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Ob jemand aus Platzgründen umziehen muss, weil Haus oder Wohnung nach dem Tod des Partners zu groß sind oder weil er mit dem Renteneintritt zurück in die alte Heimat und näher zu den Enkeln will oder weil das Geld in der teuren Großstadt nicht reicht und es sich anderswo billiger leben lässt – ein Umzug für die 60plus-Generation ist eine Herausforderung. Wenn “Ruhestandswanderer”, wie sie von den Demographen auch gern genannt werden, sich dennoch dazu entschließen, sollten sie einiges beachten – und sich am besten eine Checkliste anlegen.

Während die jüngere Generation gelassen und locker an den Wohnungswechsel herangeht, schließlich ziehen sie häufiger um und haben auch weniger Habe, zögern ältere Menschen und haben Bedenken. Da tauchen Fragen auf, wie das alles in kurzer Zeit zu schaffen sei, ob auch alles mitkomme und wie es zu verpacken sei. Wer kümmert sich um Telefon- und TV-Anschluss am neuen Domizil? Welcher Umzugsfirma können sie vertrauen? Aber, so stellt Herb Stumpf in seinem Buch Wenn das Wochenende 7 Tage hat” fest, wenn “Sie nun noch ihren Geist bewusst von negativ auf positiv einstellen, nämlich in den Zustand ‘freuen’, wird sehr vieles einfacher sein”. Die Suche könne interessant werden, das Planen der Einrichtung auf jeden Fall, der eigentliche Umzug mag noch eine unangenehme Last sein, das erste Ankommen ziemlich abenteuerlich – “aber irgendwann sind Sie auch da angelangt, haben etwas Vertrautes losgelassen und etwas Neues gewonnen”. 

Seniorenumzug ohne Stress

Das Zögern der Älteren und die Scheu vor einem Umzug hat natürlich handfeste Ursache:

Geringere Mobilität:

Auch wenn Ältere es nicht wahrhaben wollen, so sind sie nicht mehr so belastbar und mobil wie in jungen Jahren. Selbst das Einpacken wird zum Kraftakt. Allein der Gedanke daran löst bei vielen Senioren Sorgen aus. Meist ist die neue Wohnung kleiner oder anders geschnitten als die alte, das heißt, häufig müssen Möbel oder anderer Hausrat entsorgt werden. Dann müssen sie sich ja noch ums Renovieren der alten Wohnung kümmern – zusammen genommen ein ziemlicher Kraftakt bei eingeschränkter Mobilität. 

Verlassen des gewohnten Umfelds:

Für Senioren ist es nicht einfach ein Umzug – sie lassen das vertraute Viertel und ein soziales Netz hinter sich. Der gewohnte Ausblick aus dem Fenster fehlt dann genauso wie die altbekannten Wege zum Einkaufen oder zum Arzt. Was ein jüngerer Menschen als erfrischenden Wechsel empfindet, ist für Ältere oft mit Ängsten verbunden. Sich umzugewöhnen fällt mit zunehmendem Alter schwerer. Leider bleibt vor allem einigen Älteren in Schwarmstädten wie München und Hamburg kaum etwas anderes übrig als umzuziehen, weil die Mieten in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen sind – in München beispielsweise von 2007 bis heute um 28 Prozent. Der Wohnungsmarkt gerade in der bayerischen Landeshauptstadt ist nach Auffassung des VdK und des Mieterbunds weder auf die Bedürfnisse Älterer eingestellt noch für die Zukunft gerüstet. Die Renten in Bayern können mit den explodierenden Mieten nicht Schritt halten. Dazu kommt, dass viele Wohnungen nicht altersgerecht sind. Aus diesen Gründen sind Seniorenumzüge in München mittlerweile heute längst Realität – und werden eher mehr als weniger.

Viele kostbare Erinnerungsstücke: 

Die Erfahrung lehrt, dass sich im Laufe der Zeit in einer Wohnung immer mehr Gegenstände ansammeln – viele davon lieb gewonnene Erinnerungstücke, nicht selten kostbarer Schmuck oder Dekorationsobjekte, von wertvollen Möbeln ganz abgesehen. Sie sollten den Umzug unbeschadet überstehen und schon gar nicht verloren gehen. Mit einem Online-Rechner lässt sich der Bedarf an Umzugskartons ausrechnen.

