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Früher in Rente? Machbar. Wie aber kann ich früher in Rente gehen? Allerdings ist es nicht ganz so einfach – so kommt es vielen vor, wenn sie Antworten auf die Frage suchen, wann sie denn in Rente gehen können und was sie dann erhalten. Ihnen muss der Kopf schwirren bei Begriffen wie Regelaltersgrenze, Altersrente für besonders langjährige Versicherte, Altersrente für langjährige Versicherte, Altersrente für schwerbehinderte Menschen, Altersrente nach Altersteilzeit und wegen Arbeitslosigkeit, Altersrente für Frauen – regulär, vorzeitig und mit Abschlag.

Seit Januar 2012 hat der schrittweise Einstieg in die Rente mit 67 begonnen. Das bedeutet für die Jahrgänge ab 1947, dass sie regulär nicht mehr mit 65 Jahren in Rente gehen können, ohne Abschläge hinnehmen zu müssen, sondern erst ein Monat später, zwei Monate, drei, vier oder fünf. Das gilt nicht für Frauen der Geburtsjahrgänge 1947 bis 1951. Dann gibt es Sonderregelungen für lang- und besonders langjährig Beschäftigte. Schließlich werden Schwerbehinderte wieder anders behandelt.

Wer soll sich da noch auskenne. Die R+V Versicherung der Raiffeisen- und Volksbanken hat  eine detaillierte Checkliste zusammengestellt, die alle diese Fälle auflistet.

Hier geht’s zum Link: altersrentenbezug_ab_1947 2

Die R+V verweist indes auch auf die Möglichkeiten, früher aus dem Berufsleben auszusteigen. Das geht mit

  • Vorruhestands
  • Altersteilzeit
  • Lebensarbeitszeitkonto
    … wenn denn der Arbeitgeber mitspielt, was meist nicht der Fall ist.
Früher in Rente - so geht’s , aus Volle Kanne vom 12. Dezember 2016 Quelle: ZDF

Früher in Rente – so geht’s , aus Volle Kanne vom 12. Dezember 2016 Quelle: ZDF

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann gibt es noch den Fall, dass Hartz-IV-Bezieher sogar zwangsweise in Rente geschickt werden. Das ist laut Gerichtsurteil rechtens, aber nicht richtig, wie der Paritätische Wohlfahrtsverband jetzt anmerkte:

„Das Urteil müssen wir mit großer Bestürzung zur Kenntnis nehmen. Doch nicht alles, was rechtens ist, ist auch richtig. Die Zwangsfrühverrentung von Hartz-IV-Beziehern ist rücksichtslos und kurzsichtig. Um die Sozialkassen kurzfristig zu entlasten, werden Menschen in die Altersarmut genötigt. Dauerhafte Rentenabschläge von leicht 7,2 und mehr Prozent lassen viele der Betroffenen auf direktem Weg in die Altersgrundsicherung rutschen. Die Verurteilung zu Altersarmut bis ans Lebensende stellt eine völlig unverhältnismäßige Härte dar. Nach unseren Schätzungen werden in den nächsten zwei Jahren rund 140.000 Hartz-IV-Bezieher von der Zwangsverrentung bedroht sein. Wir fordern die Bundesregierung auf, die Möglichkeit der Zwangsverrentung vollständig abzuschaffen.“

Dass das ein Problem ist, lässt sich an einer aktuellen Meldung aus Rheinland-Pfalz ablesen. Dem Statistischen Bundesamt in Bad Ems zufolge bekommen immer mehr Menschen in Rheinland-Pfalz vom Staat Hilfe zum Lebensunterhalt. Ihre Zahl sei seit dem Jahr 2010 um fast ein Viertel gestiegen, so die Behörde. Ende 2014 waren es rund 15 600 hilfsbedürftige Menschen oder knapp 0,4 Prozent der Einwohner. Im Durchschnitt waren sie 53 Jahre alt. Anspruch auf diese Sozialleistung haben unter anderem Vorruheständler mit niedriger Rente, längerfristig Erkrankte und behinderte Menschen.

So oder so, gibt es einiges zu beachten, wer früher in Rente gehen will oder muss.

 

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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