Hohe Miete, Gefahr der Altersarmut, Münchner gefährdet

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In München sind die Mieten von 2007 bis heute um 28 Prozent gestiegen. Für Gutverdiener mag das kein Problem sein, wohl aber für Senioren, deren Renten nicht in gleicher Weise steigen wie die Gehälter. Das trifft besonders hart die Senioren in Bayern und da vor allem die Münchner, denn zwei Drittel wohnen zur Miete – in Bayern ist es die Hälfte. Die Eigentumsquote in anderen Bundesländern ist weit höher. Dem aktuellen „Wohnungsmarktbarometer“ der „Abendzeitung“ zufolge liegen die Erstbezugsmieten bei durchschnittlich 18,39 Euro pro Quadratmeter und Wiedervermietungsmieten bei 15,57 Euro pro Quadratmeter. Für eine 60 Quadratmeter große Wohnung kommen so schnell an die tausend Euro Miete pro Monat zusammen. Wie soll sich das ein durchschnittlicher Rentner in München noch leisten?

Müssen Münchner auswandern?

Müssen Münchner Senioren künftig auswandern – ins Saarland vielleicht oder nach Niederbayern? Der Wohnungsmarkt ist nach Auffassung des VdK und des Mieterbunds weder auf die Bedürfnisse Älterer eingestellt noch für die Zukunft gerüstet. Da tickt eine Zeitbombe, denn die Renten in Bayern können mit den explodierenden Mieten nicht Schritt halten. Dazu kommt ferner, dass viele Wohnungen nicht altersgerecht sind. Da wohnt der Senior im vierten Stock in einem Haus ohne Fahrstuhl – wie soll er seine Einkäufe und Arztgänge meistern?

Wo sollen Senioren sparen?

Der erste Punkt scheint aber noch viel gravierender: Weil die Senioren an der Miete nicht sparen können, sparen sie an allem anderen, sprich am Essen, Heizen, Kleidung und Gesundheit. Dem Sozialverband VdK Bayern zufolge fehlen im Land bis 2030 etwa 354 000 barrierefreie Wohnungen, allein in München mehr als 30 000.

„Die Überhitzung des Mietmarkts trifft Menschen besonders hart, die aus eigener Kraft ihre finanzielle Situation nicht mehr verbessern können, also Rentnerinnen und Rentner, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderung“, so die Mieterbund-Vorsitzende Beatrix Zurek

Statt mehr Sozialwohnungen sind es in Bayern weniger geworden: In 15 Jahren habe sich hier der Bestand auf heute 130 000 Wohnungen halbiert – und in den kommenden fünf Jahren sei es so, dass weitere 25 000 Wohnungen aus der Sozialbindung fallen, während die Zahl der Anspruchsberechtigten stetig ansteigt. VdK und Mieterbund fordern den Neubau von mindestens 80 000 Mietswohnungen, finanziert von der Staatsregierung.

Der gemeinsamen Forderungskatalog von VdK Bayern und Mieterbund Bayern:

  1. Wir fordern, den sozialen Wohnungsbau energisch auszubauen. In jeder Kommune muss es einen verbindlich festgelegten Anteil an Sozialwohnungen innerhalb des Mietwohnbestands geben. Fallen Wohnungen aus der Sozialbindung, muss deren Zahl wieder an anderer Stelle aufgefüllt werden. Der Bund ist aufgefordert, die Verwendung seiner Zuschussmittel für die Sozialwohnraumförderung an die Länder stärker zu kontrollieren.
  2. Wir fordern, das staatliche KfW-Förderprogramm„Altersgerecht Umbauen“weiter auszubauen.
  3. Wir fordern das Einführen einer verbindlichen Quote für barrierefreies und altersgerechtes Bauen bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen von Mietshäusern.
  4. Wir fordern, gemeinschaftliche Wohnformen wie Genossenschaften stärker zu fördern.
  5. Wir fordern, einen Teil der Mittel der Städtebauförderung des Bundes an die Länder verbindlich für die Förderung der Barrierefreiheit und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung sowie älteren Menschen zu binden. Bei der Quartiersentwicklung müssen Betroffenenverbände und Interessensvertreter verbindlich in den Entwicklungsprozess eingebunden werden.

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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