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Der Urlaub mit dem Wohnmobil ist ganz groß im Trend: In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der Zulassungen laut ADAC um ganze 46 Prozent an. Doch im Herbst geht die Wohnmobil-Saison zu Ende. Wohin also mit dem Wohnmobil? Auf der Straße stehen lassen? Keine gute Idee. Aber wohin mit dem Wohnmobil?

1. Campen geht auch im Winter!

Warum das Wohnmobil nicht weiter nutzen?  Die Branche hat sich einiges einfallen lassen, so dass moderne Fahrzeuge häufig auch für nasskalte und frostige Temperaturen gewappnet sind. Marc Dreckmeier vom Caravaning Industrie Verband (CIVD) erklärt gegenüber der Nordwest-Zeitung: „Viele Fahrzeuge sind für einen Ganzjahresbetrieb ausgerüstet, verfügen also über eine gute Heiztechnik und sind auch entsprechend isoliert.“ Allerdings trifft das nicht auf jedes Modell zu – Schwachpunkte sind oftmals die Fenster, die bei vielen Fahrzeugen nur unzureichend isoliert seien. Dementsprechend muss der Wohnmobilist einen höheren Gasverbrauch für das Beheizen einplanen. Der CIVD empfiehlt ein Zweiflaschensystem mit Umschaltautomatik und schätzt den täglichen Verbrauch auf etwa drei Kilo Gas pro Tag. Zudem ist die Art des Gases wichtig: Unter fünf Grad sollte man Propan- statt Butangas verwenden. Zusätzliche Heiz- und Isolierlösungen wie Thermo- und Heizmatten sind ebenfalls hilfreich. Neben der Temperatur muss man den Wagen auch im Allgemeinen wintertauglich machen: Winterreifen, gegebenenfalls Schneekette, Frostschutz und das Überprüfen der Batterie sollte auf der To-Do-List eines jeden Wintercampers stehen.

2. Vermieten – und Stillstand vermeiden

Wie gesagt, das Wohnmobil einfach abzustellen, ist keine Option. Warum nicht das Wohnmobil einfach vermieten? Vielleicht möchte jemand im Bekanntenkreis den Winter über im warmen Italien oder an der Côte d’Azur verbringen und sucht ein passendes Reisemobil? Falls nicht, kann der Wohnmobilist das Fahrzeug auch im Netz zum Mieten anbieten. Dass sich das lohnen kann, zeigt schon ein beispielhafter Blick in das Angebot von Campanda: Die aufgeführten Wohnmobile sind von den Vermietern kostenlos auf der Plattform gelistet worden und liegen preislich zwischen 20 und über 100 Euro pro Nacht – je nach Ausstattung und Zustand. Ein Vermieter zahlt erst eine anteilige Gebühr, wenn er Einnahmen durch die Vermietung generiert.

3. Was beachten beim Einwintern?

Wer sein Wohnmobil nicht vermieten kann und auch nichts von Wintercamping hält, der sollte es am besten einwintern. Doch das ist leichter gesagt als getan: Zu beachten ist neben einer gründlichen Reinigung auch das regelmäßige Lüften, das fachgerechte Einwintern der Bordbatterie, das Leeren der Wasseranlage wie auch das Schließen von allen Gashähnen und -flaschen und dem Kamin. Das Magazin „Caravaning“ empfiehlt darüber hinaus, die Handbremse zu lösen, den Lack mit Wachs zu konservieren und die Reifen durch einen um 0,5 Bar erhöhten Luftdruck sowie durch das Anheben mittels Kurbelstützen zu entlasten.

Das beste Winterquartier sind Carports oder Garagen. Wer aber kein geeignetes Winterquartier hat, fragt beim Händler nach: Viele Anbieter geben Tipps für gute Stellmöglichkeiten oder bieten sogar selbst entsprechende Plätze an. Eines ist absolut tabu: Sein abgemeldetes Wohnmobil auf der Straße zu parken! Auch ein angemeldetes Fahrzeug darf nur maximal zwei Wochen an einem Ort stehen. Alternativ kann der Wohnmobilist auch den Garten nutzen. Aus versicherungstechnischen Gründen ist ein umfriedetes Gelände mit einem Zaun die beste Wahl. Notfalls reicht laut „Caravaning“-Magazin aber auch eine Kette mit Schloss.

 

Bildrechte: Flickr Vinterdag Arne Hjorth Johansen CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

2 Comments

  1. […] ließe sich einwenden, dass auch ein Urlaub im Wohnmobil Spaß macht, Wohnmobilisten müssen allerdings mit etwas weniger Komfort, Kunst und Kulinarik begnügen. […]

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  2. Mir hat ein Bekannter erzählt, der stolzer Eigentümer eines Caravan ist daß er sein Fahrzeug immer im Süden überwintern läßt. Mal ist das ein Campingplatz auf Sizilien, mal auf Korsika und mal im Süden von Spanien. Dann wird anschließend heim geflogen und der Wohnwagen auch wieder zwischenzeitlich besucht
    Das heißt von November bis Mai ist sein Wohnwagen außer Landes. Danach wird wieder die Heimreise angetreten um das Fahrzeug in heimischen Gefilden und im Norden Europas zu benutzen. Während des Aufenthaltes in Spanien oder Sizilien vermietet er das Fahrzeug gelegentlich an gute Freunde und Bekannte.

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