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,Kündigen zur Rente mit 63 – oder Aufhebungsvertrag? Jeder, der mit 63 in Rente gehen will, stellt sich diese Frage. Viele wollen nicht bis zum Regelrentenalter arbeiten, das seit 2012 stufenweise von 65 auf 67 Jahre steigt. Sie können mit 63 Jahren gehen. Das entsprechende Gesetz gilt seit 1. Juli 2014. Was ist zu beachten?

So viel vorweg: Wer früher gehgen will, muss selbst aktiv werden! Ausgenommen von dieser Altersgrenze sind Erwerbsgeminderte.

Mit 63 gehen ohne Abschläge?

In Rente mit 63? Mit oder ohne Abschläge? Ohne Abschläge mit 63 in Rente können nur Rentenversicherte, die ihre 45 Versicherungsjahre voll haben, sprich die „besonders langjährig Versicherten“. Wobei das uneingeschränkt nur für den Jahrgang 1952 gilt, für alle anderen Jahrgänge erhöht sich diese Grenze um jeweils zwei Monate. Jahrgang 1955 kann erst mit 63 Jahren plus 6 Monaten abschlagsfrei in Rente gehen, Jahrgang 1957 mit 63 plus 10.

Wie die Altersgrenze von 63 Jahren angehoben wird:

GeburtsjahrAnhebung in MonatenRentenalter*
1952063
1953263+2
1954463+4
1955663+6
1956863+8
19571063+10
19581263+12
19591463+14
19601663+16
19611863+18
19622063+20
19632263+22
19642463+24

Wartezeit von mindestens 35 Jahren

Alle anderen, sprich die (nur) „langjährig Versicherten“, die keine 45 Versicherungsjahre vorweisen können und damit nicht zu den „besonders langjährigen Versicherten“ gehören, können zwar mit 63 Jahren in Rente gehen, müssen aber Abschläge in Kauf nehmen. Aber auch der langjährig Versicherte, der mit 63 in Rente Jahren gehen will, muss mindestens 35 Jahre Wartezeit haben. Wobei in die „Wartezeit“ Beitrags- und Ersatzzeiten hinein, auch die Lehrlingsjahre und die Bundeswehr fallen,  zu den Ersatzzeiten gehören auch Anrechnungszeiten (krank, schwanger, arbeitslos, Schule, Studium) und Berücksichtigungszeiten.

Abschläge bei Rente mit 63

„Kündigen zur Rente mit 63? Oder Aufhebungsvertrag?“ Wie ist das mit den Abschlägen bei der Rente mit 63? Wenn ein Versicherter 35 Wartejahre hat, kann er ab dem 63. Geburtstag in Rente gehen. Übrigens, die Rente beginnt immer am Monatsersten nach dem Geburtstag: Wer am 1. eines Monats geboren ist, wie ich, für den beginnt die Rente zum Ersten des Geburtsmonats. Das heißt, da ich am 1. März geboren bin, habe ich mein 63. Lebensjahr am 28. Februar vollendet. Für am 2. März Geborene beginnt die Rente mit 63 erst ab dem 1. April.

Abschläge bis zu 14,4 Prozent

Wer die Rente mit 63 beziehen will, muss Abschläge in Kauf nehmen: 0,3 Prozent für jeden Monat früherer Rentenbeginn. Für 1964 Geborene macht das 14,4 Prozent aus, für 1955 Geboren 9,9 Prozent, bei 1956 Geborenen sind es 10,2 Prozent – und so geht es weiter. Auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung kann sich das jeder genau ausrechnen lassen. 

Kündigen oder Aufhebungsvertrag?

„Kündigen zur Rente mit 63? Oder Aufhebungsvertrag?“: Wie ist das? Muss ich kündigen, wenn ich vorzeitig in Rente gehen will? Was regeln Arbeitsverträge? In vielen Arbeitsverträge steht noch ein Passus wie

  • „… das Vertragsverhältnis endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf, mit Ablauf des Monats, in dem der …. Anspruch auf eine Sozialversicherungsrente hat oder im Falle seiner Befreiung haben würde, spätestens mit Ablauf des 65. Lebensjahrs“
  • Das gilt heute so nicht mehr, da die meisten 65 Jahre plus einiger Monate arbeiten müssen. Aber abgewandelt hat dieser Passus bei der Altersrente noch seine Wirksamkeit.

