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Kein Auskommen mit dem Einkommen – die Rente reicht für viele Deutsche, vor allem in den Großstädten mit ihren steigenden Mieten, vorn und hinten nicht aus. Wie wäre es denn mit einem Ortswechsel? Warum nicht auch in ein anderes Land?
Reicht die Rente nicht zum Leben, besonders in teuren Großstädten? Sie sind nicht allein! Für viele Deutsche ist die finanzielle Lage im Ruhestand, verstärkt durch die steigende Inflation, eine große Herausforderung. Doch was, wenn ein Ortswechsel die Lösung wäre?
Auswandern im Ruhestand – eine echte Alternative?
Während die Durchschnittsrente in Deutschland oft nur für das Nötigste reicht, bietet das Ausland viele lebenswerte Orte, wo Ihre Rente deutlich mehr Kaufkraft und Lebensqualität ermöglicht.
Wichtiger Hinweis
Informieren Sie sich umfassend! Das Buch „Das Handbuch zur Rente im Ausland“ von Rainer Hellstern (2. aktualisierte Auflage) gilt als „Bibel“ für auswanderungswillige Rentner. Es beleuchtet die Gründe für die Auswanderung, die Feinheiten des deutschen Sozialversicherungsrechts und den Geldtransfer ins Ausland. Besonders für Länder wie 🇹🇭 Thailand gibt es wichtige Hinweise. Hellstern warnt eindringlich: Die Realität hält nicht immer, was Träume versprechen. Seien Sie vorsichtig bei Fremden und besonders beim Immobilienkauf!
Beliebte Ziele für Rentner mit kleiner Rente:
- 🇵🇱 Polen: Wer nah an der Heimat bleiben möchte, findet in Polen reizvolle Landschaften und deutlich niedrigere Lebenshaltungskosten, inklusive Mieten. Die medizinische Versorgung ist gut, besonders mit einer privaten Zusatzversicherung.
- 🇵🇹 Portugal: Sonne, Strand und mediterranes Klima machen Portugals Süden attraktiv. Abseits der Touristenhochburgen in Fischerdörfern oder Kleinstädten lässt es sich mit kleiner Rente gut leben. Eine etablierte Einwanderergemeinschaft erleichtert die Eingewöhnung, und die medizinische Versorgung ist hervorragend und preiswert. Das langjährige Steuerprivileg (NHR-Status) für Neuzugezogene wurde beendet. Wer heute neu nach Portugal auswandert, zahlt auf ausländische Renten die reguläre portugiesische Einkommensteuer. Dennoch bleibt Portugal wegen des Klimas und moderater Lebenshaltungskosten abseits der Ballungsräume attraktiv.
- 🇬🇷 Kreta (Griechenland): Sie lieben Wärme? Auf Kreta können Sie schon mit unter 1.000 Euro pro Person gut leben. Die griechische Insel lockt mit kristallklarem Wasser, Stränden, Gebirgen und Geschichte. Die Insel ist gut auf Ausländer eingestellt und bietet auch deutsche Küche für Momente des Heimwehs. Der strahlende Sonnenschein vertreibt schnell Trübsal! Neben Sonne und geringen Heizkosten lockt Griechenland Rentner mit einem echten Steuervorteil: Wer seinen Hauptwohnsitz dorthin verlegt, zahlt auf Antrag für bis zu 15 Jahre eine Pauschalsteuer von lediglich 7 Prozent auf ausländische Renteneinkünfte.
Griechenland wirbt aktiv um deutsche Rentner!
Der griechische Tourismusminister Vassilis Kikilias wirbt gezielt um deutsche Rentner. Er verspricht Heizkostenersparnis im Herbst und Winter sowie Steuervorteile bei dauerhaftem Umzug. Panagiotis Simandirakis, Bürgermeister von Chania auf Kreta, betont, dass Kreta ideal ist, um die Energiekrise zu überstehen, da dort kaum Heizung benötigt wird.
Mehr dazu im Video:
Die Auswanderer – Zum Ruhestand nach Griechenland | SWR Doku
- 🇲🇽 Mexiko: Für Abenteuerlustige bietet Mexiko einen sonnenverwöhnten Lebensabend am Strand. Mazatlán lockt mit Traumstränden, einem historischen Stadtkern, dem größten Hafen des Landes und subtropischem Klima.
- 🇫🇷 Frankreich: Wem Mexiko zu weit ist, findet in Frankreich erschwingliche Regionen abseits der teuren Provence. Okzitanien, die Grenzprovinz zu Spanien, bietet charmante Dörfer und Kleinstädte mit französischer Lebensart und niedrigen Preisen. Auch die Alpenstadt Annecy nahe der Schweizer Grenze ist eine Option, die Kultur, Geschichte und Natur pur verbindet.
Wussten Sie schon? Die meisten ausgewanderten deutschen Rentner leben in der Schweiz, gefolgt von den USA, Österreich, Spanien und Frankreich.
