen der Sozialabgabeneinsparung sehen, mit den krassen Zahlentricks, die wir bereits kennen, und danach die Bruttorente ausgewiesen wird, dann hat das limbische System unseres Gehirns keine Chance mehr.

            Die allzu menschliche Gier funktioniert. Eine sinnvolle Bremse in Bezug auf die nachgelagerte Besteuerung und (doppelt hohe) Verbeitragung der Krankenkasse fehlt in der Grafik. Das nennt man Verkaufsförderung.

            Die Krankenkassenbeiträge werden nachträglich komplett mit den vollen Satz verbeitragt, dass heißt im übertragenen Sinne, mit dem Satz, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer gewöhnlich jeweils hälftig Zahlen. Der Abgabeanteil verdoppelt sich praktisch zum Prozentsatz des Arbeitnehmers in Bezug auf den vollen Rentenbetrag.

            Aus meinen Erfahrungen im Bereich Investitionen und Anlagen sehe ich folgendes kritisch:

            Garantiezinsen sind nur so gut, wie der Garantiegeber leistet oder leisten kann.

            Wichtig: Gedruckte Werte der Versicherungen sind bis auf den Garantieteil unverbindliche Prognosen. Fragt mal jemanden, der die letzte Zeit eine Auszahlung bekommen hat, wie diese eingehalten wurde. Sehr erkenntnisreich!

            Die Zinsgrafiken Deiner Links zeigten z. T. Werte aus einer Zeit vor der Finanzkrise 2008.

            Spätere Werte sinken deutlich und können durch bilanzielle Bewertungsspielräume geglättet sein.

            Die letzten aktuelleren Werte, die ich für Testrechnungen recherchierte, lagen deutlich unter diesen Werten z. T. unter 2%.

            Zinssätze sind mathematische Verhältnisse und keine absoluten Werte. Das wirft bereits die Frage auf, ob die Verzinsungen nur auf den netto Anlageanteil oder brutto auf die tatsächliche Einzahlungen als Zufluss zur Einrichtung gerechnet sind.

            Bei Renten-Versicherungen sind solche Zahlen fast nicht zu gebrauchen, um die Rentenversprechungen zu messen. Selbst außenstehende Experten können nicht nachvollziehen, mit welchen Berechnungen sogenannte Aktuare Zinsentwicklungen oder Kapitalstöcke für biometrische Risiken usw. kalkulieren. (Lebst Du zu lange oder stirbst Du zu früh?) *

            Das ist ein „Berufsgeheimnis“ (ernsthaft). Transparenz = Fehlanzeige! Braucht man nicht, weil IG-Metall das toll findet. Da braucht es auch keinen Wettbewerbsvergleich.

            Eine gute Verzinsung bedeutet zudem noch lange keine gesunde Pensionskasse. Die Pensionskassen hatten, wie die Verbraucherzentrale einmal recherchierte, hohe Gründungskosten. Wie diese kompensiert wurden, kann ich aus solchen Stellungnahmen nicht eruieren.

            Wenn alles so im grünen Bereich ist, dann Frage ich mich, warum kürzlich im BRSG 2018 Sicherungsregeln für Deckungskapital im Sozialpartnermodell aufgelöst wurden.

            Die Aussagen der Metallrente zu den erhöhten Kalkulationen eines erhöhten Lebensalters im Vergleich zu den Werten amtlicher statistisch regelmäßig geführten Sterbetafeln (10-15 Jahre länger) kann ich nur als ausgesprochen mutig bezeichnen.

            Mutig vor allem für den Metallrentenanleger. Wenn diese eben nicht das „erhöhte“ Alter erreichen, machen diese Rentner unter (wahrscheinlichen) Umständen einen empfindlichen Verlust.

            * Durch diesen Trick der Versicherungsunternehmen können Gewinne für den Zinsausweis „erwirtschaftet“ werden.

            Dumm nur, dass viele Rentner in einigen Fällen bereits jetzt schon hilflos aus der Wäsche schauen. Ein Beispiel für das kollektive Ankommen in der Falle ist der DVG e.V., der nur noch verzweifelt gegen diese „Minusförderung“ protestiert.

            Über den Trick mit den Sterbetafeln tausche ich mich inzwischen mit dem Herren aus, der wegen der Doppelbesteuerung der Renten vor dem Verfassungsgericht war. Darüber gab es vor wenigen Tagen ein Beitrag in der ARD Sendung Plus-Minus.

