Last Updated on 19. September 2020 by Helmut Achatz

Mal ehrlich, den Satz “Über Geld spricht man nicht” kennt jeder. Die Deutschen klammern das Thema gern aus, entsprechend niedrig ist das Finanzwissen hierzulande. Folge: eine gar nicht so kleine Minderheit geht arm in Rente.

Viele haben schlicht und einfach keine Lust, sich mit Geld zu beschäftigen. Schade, aber das ist der Ist-Zustand in Deutschland. Alles nur gefühlt – oder ist es wirklich so? Nicht nur gefühlt, wie einige Studien belegen, darunter einer der Postbank. Das Ergebnis ist vielleicht nicht ganz verwunderlich: “Die Grundeinstellung zum Geld ist von überholten Vorstellungen geprägt, das für die Altersvorsorge so wichtige Thema ist den Menschen lästig, und beim Finanzwissen tun sich fatale Lücken auf”.

Dabei wäre es dringend notwendig, über Geld nachzudenken, denn für Tagesgeld gibt es null Zinsen, Immobilien haben mittlerweile Preise erreicht, die vielen die Sprache verschlägt – und Anleihenrenditen sind am Boden: Deutsche Staatsanleihen kommen im Schnitt auf eine Minus-Rendite von einem halben Prozent. Aktie sind fast schon alternativlos, wobei das Wort “alternativlos” mittlerweile ziemlich verbraucht ist. Trotzdem, ohne Aktien lässt sich ein Vermögen weder erhalten noch vermehren, die Inflation eingerechnet. Das ist vielen Deutschen jedoch nicht bewusst, wie die Postbank-Studie wieder einmal belegt.

Arm in Rente

Offenbar ist das Thema der “Welt am Sonntag” zufolge “vor allem für Menschen mit weniger Geld schambesetzt”. So richtig gern beschäftigen laut Studie nur 9,3 Prozent, “mehr als die Hälfte der Befragten lediglich in dem Maße, in dem es für sie notwendig ist”.

Das meiste Wissen haben übrigens gerade die 50- bis 59Jährigen, während die Altersgruppe von 30 bis 39 besonders wenig über Geldanlage weiß, so die Studie. Aber genau letztere Gruppe hätte es besonders nötig, da ihre gesetzliche Rente sicher geringer ausfallen wird und sie deswegen rechtzeitig vorsorgen müsste.

Unterschied zwischen Männer und Frauen

Noch etwas ist ganz interessant: Ein Unterschied klafft laut Studie auch zwischen Männern und Frauen. Frauen, die vielleicht nicht ganz so erfolgreich sind, reden eher über das Thema als Männer in der gleichen Lage. Offensichtlich fühlen sie sich weniger herausgefordert als Männer und sind eher bereit, über Gelddinge zu reden.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

One Comment

  1. Ich bin eine Frau aber bin gefühlt ausschliesslich von finaziellen Analphabeten umgeben. Die miserable Schulbildung hat seine volle Wirkung entfaltet…..Zu dumm, um reich zu werden aber gerade klug genug, um arbeiten gehen zu können.
    Obwohl es doch heutzutage alternatives Finanzwissen zum Nulltarif gibt!!! Es gibt so viele Youtube Videos die sich mit authentischer und ehrlicher finanzieller Bildung beschäftigen. Aber man schaut sich ja lieber süsse Katzenvideos auf YT an….Ich muss ständig nur noch meinen Kopf schütteln, wenn ich sehe, was die Leute mit ihrem Geld anstellen……
    Ich kümmere mich lieber selbst um meine Rente und den Lebensabend, als das irgendeinem Institut oder dem Staat zu überlassen…..

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