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Viele haben es vermutlich schon geahnt, dass Häuslebauer reicher als Mieter sind, zumindest gilt das auf lange Sicht – und erst recht im Ruhestand. Wer sich allerdings eine Immobilie kauft, muss vorher sparen. Konsumverzicht heißt das auch. Aber langfristig zahlt sich das aus.

Wie reich sind Mieter und Wohneigentümer?

Diese Ahnung hat die LBS vom Forschungsinstitut Empirica in Zahlen fassen lassen, wobei sich Empirica auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes bezieht. Die Forscher haben untersucht, wie sich Vermögen von Mietern und Wohneigentümer aufbaut – gleiche wirtschaftliche Verhältnisse vorausgesetzt und dabei eben festgestellt, dass Häuslebauer reicher als Mieter sind.

Häuslebauer reicher als Mieter

Die Mathematiker haben dafür Mieter und Wohneigentümer im Alter zwischen 50 und 59 Jahren mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1700 und 2300 Euro herausgegriffen. In die Vermögensbilanz flossen Immobilienvermögen (selbstgenutzte und vermietete Immobilien), Geldvermögen (Wertpapiere, Kapitalversicherungen, Bausparverträge und Spareinlagen), aber auch Schulden aus offenen Krediten ein. Laut LBS Research verfügten Wohneigentümer am „Vorabend des Ruhestandes“ unter dem Strich nicht nur über den Wert ihrer Immobilie von durchschnittlich 152 000 Euro (121 000 Euro nach Abzug noch nicht getilgter Baukredite), sondern zusätzlich über ein Nettogeldvermögen von 45 000 Euro (nach Abzug von Konsumentenkrediten). Mieterhaushalte derselben Einkommensgruppe hingegen kommen nur auf ein Nettogeldvermögen von durchschnittlich 24 000 Euro. Hinzu kommen 6000 Euro an Immobilienvermögen, dabei handelt es sich um den Wert vermieteter Objekte. Insgesamt bauen Wohneigentümer bis zum 60. Lebensjahr fast sechsmal so viel Vermögen auf wie vergleichbare Mieter, so die LBS-Experten.

Zwangssparen eingeübt

Wie das? Häuslebauer reißen sich LBS zufolge in den ersten zehn bis 15 Jahren am Riemen und folgen nicht jedem Kaufimpuls. Was auch keine große Kunst ist, denn sie müssen ja erst ihre eigenen vier Wände abbezahlen. Diese hohe Sparneigung behalten sie nach Beobachtung der LBS im Alter bei, womit sie peu à peu Vermögen anhäufen.

Wohneigentumsquote von “nur” 43 Prozent

Übrigens, wir Deutsche sehen uns als wohlhabend. Stimmt das wirklich? Laut LBS Research wird die Bedeutung der selbstgenutzten Immobilie für die Vermögensbildung auch im internationalen Vergleich deutlich. So zeigte etwa eine Analyse der Bundesbank, dass die Menschen in Ländern mit hohen Wohneigentumsquoten entsprechend höhere Vermögen aufweisen. Deutschland, das mit einer Wohneigentumsquote von 43 Prozent im EU-Vergleich immer noch am Tabellenende liegt, schnitt hingegen schwach ab.

Mit einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung haben sie im Ruhestand ein beruhigendes Finanzpolster, mit dem sich’s gut leben lässt.

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Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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