Selbst aktiv werden

Anders sieht es für Frührentner aus, die mit 63 Jahren gehen, so sie denn die nötigen Beitragsjahre beisammen haben. Wer früher in Rente gehen will, muss tatsächlich selbst aktiv werden und

kündigen oder einen Aufhebungsvertrag

mit dem Arbeitgeber schließen, sonst wird’s nichts mit der vorgezogenen Rente. Egal, ob kündigen oder Aufhebungsvertrag –  es braucht die Papierform. Denn, die Rente mit 63 ist keine „Regelaltersrente“; das Arbeitsverhältnis endet nicht automatisch. Was die Kündigungsfrist eines Arbeitnehmers bei vorgezogenem Renteneintritt betrifft, so gilt in der Regel sein Arbeitsvertrag, der sich bei vielen auf einen Tarifvertrag stützt – und in dem steht genau drin, wie lange die Kündigungsfrist ist.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

18 Comments

  1. […] Möglichkeit zur abschlagsfreien Rente mit 63 war Mitte des Jahres 2014 eingeführt worden; in den ersten sechs Monaten beantragten damals 8 376 Versicherte diese Altersrente bei der DRV […]

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  2. elke hanselmann 3. Dezember 2017 at 11:04

    wann ist die gesetzliche rente? nach 45 beitragsjahren od. mit 65j und 9 monate

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    1. Wer 63 Jahre alt ist und 45 Beitragsjahre hat, kann als besonders langjährig Versicherter ohne Abschläge in Rente gehen. Wobei das nur die halbe Wahrheit ist, denn ab Jahrgang 1952 steigt diese Grenze um jeweils zwei Monate. So kann Jahrgang 1954 erst mit 63 + 4 Monate ohne Abschlag gehen. Wer die 45 Jahre nicht zusammen bekommt, kann zwar auch mit 63 plus … gehen, aber nur mit Abschlägen. Wer keine Abschläge in Kauf nehmen will, arbeitet bis zur Regelaltersgrenze von 65 plus (abhängig vom Geburtsjahr).

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  3. […] dennoch mit 63 in Rente gehen will und die erforderlichen 45 Beitragsjahre nicht zusammenbringt, muss mit Abschlägen rechnen. […]

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  4. […] rund acht Milliarden Euro um 26 Prozent). Es wirkt sich mittlerweile aus, dass immer mehr mit 63 Jahren in Renten gehen […]

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  5. […] eingeschränkt wurde und das Renteneintrittsalter sich in Richtung 67 Jahre verschiebt. Dem wirkt die abschlagsfreie Altersrente ab 63 Jahren entgegen. Aber auch dieser Effekt dürfte sich bald verflüchtigen. Der Jahrgang 1951 ist der […]

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  6. […] kommen die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter – und viele werden die Möglichkeit nutzen, mit 63 Jahren aufzuhören. Gleichzeitig erodiert die Zahl der Beitragszahler wegen der demografischen […]

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  7. […] Artikel von vorunruhestand.de informiert über das Thema Kündigung bzw. Aufhebungsvertrag im Zusammenhang mit dem […]

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  8. […] Wer bekommt was? Was wird alles angerechnet? Wann können wir in Rente gehen? Wie geht Ent-Beruflichen? Mit wie viel dürfen wir rechnen? Alles Fragen im […]

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  9. […] Ex-Wiso-Moderator glaubt nicht an eine Altendiktatur. Ob er damit nicht daneben liegt? Wie ist es denn mit der Rente mit 63? Eigentlich kann sich das Rentensystem dieses Zuckerl für eine bestimmte Klientel nicht leisten – […]

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  10. bei mir wurde die Ausbildungszeit angerechnet. Die Lehrlingszeit wird sogar besser bewertet – bis zu drei Jahre allerdings nur bis zu drei Jahren. Anders sieht es mit einer Hochschulausbildung aus, die wird leider nicht berücksichtigt

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    1. Hannelore Petzold 11. November 2015 at 10:20

