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Was Rentner bekommen, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Da gibt es den Standard- oder Eckrentner und den Durchschnittsrentner. Dann unterscheiden sich die Renten für Rentnerinnen zwischen Ost und West und die zwischen Rentnern. Ganz abgesehen davon, dass die Standardrente ein fiktiver Wert ist, den in der Praxis nur die wenigsten erreichen.

 Niemand sollte sich große Illusionen über seine Rente, sorry, genauer seine gesetzliche Rente machen. Ok, mal ganz langsam. Jede Rente ist anders, abhängig vom Rentenverlauf und dem Einkommensniveau. Das lässt sich freilich nur schwer vergleichen. Insofern ist es notwendig, doch etwas zu generalisieren. Da gibt es zum einen den Standardrentner, die früher mal Eckrentner hieß. Das ist ein Rentner, der 45 Jahre durchschnittlich verdiente und immer brav in die Rentenversicherung einzahlte – ja, den gibt es im Westen so gut wie gar nicht, denn viele Beschäftigte haben eine gebrochene Berufslaufbahn, mit Zeiten, in denen sie arbeitslos waren oder sich weiterbildeten. Nun gut, diese Unterbrechungen mal ausgeklammert und eine durchgängige Beschäftigungslaufbahn voraus gesetzt, ein solcher Standardrentner kommt auf eine Standardrente von 1287 Euro – im Westen. Im Osten sind es hundert Euro weniger, so dass Rentner zwischen Rostock und Pirna nur auf 1187 Euro kommen.

Differenzen zwischen Ost und West

Dabei liegt die Wende 25 Jahre zurück, sprich eine Generation. Die Unterschiede werden wohl auch noch einige Jahre bestehen bleiben. 2019, wenn der Solidaritätsbeitrag ausläuft, könnten sich die Unterschiede vielleicht ausgeglichen haben. Dann soll laut Koalitionsvertrag gleiches Rentenrecht in Ost und West gelten – mal schau‘n.

Diese Differenz kommt von unterschiedlichen Lohnniveaus in Ost und West. In Ostdeutschland verdienen die meisten Menschen immer noch weniger als im Westen – auch das wird sich angleichen. Der Anpassungsprozess braucht einfach Zeit. Die Wirtschaftssysteme in Ost und West waren einfach zu unterschiedlich, da hilft auch politischer Wille nichts.

Standard- und Durchschnittsrente

Der Standardrentner ist das eine, der Durchschnittsrentner ist das andere. Denn, viele westdeutsche Männer haben keine durchgängige Berufsbiografie – und das gilt noch weit mehr für westdeutsche Frauen, die jahrelang zu Hause blieben, um die Kinder zu betreuen. Im Osten hingegen gab es Krippen, so dass ostdeutsche Frauen durchgängig arbeiten gingen. Das wirkt sich im Alter aus: Im Westen verfügen Rentnerinnen im Schnitt über sage-und-schreibe 512 Euro monatlich, ihre Landsmänninnen im Osten beziehen im Schnitt 755 Euro Rente. Wohlgemerkt, das sind alles Durchschnittswerte.

512 Euro im Monat

Klar, eine Rentnerin mit 512 Euro monatlich kann davon nicht leben. Oft bezieht diese Frauen noch zusätzliche Einkünfte in Form von Witwenrente.

Soviel fürs Erste über Eck- und Durchschnittsrentner. Das durchschnittliche Einkommen von Rentnerhaushalten sieht noch mal anders aus. Doch davon später …

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

One Comment

  1. […] bekommen für die ersten drei Jahre nach der Geburt des Kindes Erziehungszeiten anerkannt – als Pflichtbeitrag. Dafür wird ein durchschnittlicher Verdienst […]

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