            Wenn Du wissen willst, woher ich das alles weiß, dann schau mal hier rein: https://www.dirk-feldhinkel.de/über-mich-dirk-feldhinkel/

            Apropos Zinstricks – wenn Du mal eine Immobilie bauen oder kaufen und finanzieren willst, dann kannst Du hier etwas über Zinstricks erfahren: https://www.dirk-feldhinkel.de/referenz-projekte/kombikredite-gedlddruckmaschinen-für-banken/

            Kontakt geht natürlich auch: https://www.dirk-feldhinkel.de/kontakt/

            Vielleicht wäre Herr Achatz auch einmal für einen Gastbeitrag offen. Ich habe noch nicht fertig 😉

            Viele Grüße

          6. Hallo Dirk Feldhinkel,

            tut mir leid, dass ich mich so spät melde, ich bekomme leider nicht entsprechende Benachrichtigung, trotz Eintragung.

            Ich kann Ihnen nur zustimmen, die Darstellungen der Metallrente sind einfach irreführend.

            Nochmal zum Zinssatz: Ich habe es nun aufgegeben mit einem Zinssatz rechnen zu wollen, stattdessen rechne ich mit der garantierten Kapitalabfindung, die mir in einem konkreten Angebot angegeben wird. Zumindest dieser Betrag müsste ja fest sein.

            Folgende Abzüge gehen jetzt in meine Rechnung ein:
            Pflegeversicherung: 2,35 %
            Krankenversicherung: 15,20 %
            Steuern: 20,00 %
            Betriebsrente reduziert gesetzliche Rente um: 34 % (grobe Schätzung)

            Weiterhin zu berücksichtigen wäre wohl noch die Inflation?
            Sind noch mit Kosten für die Versicherung zu rechnen?
            Gibt es noch weitere Aspekte, die es zu berücksichtigen gibt?

          7. Hallo Ralf
            !
            Diese Fragen sind inzwischen durch die rechtlichen Berufsbeschränkungen Rentenberatern vorbehalten. Deshalb mache ich meine Aussagen als Meinung kenntlich.

            Ein betriebswirtschaftlicher Grundsatz lautet: im Vergleich liegt die Erkenntnis.

            Die wichtigste Frage ist also, mit welcher Alternative vergleichst Du?
            (Übrigens: Schadensersatzklagen scheitern oft an dieser Frage.)

            Es sind die drei Varianten (Säulen):

            1. Gesetzliche Rente
            2. Betriebliche Rente
            3. Private Rente

            Da es hier um einen Vergleich geht, ist eine Inflation nur für den konkreten Versorgungsbedarf relevant. Für den Vergleich nicht, weil die Inflation vom Konzept unabhängig alle Versorgungswege beeinflusst. Ohne Dynamisierungen ist der Rentabilitätsvergleich leichter.

            Hier steht der konkrete Wettbewerb zwischen betrieblicher und privater Rente im Raum.

            Bei der privaten Rente gilt die Versteuerung des Ertragsanteils im Sinne des § 22 EStG.

            Hier besteht schon das erste Problem, dass ein Ertragsanteil bestimmt ist, welcher aus einer Zeit angenommen wurde, als es noch keine Nullzinspolitik gab.

            Wie ein persönlicher Austausch ergab, werden dadurch möglicherweise auf Gewinne Steuern erhoben, die gar nicht da sind. Trotzdem sind aktuell Ergebnisse von privaten Versicherungen offensichtlich besser als die betrieblichen, weil sie keine Belastungen aus der Kranken und Pflegeversicherungen mehr haben und nicht voll versteuert werden. Es sei denn, das Rentenprodukt ist sehr schlecht.

            Damit sind wir schon bei der betrieblichen Variante. Die oben genannten Nachteile kennst Du inzwischen. Meine groben finanzmathematischen Testrechnungen mit Schätzwerten haben ergeben, dass bei zu schwacher Verzinsung und gleichbleibenden Kosten ein Verlust entstehen kann.

            Das heißt, selbst wenn der Anlageteil noch eine schwache Rendite bringt, läuft Deine Ansparung ins Minus. Ich habe die grobe Schätzung, dass dieser Break-Even bei knapp unter zwei Prozent der Anlage liegen könnte.

