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SPD-Frontfrau Andrea Nahles hat sich die Flexi-Rente ausgedacht, bei Rentnern fällt  sie jedoch durch. Die Flexi-Rente ist ein Flop: Von 21 Millionen Rentnern sind Ende 2017 nur 7188 Flexi-Rentner – deutlich weniger als ein Promille.

Null Interesse, so lautet das vernichtende Urteil nach Einführung der Flexi-Rente, die teils zum 1. Januar 2017, teils zum 1. Juli 2017 eingeführt wurde. Die Flexi-Rente sollte die Hürden für den Bezug einer vorgezogenen Teilrente abbauen, was offensichtlich gründlich schief gelaufen ist. Das Gesetz ist zu kompliziert, so dass es kaum einer versteht und deswegen auch nicht nutzt. Die Absicht war, dass Teilrentner mehr vom Zuverdienst zu den Altersbezügen behalten dürfen.

Flexi-Rente ist unattraktiv

Die Zahl der Altersteilrenten im Bestand der Rentenversicherung ist laut „Rheinischer Post“ zwischen dem Jahresende 2016 und dem Jahresende 2017 lediglich von 4309 auf 7188 gestiegen. Neuere Zahlen aus 2018 seien noch nicht bekannt. Der geringe Anstieg der Teilrenten bis Ende 2017 deute darauf hin, dass sie auch nach der Verbesserung der Hinzuverdienstmöglichkeiten für viele Senioren unattraktiv geblieben seien.

6300 Euro rentenversicherungsfrei

Ab 1. Juli 2017 dürfen Teilrentner mehr vom Hinzuverdienst behalten: Wer mit Abschlägen früher in Rente geht und noch etwas zusätzlich verdient, kann  6300 Euro behalten, ohne das die Rentenversicherung die Hand aufhält. Wer mehr als diese 6300 Euro pro Jahr verdient, der muss sich von dem darüber hinausgehenden Betrag 40 Prozent auf die Rente anrechnen lassen.

Ein weiterer Punkt der Flexi-Rente: Möglich werden zudem freiwillige Zusatzzahlungen in die Rentenkasse ab einem Alter von 50 Jahren, um später ohne Abschläge früher in den Ruhestand gehen zu können. Mit der Flexi-Rente ist die Absicht verbunden, längeres Arbeiten attraktiver zu machen.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

2 Comments

  1. Danke für das konkrete Beispiel. Das sagt viel aus.

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  2. Die Unattraktivität der Flexirente kann ich nur bestätigen (ich bin einer von den 7188). Von jedem über 6300 € verdienten weiteren Euro nimmt sich die Rentenkasse 40 Cent. Ganz abgesehen davon darf man obendrein noch seine komplette Steuererklärung offenlegen. Intern bei der Rentenkasse führt die FR zu bürokratischem Mehraufwand, weil jährlich ein neuer Rentenbescheid geschrieben werden muss … Frust auf der ganzen Linie. Nebenbei wird den (Flexi-)Rentnern der Spaß an sozialer Teilhabe verdorben und die demografieentlastende Wirkung konterkariert.

    Beste Grüße
    Wolfgang Schiele

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