Staat will Aktienrente mit Schulden aufbauen

Finanzen

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Der Staat will mit zehn Milliarden Euro eine Aktienrente aufbauen. Das Geld dafür muss er sich am Kapitalmarkt pumpen, womit er gegen die Grundregeln des Investierens verstößt.

Börsenguru Warren Buffett warnt, niemals auf Kredit zu spekulieren – und was macht die Bundesregierung? Genau das. Denn für die geplante Aktienrente will Finanzminister Christian Lindner (FDP) Kredite aufnehmen. Der für den Einstieg in die Kapitaldeckung notwendige Kapitalstock, eine sogenannte Aktienrücklage, soll dem Lindner-Plan zufolge „teilweise kreditfinanziert“ aufgebaut werden, sprich, er will dafür zehn Milliarden Euro Schulden aufnehmen.

Aktienrente auf Pump

Finanzminister Christian Lindner plane, so die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die Rentenfinanzen mit Erträgen aus einem großen Aktienfonds zu entlasten. Erträge des Kapitalstocks sollen ab Mitte der 2030er Jahre einen Beitrag zur Stabilisierung der Beitragssatzentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung leisten, wird aus dem Papier zitiert. Die Zweckbindung der Erträge des Kapitalstocks zugunsten der Deutschen Rentenversicherung solle gesetzlich verankert werden. Die Verwaltung des Fonds solle an eine neu zu gründende, unabhängige öffentlich-rechtliche Stelle übertragen werden.

Was Lindner vorhat, haben einige europäische Länder schon vor Jahrzehnten umgesetzt, erinnert sei nur an Schweden und Norwegen, die das Geld der Bürger erfolgreich an der Börse anlegen und damit die Altersvorsorge sichern.

Aktienrente too late and too little

Die Aktienrente kommt „too late and too little“, sprich zu spät und zu wenig. Was sind schon zehn Milliarden angesichts der Ausgaben der Deutschen Rentenversicherung? Zu spät, weil die Aktienrente schon vor Jahren hätte einführen sollen – wie es geht, haben uns unsere Nachbarn vorexerziert.

Zehn Milliarden sind zu wenig

Die Deutsche Rentenversicherung hatte 2021 annähernd 348 Milliarden Einnahmen, der Bund schoss 106 Milliarden Euro zu für versicherungsfremde Leistungen. Im gleichen Zeitraum gab er insgesamt 346,5 Milliarden Euro für Renten, Verwaltung und andere Leistungen aus. Zehn Milliarden Euro nehmen sich angesichts dieser Zahlen lächerlich aus. Zehn Milliarden sind gerade eimal annähernd 2,9 Prozent der Einnahmen im vergangenen Jahr. Das ist reine Symbolpolitik – und als solche sollte dieses Aktienrente gesehen werden.

Wie viel die Rentenversicherung 2021 einnahm Quelle: Deutsche Rentenversicherung

 

Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen: Die Aktienrente wird nicht etwa aus Beiträge gespeist, sondern auf Pump finanziert. Der Staat will nichts vom guten Beispiel der Nachbarn lernen.

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So hoch waren 2021 die Ausgaben der Rentenkasse          Quelle: Deutsche Rentenversicherung

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Helmut Achatz

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