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Mit der Rente beginnt unsere dritte Lebensphase, auf die uns niemand vorbereitet hat. Es liegt an uns, ob wir Angst oder Freude fühlen. Wer sich darauf freuen will, bereitet sich vor. Acht Tipps zum Start in die Rente.

Richtig in die Rente starten – das klingt einfacher als es ist. Der Rentenbeginn ist eine ähnliche Herausforderung wie der Berufsbeginn. Ein Leben mit Verpflichtungen, starren Arbeitszeiten und einem Vorgesetzten sowie Titel endet. Niemand schreibt Rentnern vor, ob und wann sie aufstehen, wann sie ihren Urlaub antreten dürfen, welche Funktion sie ausfüllen. Wer sich in seinem Berufsleben schon gut selbst organisieren konnte, hat vielleicht weniger Probleme mit der plötzlichen Freiheit, aber andere werden das tägliche Korsett vermissen.

Wer mit der Vorbereitung auf die Rente erst dann beginnt, wenn er schon in Rente ist, kommt zu spät. Nicht umsonst heißt es Vor-Bereitung. Wer oder was hilft bei der Vorbereitung? Beispielsweise Wolfgang Schiele, der Seminare und Workshops für den Übergang vom Beruf in die Rente anbietet. Es gibt Bücher wie das von Herb Stumpf „Wenn das Wochenende sieben Tag hat“. Jüngst kam eine Broschüre des

Ministerium für Familie des Großherzogtums Luxemburg heraus, ein 32-seitiger Leitfaden mit dem Titel „Vorbereitung auf die Rente“. Die Luxemburger haben in dem Leitfaden übersichtlich zusammengestellt, vor welchen Herausforderungen ein Übergängler steht. Er oder sie hat noch viele Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte vor sich bis zum Lebensende. Diese wertvolle Zeit zu nutzen, ist Ziel dieses Leitfadens.

Natürlich ist, was die finanzielle Situation, die Lage anders in Luxemburg als in Deutschland – komfortabler, um es einmal kurz zu sagen. Deutsche Rentner müssen sich nach der Decke strecken, was die Luxemburger nicht müssen, denn das Großherzogtum sorgt anders für seine Pensionäre vor. Grundsätzlich gelten aber die gleichen Regeln:

Richtig vorbereitet in Rente

Tipp 1: Bestandsaufnahme

Wie viel Rente und sonstige Einnahmen werde ich in der Rente (oder Pension) haben und was erwartet mich an Ausgaben, sprich, eine Bestandsaufnahme. Der Grund: Wir brauchen eine genaue Vorstellung von unserer finanziellen Zukunft. Wer kurz vor der Rente steht, für den ist es schwer, noch viel an den Einnahmen zu ändern, aber er kann die Ausgaben nach unten drücken. Aber im Alter ist es auch denkbar, eine Teilzeitbeschäftigung aufzunehmen – es kann ja auch etwas mit dem eigenen Hobby zu tun haben. Warum nicht das Nützliche mit dem Netten verbinden. Wie gesagt, die Luxemburger haben es besser: Einer Studie von 2017 der Natixis-Bank zufolge zählt Luxemburg zu den zehn Ländern, die im Bereich Altersversicherung am besten aufgestellt sind. Deutschland ist eher unteres Mittelfeld.

Tipp 2: Das Lebensumfeld

Mit Rentenbeginn ändert sich auch das Lebensumfeld. „Das Zuhause wird ab dem Moment, in dem mehr Zeit dort verbracht wird, eine neue Bedeutung bekommen“, schreiben die Autoren des Leitfadens. „Viele Neurentner wollen in ihrem bisherigen Zuhause bleiben. Andere ziehen um, wählen eine kleinere, günstigere Wohnung oder ziehen ins Ausland. Der Wohnraum ist das Zentrum des Familienlebens: jeder Raum spiegelt die Familiengeschichte wider, viele Erinnerungen sind mit diesen vier Wänden verbunden. Einen Ort zu verlassen, in den so viel Energie, Geld und Emotionen investiert wurden, scheint schwer vorstellbar. Selbst wenn augenblicklich keine Entscheidungen getroffen werden müssen, ist es wichtig, eine Bestandsaufnahme der Wohnsituation zu machen und zu überlegen, wo und wie man im Alter leben will.“

Möglichkeiten in punkto Wohnen:

  • die Wohnung verkaufen/vermieten und in eine Unterkunft in der Nähe von Dienstleistungen und Geschäften ziehen
  • intergenerationelle Wohngemeinschaft unter dem eigenen Dach: Zimmer an Studierende vermieten
  • Mehrgenerationenhäuser
  • Wohnungsbaugenossenschaften
  • Seniorengemeinschaften
  • Seniorenwohnungen und -residenzen