Seit 2022 hat sich einiges geändert
Die jüngste Auflage von Hellsterns Buch stammt von 2022. Seitdem hat sich einiges geändert. Die Grundprinzipien sind weiterhin gültig. Es gibt jedoch einige wichtige Entwicklungen, die seitdem beachtet werden sollten:
1. Rentenbesteuerung wurde weiter verschärft
Der steuerpflichtige Anteil der gesetzlichen Rente steigt für neue Rentnerjahrgänge weiter an. Wer erst nach 2022 in Rente gegangen ist, hat einen höheren steuerpflichtigen Rentenanteil als frühere Jahrgänge.
2. Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) bleiben entscheidend
Für Auslandsrentner ist heute mehr denn je das jeweilige DBA zwischen Deutschland und dem Wohnsitzstaat ausschlaggebend. Je nach Land kann die deutsche Rente:
- nur in Deutschland,
- nur im Wohnsitzstaat oder
- in beiden Staaten mit Anrechnungsmöglichkeiten
besteuert werden. Besonders beliebt bei deutschen Rentnern sind weiterhin Spanien, Frankreich, Österreich, die Schweiz und Thailand, die jeweils unterschiedliche Steuerregelungen haben.
3. Krankenversicherung im Ausland
Innerhalb der EU, des EWR und der Schweiz ist die Absicherung über die deutsche Krankenversicherung weiterhin relativ unkompliziert. Außerhalb Europas hängt vieles von Sozialversicherungsabkommen und privaten Zusatzversicherungen ab.
4. Digitalisierung der Rentenverwaltung
Die Deutsche Rentenversicherung hat ihre Online-Angebote deutlich ausgebaut. Viele Anträge und Nachweise können inzwischen elektronisch übermittelt werden.
5. Lebensbescheinigung und Nachweispflichten
Auslandsrentner müssen weiterhin regelmäßig nachweisen, dass sie leben. Die Verfahren wurden teilweise vereinfacht und digitalisiert, die Pflicht besteht aber nach wie vor.
6. Neue Rentenerhöhungen
Seit 2022 gab es mehrere Rentenanpassungen. Dadurch sind viele Rentner erstmals steuerpflichtig geworden oder müssen eine Steuererklärung abgeben, obwohl sie dies früher nicht mussten.
Lohnt sich das Buch heute noch?
Ja, als Einstieg durchaus. Die Themen Rentenzahlung ins Ausland, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Visafragen und Ländervergleiche sind nach wie vor relevant. Für die aktuellen Steuerregeln 2025/2026 sollten Sie die Angaben jedoch mit den neuesten Informationen der Deutschen Rentenversicherung und des Bundeszentralamts für Steuern abgleichen.
Falls Sie ein konkretes Zielland nennen (z. B. Spanien, Portugal, Thailand oder Österreich), kann ich Ihnen die wichtigsten Änderungen seit 2022 für dieses Land zusammenstellen.
Bleiben Sie auf dem Laufenden!
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7 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Lieber Helmut, zu Deinen Rentner-Wohnsitz-Zielen würde ich überall gern hin fahren, a b e r , wie sieht es dort mit der ärztlichen Betreuung und Krankenhäusern aus? Das könnte sicher viele, die in unserem Alter „Vorerkrankungen“ haben oder chronische Krankheiten, daran hindern. – Leider… (!)
Lieber Erwin, das ist in der Tat ein Problem. Vielleicht ist ein Mix Ausland/Deutschland ideal.
Lieber Helmut, wenn ich für jeden Facharzt Besuch pendeln muss, ist der Ort nichts mehr für die kleine Rente. Infrastruktur vor Ort ist unbedingt in die Berechnung zu integrieren. Ebenso sind oft Renten unterhalb einer mindest Untergrenze zu versteuern von ersten Euro an. Das ist in Portugal und in Griechenland so. Arme Leute wollen die so da von abhalten zu kommen.
Ich habe noch einen Tipp: Das Buch https://www.auswandern-handbuch.de/handbuch-rente-im-ausland/ Handbuch Rente im Ausland ist in aktualisierte Auflage erschienen. Darin sind viele wichtige Hinweise enthalten. Kann ich sehr empfehlen.
Liebe Ruth,
das ist auch der Grund, warum einigen dann auch wieder nach Deutschland zurückkehren. Ich habe Bekannte, die sind nach Italien gezogen, haben aber noch eine Anlaufstelle in Deutschland, genau aus diesem Grund. Wer vorhat, ins Ausland zu ziehen, sollte sich vorher genau informieren und am besten wenige Wochen auf Probe umziehen.
[…] oder günstiger als in Deutschland? Beides geht, denn Deutschland liegt bezogen auf die Lebenshaltungskosten etwa in der Mitte zwischen Norwegen und Bulgarien. So richtig günstig ist es im Südosten Europas […]
Ich hatte bereits Malta empfohlen. Seit 2013 wohne ich in Malta. Die Gesundheitsversorgung ist genau so gut wie in Deutschland und vieles ist billiger als in Deutschland. Der gesamte Nahverkehr ist kostenlos und auch die Faehrverbindung. Auf jeden Fall empfehle ich erst einmal Urlaub zu machen bevor man sich dort ansiedelt. Englische oder italienische Sprachkenntnisse sind auf jeden Fall erforderlich. Es muss auch eine Liebe zum Linksfahren vorhanden sein denn Malta war frueher eine britische Kolonie.