Besser Umziehen lassen

Angesichts dieser Gründe liegt es für Senioren auf der Hand, eine Umzugsfirma zu engagieren – eine, die auf Seniorenumzüge spezialisiert ist. Wie auch sonst, gilt auch hier: Angebote vergleichen und dann am besten einen persönlichen Termin vereinbaren, bei dem alle Fragen und Anforderungen geklärt werden. Übrigens, meist ist es ja nicht damit getan, Kartons zu transportieren, häufig geht es um zusätzliche Aufgaben wie:

  • Verpacken des gesamten Hausrats, egal ob Wohnung, Dachboden, Garage oder Keller
  • Entsorgung von Möbeln, Teppichen oder Hausrat
  • Teppichreinigung
  • Renovierungsarbeiten in der alten Wohnung – Malern, Bodenbeläge oder Deckenplatten entfernen
  • besenreine Wohnungsübergabe an den Vermieter
  • Anschluss von Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd
  • Entfernung/Befestigung/Anschluss aller Decken- und Wandlampen
  • Montage und Demontage von Rollos, Jalousien oder Ähnlichem

Auch um organisatorische Aufgaben, die rund um den Umzug anfallen, kümmern sich viele Umzugsunternehmen, beispielsweise um Ummeldungen bei Fernsehen, Rundfunkgebühr, Strom, Gas oder Telefon. Welche Leistungen davon in Anspruch genommen werden, entscheidet natürlich jeder selbst. Die umfangreichen Umzugsangebote in punkto Seniorenumzug zeigen jedoch, dass ein Seniorenumzug auch relativ stressfrei für alle Beteiligten ablaufen kann.

 

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

5 Comments

  1. […] Ein Wechsel des Energieanbieters macht übrigens oft auch beim Umzug Sinn, da der bestehende Vertrag ohnehin gekündigt werden muss. Eine Neuorientierung ist dann leicht möglich und hilft, den günstigsten Energieversorger zu finden. Was sonst noch beim Umzug im Alter zu beachten ist, steht übrigens hier im Blog-Beitrag „Die besten Tipps für den Umzug im Alter“. […]

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  2. Helmut Achatz 9. Mai 2016 at 11:21

    ein schönes Fazit “dann kriegt das Alter nochmal richtig Farbe”

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  3. Dieser fällig werdende Umzug ist empfohlen, beizeiten vorzunehmen. “Gehen, wenn´s am schönsten ist”, klingt zwar blöd und lebensfern, ist aber mit Sicherheit deswegen empfehlenswert, weil alle “Schachzüge”, die mit einem Umzug in Verbindung stehen, jederzeit souverän, dh. selbstständig und ohne Druck, gezogen werden können. Es ist immer besonders schmerzlich, wenn wir eines Tages quasi gezwungen werden, uns in Bezug auf den Wohnraum, den Geldbeutel o.ä. zu verkleinern. Eine Entscheidung für einen Umzug lässt sich zu zweit auch leichter bewältigen, als alleine. Beispiel: Freunde haben ohne Not Anfang 70 beschlossen, aus ihrem sehr hübschen Haus auszuziehen und gegen eine “altengerechte” Etagenwohnung einzutauschen. Der Abschied vom alten Haus, vom blühenden Garten, von den Nachbarn…fiel wirklich nicht leicht. Die Räumerei….alles war – obwohl beide top fit sind- ein echter Angang. Nun…. leben die beiden herrlich und zufrieden in einer modernen Wohnung, haben sich echt richtig gut eingerichtet. Ein neuer Lebensabschnitt, -zu zweit-, selbstbestimmt und unabhängig von irgendwelchen “Gartenzwängen”. Mit einem solchen Sch(n)ritt kann auch durchaus verbunden sein, die Lebensplanung neu zu “designen”. Was kann ein jeder in der neuen Umgebung neu machen, sich einbringen…in Kirche, Gesellschaft, nochmal etwas lernen, was bislang nur Traum war. etc., Dann kriegt das Alter nochmal richtig Farbe.

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