Tipp 3: Beziehung zum Partner

Wer kennt nicht den Film von Loriot „Pappa ante Portas“. Loriot hat sehr treffend in Szene gesetzt, was passieren kann, wenn der vielbeschäftigte Papa in Rente geht und meint, er müsste zuhause fortsetzen, was er im Job hinter gelassen hat. Das kann nur schief gehen. Dazu der Leitfaden: „Über die Jahre schlichen sich Gewohnheiten ein, Aufgaben waren klar festgelegt und im Haushalt verteilt. Aufgrund der Arbeit war man zehn bis zwölf Stunden am Tag getrennt voneinander. Dies ändert sich schlagartig nach der Pensionierung, wenn man plötzlich viel mehr Zeit miteinander verbringt. Unstimmigkeiten und Konflikte sind dann keine Seltenheit. Die Beziehung muss sich auf die neue Lebenssituation angepasst werden.“

Inhaltsverzeichnis

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

4 Comments

  1. […] Vorbereitung vermeidet den “Pappa ante Portas”-Effekt >>> Richtig vorbereitet in die Rente – so geht’s […]

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  2. Vielen Dank für nützliche Informationen

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  3. Ich bin in Frührente und in eine schwere Depression gefallen, weil ich auf Ratschläge nicht gehört habe. Bin seit 5 Jahren in Behandlung.

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  4. Bevor man in Rente geht ist es gut einen Rentner zu kennen und diesen nach seiner Rentengestaltung zu befragen. In den meisten Fällen müssen Einschnitte beim Lebensstandard hingenommen werden, denn die Rente in Deutschland, ist im Vergleich zu Luxemburg, armselig. Als ich noch berufstätig war bin ich oft in die Karibik geflogen Das war in den meisten Fällen während der Schulferien, denn meine Frau war Lehrerin. Heute kann ich mir das nicht mehr leisten. Ich mache überhaupt keine Reisen während der Schulferien sondern bleibe zuhause um bei entsprechendem Wetter im Meer schwimmen zu gehen. Wer nicht am Meer wohnt kann natürlich in seine heimische Therme fahren und sich auch mit dem Fahrrad fortbewegen. Das fördert die Gesundheit und nutzt der Umwelt würden die Grünen sagen. Bei allen Dingen die man als Rentner macht kann eine entsprechende Planung nicht schaden. Alkohol darf man trinken, aber in Maßen so wie es Jesus einst gemacht hat. Wer einen halben Liter Wein pro Tag trinkt ist kein Alkoholiker und auch ein Liter Bier am Tag führen nicht gleich zur Lebervergiftung. Die Regel sollte sein, regelmäßig, aber mäßig. Unmäßig kann sich kein Rentner leisten, weder aus finanziellen noch gesundheitlichen Gründen. Wer als Rentner ein Hobby hat ist im Vorteil. Wer noch kein Hobby hatte sollte sich ein solches zu legen.Mein erstes Hobby nach der Rente war der Zusammenbau von Ikea Möbeln. Das bot sich so an denn ich bin von Deutschland nach Malta umgezogen und neue Möbel mußten aufgebaut werden. Dann sollte man sich auch nicht scheuen neue Dinge lernen zu wollen.Bei mir war das die italienische Sprache, denn um von Malta nach Deutschland zu fahren muß man ganz Italien durchkreuzen. Da kann es nicht schaden eine neue Sprache zu lernen. Meine Urlaubsreisen mache ich nun grundsätzlich in der Nebensaison. Das ist gut für den Geldbeutel. Italien in der Nebensaison ist erschwinglich. Das gleiche gilt für andere Mittelmeerländer. Früher habe ich oft 10-1 2 Stunden im Flieger gesessen um mein Reiseziel zu erreichen. Jetzt sitze ich oft 8-10 Stunden im Auto um von Malta nach Deutschland zu fahren. Das schaffe ich dann in drei Tagen. Meine Frau meinte daß sei zu anstrengend. Daher ist es mein Ziel solche Reisen in Zukunft in vier Tagen zu bewältigen. Auf der Rückreise nach Malta habe ich das bereits gemacht. Es wurde einfach ein zusätzlicher Zwischenaufenthalt in Rom eingeplant. Für eine Rentner muß nicht gelten:“was du heute kannst besorgen das verschiebe nicht auf morgen.“ Ein Rentner hat ein Recht darauf zu sagen:“Was nicht heute das wird morgen.“ Das sagen die Spanier und Italiener seit jeher und die leben bekanntlich länger weil sie sich nicht den Stress aussetzen wie die Deutschen.

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