Rente mit 63 vor dem Aus?

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Einigen Unionspolitikern ist die Rente mit 63 ein Dorn im Auge. Wie jüngst durchgesickert ist, wollen sie die Rente mit 63 abschaffen. Das ist nicht das erste Mal, denn schon im November 2017 war ein Aus im Gespräch.

Im November 2017 folgte Dementi auf Dementi, aber Rentenanwärter sollten sich schon mal darauf einstellen, dass dieses Gesetz über kurz oder lang geändert wird. Dann ist es vorbei mit „Rente ab 63“. Wie jetzt durchgesickert ist, steht die Rente mit 63 „Rosenheim24“ zufolge auf der Kippe. Einige Politiker der CDU/CSU fordern die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. „Rosenheim24“ beruft sich wiederum auf „Bild“. Die Mittelstandsunion (MIT) habe ein entsprechendes Konzept verabschiedet. „Bei der Rente darf es keine Denkverbote geben“, hieß es in dem Papier. Die Wirtschaftspolitiker der Union wollen „Bild“ zufolge das Rentensystem umkrempeln. Aber, nicht wie die „Grünen“ oder der Sozialverband VdK das fordern in Richtung Erwerbstätigenrente, sondern in Richtung Verschlechterung der gesetzlichen Rente. Wenn es nach Armin Laschet, dem Kanzlerkandidaten der Union geht, sollen die Deutschen künftig länger als bisher arbeiten und erst später in Rente gehen dürfen – nicht bis 70, aber vielleicht bis 68 oder 69.  „Wir haben immer gesagt, wir brauchen eine längere Lebensarbeitszeit, wenn wir alle älter werden“, so Laschet wörtlich.

Renten nicht mehr wie bisher erhöht

Die Mittelstandsunion – im Präsidium ist unter anderem Friedrich Merz vertreten –  fordert dem Bericht zufolge, dass die Renten nicht mehr wie bisher erhöht werden. Ferner fordern Unionspolitiker die Abschaffung der vorzeitigen, abschlagsfreien Ruhestand für Versicherte nach 45 Beitragsjahren. „Die Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 war ein Fehler, da sie dem Arbeitsmarkt Fachkräfte und der Rentenversicherung Beitragszahler entzieht“, heißt es in dem Papier.

Schieflage der Rentenkasse

„Die Rente ist in Gefahr“, wird die CDU-Politikerin Jana Schimke von „Rosenheim24“ zitiert. „Seriöse Rentenpolitik“ bedeute auch, Fehlentscheidungen der Vergangenheit zu korrigieren, „sonst droht der Rentenkasse die Schieflage“. Eine zentrale Forderung laut „Versicherungsbote“: „Weil die Gesellschaft altere und immer mehr Rentner immer weniger Beitragszahlern gegenüberstünden, solle die Regelaltersrente an die steigende Lebenserwartung angepasst werden: auch über das 67. Lebensjahr hinaus.“

Damit nicht genug, das Alter, ab dem eine Person ohne Abschläge in Ruhestand gehen darf, soll ab 2031 an die durchschnittliche Lebenserwartung angepasst werden, zitiert „Focus Online“ aus dem Papier. Der Ruhestandsstart werde mit jedem zusätzlichen Jahr um neun Monate nach hinten verschoben werden.

Was heißt „Rente mit 63“?

Worum geht es? Als die Regelaltersgrenze zum 1. Januar 2012 stufenweise angehoben wurde, hat sich die SPD damals gedacht, sie müsste den hart arbeitenden Beschäftigten ein Bonbon als Ausgleich bieten – und führte für diese Klientel, sprich die besonders langjährig Versicherte, eine neue Altersrente ein: die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren. Festgezurrt wurde das im Sozialgesetzbuch VI (SGB) §236b.

Seit wann gilt das Gesetz?

Seit dem 1. Juli 2014 können besonders langjährig Versicherte schon ab 63 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen. Allerdings gilt das nur für eben diese Gruppe, wenn sie vor dem 1. Januar 1953 geboren wurden. Für später Geborene erhöht sich diese Marke stufenweise auf 65 Jahre. Wer 1953 geboren ist, kann erst mit 63 plus zwei Monate gehen, der 1954 Geborene erst mit 63 plus vier Monate …

Und für wen gilt die „Rente mit 63“? Für Akademiker schon mal nicht oder nur in absoluten Ausnahmefällen, denn sie kommen nicht auf 45 Beitragsjahre, weil das Studium – in der Regel mindestens acht Semester oder vier Jahre – nicht mitgezählt wird.

Was zählt zu den 45 Beitragsjahren?