            Der rentenpolitische Knackpunkt ist, dass die eingeschossenen Renten- und Sozialabgaben ebenfalls diesem Verlust unterliegen können.

            Der Staat verliert dann ebenfalls trotz harter Abzüge bei Auszahlungen. (Leverage-Effect)

            Es gibt noch die Riesterrente, die betrieblich keinen Sinn macht. Selbst die versprochene Beitragsfreiheit bei Auszahlung halte ich für ein Problem, wenn ich die vergangenen Urteile des BVG mit der Zuordnung der Versorgungsbezüge anschaue. Das ist jedoch eine persönliche Auffassung, die hoffentlich nicht schon wieder zur bitteren Realität werden sollte, wenn es soweit ist.

            Ich schätze hier eine unzulässige Ungleichbehandlung, auch wenn eine Förderung außerhalb der Sozialkassenbelastung wünschenswert wäre.

            Also, genaugenommen sollte ein qualifizierter Rentenberater diese Vergleiche drauf haben.
            Die Metallrentenberater sind in dieser Frage mehr Verkäufer als Berater.

            Tipp:

            Die Idee mit dem Rentenbarwert ist schon sehr gut.

            Wenn du jemanden kennst, der betriebswirtschaftliche Grundlagen hat, dann könntest Du über deine Einzahlungen und die Barwertauszahlung in Excel mit einer Iteration den internen Zins berechnen.

            Mit dieser Methode kannst Du auch den Vergleich mit mehreren privaten Rentenangeboten machen.

            Achte auf Vergleichbarkeit, also keine Zusatzleistungen einmischen.

            Mache jeweils den Totalvergleich netto, das heißt, Deine Netto-Einzahlungen und Deine Netto-Auszahlungen mit Förderungen und Abzügen.

            Zusätzlich jeweils den Totalvergleich brutto, das heißt, Deine Brutto-Einzahlungen und Deine Brutto-Auszahlungen nur für die Anlage selbst.

            Das gleiche Prinzip lässt sich mit dem Rentenanteil oder gesamt durchführen.

            Gehe erst einmal von den Garantiewerten aus. Dieser Ansatz ist heute mehr als berechtigt.

            Die ausgewiesenen Werte zeigen dir, warum die Anleger so leicht zu täuschen sind.

            Es gibt Anlagebanken, die einen besseren Zins ihres Tagesgeldes ausweisen. Das hatte ich in einigen Fällen (private Hilfe) so vorliegen.

            Es zeigt sich auch, ob sich eine schlechte Anlage hinter einer Förderung versteckt.

            Sollte der Wert ins Minus laufen, dann lass den Vergleich nochmal mit der Kapitalwertmethode wiederholen. Beim internen Zins könnte es eine mathematische Unsicherheit geben. (Das ist jetzt ein bisschen zu fachlich.)

            Meine Lebenspartnerin konnte den VWL-Fonds vor der Metallrente bewahren (Übergangsregelung).

            Wenn es auf das Ende der Arbeitszeit zugeht, werden wir Zug um Zug umschichten und das Geld auf Zinsanlagen sichern. Mit einem Barwert kann man eine Leibrente einkaufen oder macht ein Rentenmanagement nach eigenen Vorstellungen.

            Das wäre eine 4. Variante.

  5. […] mit nur zwei Kindern oder einem Kind, die vor 1992 geboren wurden, wären leer ausgegangen. Ein Entgeltpunkt ist aktuell seit 1. Juli 2018 im Westen 32,03 Euro wert und im Osten 30,69 Euro. Das heißt, ein […]

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  6. […] noch Riestern? Besser nicht. Bei Null-Rendite und der Aussicht, dass die Sozialversicherung am Ende die Hand aufhält, wie sie es ja bei anderen Formen der betrieblichen Altersvorsorge tut? Riestern ist […]

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  7. Die „C-Parteien“ aber auch Grüne lernen’s nie, die SPD kapiert’s nur wankelmütig. Wer vorsorgende Bürger per rückwirkender Gesetzesänderung betrügt braucht sich über Nichtwähler oder Protestwähler nicht wundern -mit Flüchtlingen hat dieser Protest nichts zu tun.

