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Etwa jeder Vierte schafft es nicht, bis zum Schluss zu arbeiten und geht vorzeitig in Rente. Klar, das kostet. Dafür müssen die Frührentner mit weniger Geld im Alter auskommen. Diese Einbußen hielten aber 2014 knapp 200 000 Deutsche dennoch nicht davon ab, vor der Regelaltersgrenze ihre Rente zu beantragen.

Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann hatte beim Bundesarbeitsministerium eine entsprechende Anfrage gestartet und eben diese Antwort bekommen. Darin heiße es, so die „Thüringer Allgemeine“ die Versicherten, „die die Anspruchsvoraussetzungen erfüllten, entschieden vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Lebensumstände grundsätzlich selbst, ob sie eine Regelaltersrente beziehen oder unter Inkaufnahme von Abschlägen frühzeitig in Rente gehen“. Im Schnitt gehen diese Frührentner zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand, zumindest war das 2014 so. Neuere Zahlen gibt es offensichtlich. Zwei Jahren bedeuten Abschläge von 7,2 Prozent, denn jeder Monat früher bedeutet einen Abschlag von 0,3 Prozent.

Nicht immer freiwillig in Frührente

Nicht immer stehe hinter dem Renteneintritt mit Abschlägen wirklich eine freie Entscheidung, so die „Thüringer Allgemeine“. Oft spiele die Gesundheit nicht mehr mit. Wer arbeitslos ist, kann auch vom Jobcenter zum vorzeitigen Rentenantrag genötigt werden. Für Sabine Zimmermann sei klar, so zitiert sie die „Thüringer Allgemeine“, dass „die Menschen so früh wie möglich in Rente gehen wollen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben“.

Was die Deutsche Rentenversicherung dazu sagt:

Wer davon spricht, dass er demnächst in Rente gehen will, meint damit seine Altersrente. Was viele aber nicht wissen: Es gibt verschiedene Altersrenten mit unterschiedlichen Zugangsbedingungen. Je nachdem, welchen beruflichen Lebensweg Sie zurückgelegt haben, passt die eine oder andere der Varianten besser für Sie. Seit dem Jahr 2012 wird für ab 1947 Geborene die Regelaltersgrenze schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Für die Geburtsjahrgänge ab 1964 ist dann im Jahr 2031 67 die Regelaltersgrenze. Wer seine Rente früher erhalten will, muss in aller Regel Abschläge in Kauf nehmen. Die ständig steigende Lebenserwartung der Bevölkerung macht es nötig.

Übrigens arbeiten heute eher mehr als weniger bis zur Regelaltersgrenze wie die Deutsche Rentenversicherung belegt. Seit 2012 zeige sich, dass „neue Altersrentnerinnen und -rentner in geringerem Maße vorzeitig in Rente gehen“, so die DRV. Dieser Trend habe 2014 fortgesetzt. Analysen der Deutschen Rentenversicherung zufolge sank der Anteil der wegen vorzeitigen Rentenbeginns gekürzten Renten gegenüber dem Vorjahr von 36,7 auf 23,9 Prozent.

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Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

5 Comments

  1. […] von 64,1 Jahren liegt das durchschnittliche Zugangsalter damit nur noch knapp unter der früheren Regelaltersgrenze mit 65 Jahren – mit dem Unterschied allerdings, dass die Rentner heute Abschläge in Kauf nehmen […]

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  2. […] Einstieg in die Rente mit 67 begonnen. Das bedeutet für die Jahrgänge ab 1947, dass sie regulär nicht mehr mit 65 Jahren in Rente gehen können, ohne Abschläge hinnehmen zu müssen, sondern erst ein Monat später, zwei Monate, drei, vier oder fünf. Das gilt […]

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  3. […] ist die Flexi-Rente und wann kommt sie? Was sich für Vorruheständler und Rentner 2016 ändert Drei von Vier arbeiten bis zur Regelaltersgrenze Rente mit 63 – wer wann gehen […]

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  4. […] zerstört Altersvorsorge der Deutsche Drei von Vier arbeiten bis zur Regelaltersgrenze Wehe, wenn die heile Rentenwelt […]

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