Dazu zählen der Deutschen Rentenversicherung zufolge:

  • Zeiten mit den Pflichtbeiträgen aus der Beschäftigung
  • bei geringfügiger, nicht versicherungspflichtiger Beschäftigung (anteilige Berücksichtigung)
  • Pflichtbeiträge aus selbstständiger Tätigkeit
  • Zeiten mit freiwilligen Beiträgen, wenn mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträgen aus einer Beschäftigung (auch selbstständig) gezahlt wurden
  • Zeiten der Wehr- und Zivildienstpflicht
  • Zeiten der nicht erwerbsmäßigen Pflege von Angehörigen
  • Zeiten der Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes
  • Zeiten, in denen Arbeits- und Teilarbeitslosengeld, Leistungen bei Krankheit oder Übergangsgeld bezogen wurden
  • Zeiten des Bezugs von Leistungen bei beruflicher Weiterbildung
  • Zeiten des Bezugs von Insolvenzgeld und Konkursausfallgeld

Was zählt nicht dazu?

  • Schulzeiten, das gilt vor allem für Fachhoch- und Hochschule
  • Zeiten der Arbeitslosigkeit (Arbeitslosengeld II)

„Rente mit 63“ mit Abschlägen

Wer keine 45 Beitragsjahren zusammen bringt, kann auch mit 63 Jahren in Rente gehen, wenn er mindestens 35 Beitragsjahre vorweisen. Allerdings muss ein solcher langjährig Versicherter Abschläge in Kauf nehmen.

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6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • […] – und vermutlich auch Bestandsrentner – werden ihren Gürtel enger schnallen müssen. Das Renteneintrittsalter wird aller über kurz oder lang von 67 auf 69 angehoben. Politiker und ihre Experten loten bereits die Lage […]

    Antworten
  • Holger Pichel
    29. Mai 2021 13:08

    Wenn alle Beamten in die Rentenkasse einzahlen und die Vermögenssteuer wieder eingeführt wird dann können wir sogar das Rentenalter wieder auf 60 Jahre senken.Die Rentenaltererhöhung bekommen wir auch noch von denjenigen vorgekaut die nie einen Finger krumm gemacht haben oder praktisch in den Wohlstand hinein geboren sind.Aber was soll auch von einer Politik zu erwarten sein die nur von Juristen und Gelehrten gemacht wird und der einfache Mann dort keine Chance hat.Armes Reiches Deutschland.

    Antworten
  • M.Schneider
    10. Juli 2021 06:39

    Finde es unmöglich, denn wer 45 Jahre gearbeitet hat, soll such dafür seine Rente bekommen und zwar ohne Abschlag, in Itslien können die Frauen schon mit 56 Jahren in Rente gehen

    Antworten
  • Dieter Weidmann
    26. August 2021 11:26

    Allmählich habe ich von diesen Politikern, die sich ihre Diäten erhöhen wie es ihnen Gerade in den Kragen passt und uns das Geld nur so aus der Tasche ziehen die Schnauze voll. Erst ziehen sie uns Steuern ab , das es nur so kracht und jetzt gehen sie auch noch an unser Altersgeld.
    Wer hat den die ganzen Jahre für all das Verschleudern von Steuergeldern bezahlt.
    Bestimmt nich unsere sogenanten Volkvertreter. Da kann Ich nur noch müde lächeln. Finger weg von Unserer Rente .
    Mehr soziale Gerechtigkeit.
    Es müssen alle in die Kassen zahlen, nicht immer nur die kleinen!!!

    Antworten
  • Antje Enderling
    27. September 2021 22:20

    Der Artikel enthält 2 zumindest tlw. falsche Aussagen. Die 2-Monatsschritte gelten erst ab dem Geburtsjahrgang 1957. Dass Akademiker nicht unter diese Regelung fallen, trifft nicht ausnahmslos zu.
    Ich habe einen Fachschulabschluss in der DDR gemacht, der später als Dipl-Ing FH anerkannt wurde. Das Studium über 6 Semester schloss sich an eine 2-jährige Berufsausbildung mit Facharbeiterabschluss an, während der ich Sozialbeiträge für die Rente entrichtet habe. Später habe ich 3 Kinder bekommen, für die sogenannte Anrechnungszeiten angerechnet werden. Damit kann auch ich den vorzeitigen Renteneintritt für besonders langjährig Versicherte n Anspruch nehmen. Das wurde durch den Abgleich meines Rentenkontos bestätigt.

    Antworten
    • Vielen Dank für die Antwort. Ihr Fall ist natürlich sehr speziell, Sie sind in punkto „Akademiker“ die ganz große Ausnahme. Dazu kommen noch die Zurechnungszeiten für die Kinder. Ich nehme an, in 99,9 Prozent der Fälle haben Akademiker keine Chance, als besonders langjährig Versicherte die „Rente mit 63“ in Anspruch zu nehmen. Ich freue mich für Sie, dass es bei Ihnen geklappt hat.

      Antworten

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