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    1. Sehe ich ebenso …selbst die Linke hat da Ihre Defizite, siehe Berlin ( Lederer, S. Liebich – Atlantik Brücke -Mitglied) und Thüringen.
      Gibt es dort eine andere Politik ? Nein!! Die SPD – Linke will in Berlin die Schulen privatisieren … und Rixinger, Kipping sind gerade dabei, Linke Ideale zu verkaufen. Und wer der grenzenlosen Einwanderung das Wort redet, wie Kipping und Rixinger, der ist auf dem falschen Weg- dem Weg der Zerstörung der Nationalstaaten -Vorwärts zum Vereinigten Europa. Da hört man weder was von ; Probleme dort lösen , wo sie entstehen, oder Nato- Austritt, oder eindeutiges “ Nein “ zur Privatisierung der Vorsorge.
      Die Aufgabe von Parteien ist zu spalten- sonst nichts.

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    2. Diesen Frust kann ich nachempfinden!

      Meine Diagnose dazu:

      Alle Parteien machen sich immer mehr von externen Beratern abhängig, die lobbyistisch angelegte Interessen verfolgen.

      Die nachträgliche Krankenkassenverbeitragung (und sogenannte Doppelverbeitragung) durch das Gesetz aus dem Jahr 20003 ist ein bereits vortreffliches Beispiel dafür.

      Dieses Gesetz wurde erlassen, weil seinerzeit die Krankenkassen schwere Finanzierungslücken aufwiesen. Deshalb wurden die Versorgungsbezüge inklusive der BAV voll hinzugezogen.

      Klingt schlüssig oder?

      Ist es leider nicht:

      Erst nimmt man den notleidenden Krankenkassen zusätzlich Liquidität für eine vermeintliche Förderung der BAV durch den Erlass der Beiträge.

      In diesen Zeiten entwickelten sich erst die neuen BAV-Einrichtungen, abgesehen von bisherigen Durchführungswegen wie Direktversicherungen usw.

      Wie man sieht, werden diese Probleme heute erst bewusst weil erst in der heutigen Zeit viele Auszahlungen anstehen und das Dilemma aufdecken.

      Also Liquiditätsentzug in den ersten Jahren, obwohl die Krankenkassen ein Problem hatten.

      Die verstärkten Einnahmen durch diese gesetzliche Maßnahme entstehen heute deutlich mehr als 2003:
      Eine gute Konjunktur und viele Beiträge von BAV-Auszahlungen kommen dazu.

      Die zusätzliche Liquidität kommt dann, wenn man gewaltige Überschüsse hat.

      Es ist ein bisschen so, als kämen beim Kaffeeautomat erst der Kaffee und dann der Becher.
      Am Ende will keiner diese Sauerei wegmachen.

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  8. Als Versicherungsmakler kann ich diesen Beitrag nur bestätigen …es ist genau so, wie von Herrn Achatz beschrieben wurde. Zu bedenken ist dabei auch, das bei Wechsel des Arbeitgebers es eben keine Pflicht des neuen Arbeitgebers gibt, den BAV- Vertrag – egal in welcher Form- weiter zu führen. Das wird dann besonders nachteilig für den Kunden, wenn noch keine Unverfallbarkeit eingetreten ist. Übrigens Kunde, wer ist der Kunde des Anbieters, also der Metallrente, richtig, der Arbeitgeber ist VN, also Versicherungsnehmer, während der Arbeitnehmer nur VP – versicherte Person ist. VP haben keine Rechte am Versicherungs- Vertrag. Und es gibt keine “ garantierte Rente „, siehe VVG § 163 -Prämien -und Leistungsänderungen und VAG § 314 . Ganz abgesehen von der im Beitrag schon erwähnten Kürzung der gesetzl. Rente durch BAV- Renten. Ich rate von BAV – Produkten als Berater für den Arbeitnehmer ( VP ) ab.
    Leider haben nicht nur beim Thema BAV, auch bei der Einführung der Riester R Ente, oder beim “ Betriebsrentenstärkungsgesetz“, … die Gewerkschaften Ihre Mitglieder, alle Arbeitnehmer, verraten. Aber um die Bosse müssen wir uns keine Sorgen machen – Ihnen geht es gut und “ in diesem Land wollen sie gut und gerne leben .“ ….
    Eberhard Stopp

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  9. Aber die gesetzliche Rente muss doch im Rentenalter auch versteuert werden, weil es eine Einnahme ist. Wo ist mein Denkfehler?

