Die Deutschen werden immer älter. Im Jahr 2060 wird jeder dritte Deutsche 65 Jahre und älter sein – medizinischer Fortschritt und gute ärztliche Versorgung machen’s möglich. Die Medikamenteneinnahme steigt. Aber wie wirken Medikamente im Alter?

Diabetes, Bluthochdruck, Arthrose – im Alter zwickt es mal hier, mal da. Vor allem müssen wir Alten uns mit chronischen Krankheiten auseinandersetzen. Ob wir es wollen oder nicht, bedeutet das für viele, regelmäßig Medikamente zu nehmen. Hat aber schon mal einer gefragt, wie der Körper Arzneimittel im Alter verträgt? Zumindest anders als in jungen Jahren.  Bei der Einnahme von Medikamenten ist einiges zu beachten.

Bei einem 30 Jahre alten und 70 Kilo schweren Mann wirkt ein Medikament anders als bei einem 60 Jahre alten und 70 Kilo schweren Mann – trotz gleicher Dosierung. Denn im höheren Alter können Arzneimittel stärker oder schwächer anschlagen.

Geringe Aufnahmegeschwindigkeit

Mit zunehmendem Alter arbeitet der Magen langsamer. Das heißt, er bewegt sich nicht mehr so schnell, wodurch die Medikamente langsamer in den Darm gelangen. Das führt dazu, dass sich die Wirkung mancher Medikamente erst später entfaltet. Aus diesem Grund verschreiben manche Ärzte Medikamente in Form von Zäpfchen, Injektionen oder Tropfen anstelle von Tabletten. Mit diesen Darreichungsformen gelangen die Wirkstoffe schneller ins Blut.

Geringer Wasser-, erhöhter Fettanteil

Auch die Wasser-Fett-Verteilung im Körper spielt eine Rolle. Mit zunehmendem Alter nimmt der Wasseranteil um zehn bis 20 Prozent ab – der Fettanteil hingegen steigt, und das hat Konsequenzen: Fettlösliche Medikamente wirken deutlich länger. Schließlich ist mehr Fett im Organismus, in dem sie sich lösen können. Daher ist es besonders wichtig, immer ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Über den Tag verteilt sind mindestens zwei Liter Wasser empfehlenswert.

Verminderte Organfunktion

Bei vielen Menschen nimmt die Funktion von Leber und Niere im Alter ab. Beide Organe sind aber unter anderem für den Abbau von Medikamenten und die Ausscheidung von Rückständen zuständig. Wenn dann noch eine Herzschwäche hinzukommt, werden außerdem die Organe nicht mehr so gut durchblutet. Auch gefäßschädigende Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes sorgen dafür, dass der Stoffwechsel verlangsamt abläuft und die Ausscheidung verzögert ist. Das wiederum führt dazu, dass die Wirkung von verschiedenen Arzneimitteln verstärkt, vermindert, verzögert oder verlängert sein kann. Besonders fatal wäre eine Überdosierung, die zu einer Vergiftung führen kann. Daher ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt immer genau über die Funktion von Nieren, Herz und Leber informiert ist und so die geeignete Dosis der Medikamente verschreiben kann. Der Patient sollte diese immer genau einhalten.

Rezeptfreie Medikamente – Vorsicht!

Die veränderte Wirkung von Medikamenten im Alter verlangt natürlich nicht, dass Menschen ab einem bestimmten Alter auf Arzneimittel verzichten sollen, schließlich lindern sie nicht nur Schmerzen und Leiden, sondern verlängern oft auch das Leben. Allerdings handelt es sich hierbei oft um verschreibungspflichtige Arzneimittel, deren Einnahme die Mediziner regelmäßig kontrollieren können.

Es gibt aber auch viele Medikamente, die ohne Rezept erhältlich sind – zum Beispiel Schmerzmittel. Diese werden gern und häufig eingesetzt, sei es bei Kopfschmerzen oder Rückenleiden. Mittlerweile kann unter anderem Ibuprofen problemlos bequem per Mausklick bestellt werden. Das Schmerzmittel gehört zu den Medikamenten, die in der richtigen Dosierung unbedenklich sind. Allerdings sollten Menschen ab 60 Jahren das Mittel nicht länger als sieben Tage am Stück zu sich nehmen und die Tagesdosis von 3 x 400 Milligramm nicht überschreiten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich immer noch mit dem behandelnden Arzt absprechen.

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Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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