      ….danke für die Antwort…..was ich aber trotzdem nicht verstehe ist: seit 1974 im Berufsleben, wenn die Ausbildungszeit von 2 Jahren mit eingerechnet wird , bin ich seit 1972 berufstätig , Erziehungszeiten von 3 Kindern mit berücksichtigt , dann hätte ich logischer Weise 2017 meine 45 Jahre voll ,ich wäre dann 61 Jahre alt…..und darf nicht in Rente gehen? Muss ich bis zum 63.+ 10 Monate .Lebensjahr warten, ehe ich in Ruhestand gehen darf?
      MfG

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      1. das ist sehr spezieller Fall. Ich fürchte allerdings, dass du gekniffen bist, weil der Gesetzgeber den Renteneintritt für besonders langjährig Versicherte mit 63 plus vorsieht. Dazu ein Bemerkung aus dem Beck Blog: Am 1.7.2014 tritt das RV-Leistungsverbesserungsgesetz in Kraft. Damit besteht für besonders langjährig Versicherte (45 Versicherungsjahre) die Möglichkeit, die Rente abschlagsfrei bereits mit 63 Jahren in Anspruch zu nehmen. Zeiten der Arbeitslosigkeit in den letzten zwei Jahren vor dem Eintritt in die Rente sollten nicht zur Erfüllung der Wartezeit mitzählen (außer bei Insolvenz oder vollständiger Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers). Das Ziel war, eine Frühpensionierungswelle zu verhindern. Das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben sollte erst mit 63, nicht schon mit 61 Jahren möglich sein.

        Jetzt enthüllt der DGB, dass das Gesetz eine hübsche Lücke aufweist: Bereits seit 1.1.2013 besteht in Minijobs (450-Euro-Jobs) Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Rentenversicherung. Auch mit einer solchen Beschäftigung kann daher die Wartezeit erfüllt werden. Ein solcher Minijob kann auch während der Arbeitslosigkeit ausgeübt werden, allerdings nur unter 15 Stunden wöchentlich und bis zu einem Einkommen von 165 Euro monatlich.

        Damit kann ein Arbeitnehmer faktisch doch schon mit 61 in die Rente: Er gibt sein Arbeitsverhältnis auf (zur Vermeidung einer Sperrzeit besser: er lässt sich betriebsbedingt kündigen) und nimmt irgendwo einen Minijob in dem beschriebenen Maximalumfang an. Für 24 Monate hat er Anspruch auf Arbeitslosengeld. Der Rentenzugang mit 63 wird nicht gefährdet.

        … aber willst du das?

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        1. ich würde dir raten, zum Rentenberater zu gehen, am besten zu einem unabhängigen

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        2. Norbert Schönert 4. April 2018 at 22:12

          Also mir hat mein Rentenberater gesagt, dass man durchaus in den letzten beiden Jahren vor Inanspruchnahme der Rente mit 63 Jahren arbeitslos sein kann, Es müssen ledigliglich die 45 Versicherungsjahre schon vor der Arbeitslosigkeit erfüllt sein, dann kann man die 63-ger Rente trotzdem in Anspruch nehmen. Es ist nur nicht möglich die 45 Jahre während einer Arbeitslosigkeit aufzufüllen. Der Vorteil ist, dass während der Arbeitslosigkeit 84 % der letzen Rentenversicherungsbeiträge vom Arbeitsamt weiter einbezahlt werden. Ein zusätzlicher Nebenjob ist dann auch nicht notwendig.
          Dies könnte natürlich bedeuten, dass, wenn man sich kurz vor der Rente mit 63 arbeitslos meldet, dann noch 24 Monate Arbeitslosengeld beziehen kann und die Rente erst mit 65 beantragt. Dann bekommt man 2 zusätzliche Versicherungsjahre vom Amt geschenkt und eine entsprechend höhere Rente. Mein Arbeitslosengeld wäre sogar höher als die Rente.
          Ich habe dies kaum glauben können, aber er hat mir dies auf Nachfragen ausdrücklich bestätigt. Allerdings fehlt mir immer noch der Glaube daran. Vielleicht weißt Du mehr darüber.

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  11. Hannelore Petzold 10. November 2015 at 10:39

    …danke habe mit Interesse gelesen….eine Frage dazu noch….ich habe am 1.9.1972 meine 2jährige Ausbildungszeit begonnen und zum 31.8.1974 beendet.Zählt diese Zeit mit ?
    MfG

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