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    1. Helmut Achatz 4. April 2018 at 8:55

      In meinem Beitrag steht nichts davon, dass die gesetzliche Rente unversteuert bleibt. Kein Denkfehler. Das Existenzminimum bleibt unversteuert – und das liegt zurzeit bei :Steuerfreibetrag = Grundfreibetrag. Herunter gebrochen auf den Monat bedeutet das: 735 Euro oder 1470 Euro sind von Steuern befreit. Übrigens, der Grundfreibetrag (Steuerfreibetrag) erhöht sich für das Steuerjahr 2018 um 180 Euro von 8820 auf 9000 Euro. Dieser Grundfreibetrag (Steuerfreibetrag) gilt indes erst für die Steuererklärung 2019. Der Grundfreibetrag (Steuerfreibetrag) von 8820 wird für die Steuererklärung des vorangegangenen Jahres herangezogen. Wer also 2018 seine Steuererklärung macht, für den gelten die 8820 Euro. Das zu versteuernden Einkommen lässt sich jedoch durch Abzüge, darunter die Zahlung an die Krankenkasse reduzieren. Das heißt, selbst wer mehr als 8820 Euro Rente bekommt, zahlt unter Umständen trotzdem keine Steuern, wenn er viele Abzüge hat.

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    2. Leider kommt es bei der staatlichen Abgaben-Flut immer wieder dazu, dass Sozialabgaben, die an die Krankenkasse gehen mit Steuern, die an das Finanzamt (FA) gehen gedanklich in „einen Topf“ geworfen werden als „Gesamtabgaben“. Da es der Volksmund einfach mag, nennt er dann alle Abgaben zusammen halt nur simpel „Steuern“. Daher wohl auch die Frage von Jasmin…?
      Während Steuern immer erst ab einer zuvor festgesetzten Höhe eines Steuer- bzw. Grund-Freibetrages greifen, haben Abgaben für die Sozialkassen (SK) andere Voraussetzungen. Allein diese Verständnisschwierigkeit in der Bevölkerung sorgt leider für weit verbreitetes Unwissen, denn wer schaut sich schon die einzelnen Ausgabeposten seiner Gehaltsabrechnung genauer an? Wohl auch, weil diese zur Verärgerung führen könnten?! Nur als Beispiel: Der Chef will das Gehalt um 100€ brutto erhöhen. Klingt zunächst gut. Was muss er überweisen? Insgesamt 125€ – aufgeteilt in 75€ an FA/SK und den verbleibenden Rest von 50€ als Netto für den Angestellten. Auch wenn Sie gerade innehalten bzgl. des Verhältnisses – ich bewerte nicht, sondern stelle fest.
      Zurück zur Betriebsrente: Hier sagen eben jene SK noch bevor das FA zugreift, dass von Anfang an jeder ausgezahlte Euro ohne einen Freibetrag und ohne zu wissen, ob mit dieser Rente Gewinn oder Verlust gemacht wurde, der volle gesetzliche Beitragssatz eines Arbeitnehmers plus eines „virtuellen“ Arbeitgebers als Rentner zu zahlen ist.
      Und die Moral von der Geschicht‘: Wir haben in Deutschland kein Verdienst- oder Rentenproblem. Wir haben ein Abgabe-Problem!

      Und noch ein Wort zum Thema: Wenn der Staat Euch nicht hilft, die Versicherung Euch beschummelt, warum macht Ihr dann nicht einfach die Betriebsrente zur FIRMENSACHE aus Synergien von Arbeitgeber und Arbeitnehmern? Sie ist deutlich höher als jede Versicherung, garantiert, hat Insolvenzschutz und schafft mehr Liquidität für die Firma, um Krisen zu meistern und Arbeitsplätze zu sichern. Und in Zeiten von Fachkräftemangel und Mitarbeiterbindung haben sicher auch die Chefs immer offenere Ohren …

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  10. Norbert Schönert 3. April 2018 at 18:14

    Helmut hat alle Aspekte völlig richtig analysiert. Die Politik, sieht man auch wieder einmal bei Frau Karliczek, ignoriert konsequent die eigene Rentenminderung und die von allen wegen der privater Vorsorge. In einem Brief an Frau Karliczek hat sie mir gegenüber ausdrücklich bestätigt, dass sie das jetzige System für Richtig hält.

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