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Die Eltern sterben und hinterlassen eine Menge Zeug, darunter Reisemitbringsel, Kaffeeservice, Dosen, Bücher – und niemand will die vermeintlich wertvollen Besitztümer, nicht mal die Kinder. Was mit dem ganzen Zeug anfangen?

Mutter stirbt oder ein Onkel – und wir müssen uns um die Haushaltsauflösung kümmern. In der Zwei- oder Drei-Zimmerwohnung türmen sich die Preziosen aus längst vergangener Zeit. Aber wer will das Zeug? Okay, vielleicht ist das etwas übertrieben, aber das, was Onkel Heinz und Tante Liesbeth während 60 oder gar 70 Jahren angesammelt haben, ist entweder nicht mehr zu gebrauchen, altmodisch, angeschlagen oder passt schlicht nicht mehr in unsere Zeit.

Was tun mit dem ganzen Zeug?

Was tun? Das klingt jetzt vielleicht morbide, aber vielleicht solltet ihr euch schon mal Gedanken machen, was ihr mit den Möbeln, Chinavasen, Kristallgläsern und dem anderen Nippes anfangen wollt, wenn der traurige Tag kommt.

Sollen wir die Erbstücke nur deswegen im eigenen Haus stapeln, weil Mutter so ihnen hing? Heißt das nicht gleichzeitig, auf morgen verzichten? Verstellen wir uns nicht den Weg nach vorn? Mal ehrlich, der alte Mahagonitisch von Großtante Luise ist nahezu wertlos. Und wer glaubt, er hebt das gute Stück für die Kinder oder Enkel auf, erlebt wahrscheinlich eine unvergnügliche Überraschung, wenn er sie fragt.

Matratze per Internet bestellt

Junge Paar wollen sich selbst einrichten. Wer in die Runde fragt, dürfte erstaunt über die Antworten sein. Sie wollen nichts von den unseren Sachen. Sie sind mit Ikea aufgewachsen, bestellen die Matratze übers Internet, hängen das Rennrad an die Wand. Minimalismus ist für sie kein Fremdwort, anders als für uns Babyboomer. Sie richten sich eher spartanisch ein und bauen zu Gegenständen weniger emotionale Bindungen auf als wir. Bücherwand? Wozu! CD-Sammlung? Hey! Wozu gibt es Streamingdienste. Wenn wir Glück haben, verkaufen wir ein paar Bücher auf dem Bücherflohmarkt oder wir verschenken sie.

Vielleicht findet das eine oder andere Stück bei „Bares für Rares“ einen wohlwollenden Antiquitätenhändler. Flohmärkte sind mittlerweile zugeschüttet mit unverkäuflichen Erbstücken. Vielleicht lässt sich noch was über Ebay verkaufen, aber das kann ebenfalls enttäuschend sein. Wer einen Haushalt auflösen muss, kann froh sein, wenn er noch etwas für die Erbstücke bekommt, meist müssen die Angehörigen eher für den Service zahlen. Pro Zimmer kommen schnell einige Hundert Euro zusammen. Das Geschäft scheint zu boomen, denn wer nach „Entrümpelung“ googlet, findet seitenweise Angebote.

7 Tipps fürs Entrümpeln

  1. Mit den Eltern oder Verwandten reden – welche Geschichte steckt hinter den Dingen?
  2. Nehmt euch Zeit, einen Käufer zu finden – wer etwas Zeit mitbringt, findet einen Käufer.
  3. Googlen kann nicht schaden – recherchiert, ob es einen Markt gibt für die Erbstücke.
  4. Lasse den Schmuck schätzen – kann sein, dass genau der Ring oder die Kette gefragt ist.
  5. Vielleicht nimmt ein Laden einige Stücke in Kommission – oder eine Entrümpelungsfirma.
  6. Finde jemand, der die Stücke brauchen kann – und gib sie günstig ab.
  7. Bereite dich auf Enttäuschungen vor – wir Babyboomer sind viele, von denen einige ihr Zeug loswerden wollen.
Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Challenge von Nadine Becker, die zu „28 Days of Blogging“ aufgerufen hat. Das heißt, 28 Tage im Februar jeden Tag einen Blog-Post zu schreiben. Alle Blogger, die mitmachen, verlinken ihre Beiträge auf Facebook in der Gruppe 28 Days of Blogging, bei Pinterest und Instagram. Bin selbst gespannt, ob ich das in letzter Konsequenz durchhalte.  Also, bleibt neugierig – wo immer ihr auch mitlest und haltet Ausschau nach #28daysofblogging .

Wer noch alles mitmacht bei #28DaysofBlogging:

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

6 Comments

  1. Verschenken oder spenden (an die, die es auch wirklich wollen) bringt zwar nichts für die eigene Geldbörse, aber macht meistens jede Menge gute Laune – sowohl bei den Schenkern und Beschenkt-Werdenden. Wem dazu ein paar Ideen fehlen: https://www.wohindamit.org/

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    1. Danke für den Hinweis 😉

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  2. Bei uns sind Flohmärkte für so etwas auch sehr beliebt, dort findet man immer hübsche Sachen. Das ein oder andere habe ich bei meiner Oma schon ins Auge gefasst, wenn sie mal von dieser Welt geht. Sind hübsche Teile, die dann einen Ehrenplatz erhalten. LG Romy

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  3. Danke, für den sehr realistischen Artikel.

    Meine Mutter (82 J.) versucht immer wieder das ein oder andere Stück zu verschenken, das aber jetzt schon keiner will.

    In der Nachbarschaft werden die Reihenhäuser entweder mit kompletten Innenleben (Möbel, Foto, Rechnungen, Kleidung etc.) verkauft oder es kommt gleich der Entrümpler.

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    1. Danke für den erhellenden Kommentar. Ich habe mittlerweile zwei Mal erlebt, wie ein Hausstand aufgelöst werden musste. Deswegen der Artikel 😉

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  4. Für Sachen die man nicht mehr braucht bietet sich der Flohmarkt an. Wenn es mit dem Flohmarkt nicht funktioniert hilft oft die Caritas. Alte Dinge müssen entsorgt werden. Es fragt sich nur wie. Oft geschieht es daß die jungen Leute die heute das Erbe ihrer Großeltern als Kitsch ablehnen morgen auf einem Flohmarkt in Paris oder London das Erbe von fremden Leuten aufkaufen. Da fällt mir noch das Internet ein. Ein Bekannter sagte mir er könne alles bei ebay verhökern. Wahrscheinlich ist das immer noch besser als wie alles auf den Müll zu werfen.

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