Last Updated on 22. September 2020 by Helmut Achatz

Aktien im Alter? Warum nicht! Wir leben heute im Schnitt deutlich länger und können es uns leisten, auch im Alter auf Aktien zu setzen, denn andere Anlagen sind leider ein Verlustgeschäft. Allerdings kommt es beim Investieren auf breite Streuung an.

In Aktien investieren?

Wer in Aktien investiert, der weiß, dass Kurse schwanken können. Bei einem Anlagehorizont von 15, 20 oder gar 30 Jahren können sich Anleger beruhigt zurücklehnen, denn bezogen auf diese langen Zeiträumen notieren Aktien immer im Plus. Statistiken belegen das. Wer es nicht glauben will, muss sich nur das Dax-Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts ansehen. Noch besser als der Dax haben sich jedoch der MDax und der Weltindex MSCI World entwickelt. Mit einem börsengehandelten Indexfonds, auch kurz ETF genannt, sind Anleger dank breiter Streuung auf der Gewinnerseite. Für den Vermögenserhalt sind Aktien alternativlos.

Berücksichtigt man etwa die Entwicklung im Jahr 2020, als der DAX, der deutsche Aktenindex, von über 13 000 Zähler unter 8500 Punkte abstürzte und dann wieder über 12 000 Punkte kletterte, und das innerhalb weniger Monate, so wird schnell klar, dass sich der Aktienmarkt immer wieder erholt. Am Ende ist es oft nur eine Frage der Zeit.

Was heißt das jetzt für Rentner, die in Aktien investieren wollen? Ab einem gewissen Alter ist es ausgesprochen schwierig, zehn bis 15 Jahre einzuplanen – mitunter ist der Erfolg der Anlage nicht mit der durchschnittlichen Lebenserwartung vereinbar. Daher ist es ratsam, sich im Vorfeld an die alte Formel zu halten: 100 minus des Alters ergibt den Prozentsatz, der in Aktien investiert werden soll – mit 70 Jahren ist es daher ratsam, 30 Prozent seines Vermögens in Aktien investiert zu haben. Mit 40 Jahren können es noch 60 Prozent sein. Wer hingegen 20 Jahre alt ist, kann 80 Prozent des Vermögens in Aktien pumpen.

Was passiert nach dem Ende?

Wichtig ist, dass wir uns noch zu Lebzeiten die Frage stellen, was mit dem Vermögen passiert, wenn wir für immer die Augen schließen. Wird das Geld den Hinterbliebenen ausbezahlt oder wird die gesamte Anlage überschrieben?

Kennen die Angehörigen die Zugangsdaten? Wissen sie, bei welcher Bank das Depot liegt? Wie sieht es mit Vorsorgevollmacht & Co. aus?  Wie wichtig die entsprechende Vorsorge für den Fall der Fälle ist, wird gerne verdrängt. Ein besonderer Fall sind Investments in Kryptowährung. Wer über Exchanges in Kryptowährungen investiert, sollte unbedingt die Zugangsdaten so notieren, dass auch Angehörige im Notfall darauf zugreifen können, da das Geld direkt über die Wallet der Börsen aufbewahrt wird.

Finger weg vom Sparbuch

Klingt kompliziert, ist kompliziert – Sparbücher, Kapitallebensversicherungen oder Tagesgeld sind aber keine Alternative. Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) – hat derartige Produkte absolut unattraktiv werden lassen. Sie sind nur interessant, um Liquiditätsreserven aufzubewahren.

Wer hingegen sein Vermögen erhalten will, der sollte lieber in Richtung Aktien und Indexfonds blicken; wer etwas riskieren will und kann, versucht sein Glück mit Bitcoin & Co. Wichtig ist, dass hier vor allem nur Geld eingesetzt wird, das zur freien Verfügung steht. Also bei Kryptowährung nur kleine Beträge einsetzen. Einige haben im Kryptomarkt schon satte Gewinne eingefahren.

Finger weg auch von Verträgen, die 20 Jahre und länger laufen. Wer 70 Jahre alt ist, sollte nicht davon ausgehen, das Vertragslaufzeitende zu erleben.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

3 Comments

  1. […] Aktien im Alter? Unserer Kanzlerin würde sagen: Alternativlos! Denn andere Anlagen sind leider häufig inflationsbereinigt ein Verlustgeschäft >>> Bis zu welchem Alter in Aktien investieren? […]

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  2. Hätte man damals 10 Bitcoins für 100 Euro pro Stück also 1000 Euro gekauft, dann wären diese jetzt fast 90 000 Euro wert……das Risiko bei BTC ist geringer als das Potential…..

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  3. Kryptowährungen zieht man am Besten von der Börse ab und verwahrt sie in einem cold wallet zu Hause. Dann muss nur der private key den Angehöhrigen vererbt werden und sie können auf die Sachwerte zugreifen…dafür braucht man nicht einmal einen Notar und das Finanzamt bekommt auch nichts mit.

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