Frührentner dürfen bald unbegrenzt hinzuverdienen

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Wer vor Corona früher in Rente ging und nebenbei noch hinzuverdiente, war gekniffen. Das hat sich geändert – und soll auch 2023 so bleiben. Vermutlich dürfen Frührentner auch 2023 bis 46.060 Euro hinzuverdienen.

Vor Corona war es meist keine gute Idee, als Frührentner allzu viel hinzuzuverdienen. Die Hinzuverdienstgrenze war bei 6.300 Euro gedeckelt. Wer mehr hinzuverdiente, musste Rentenabschläge in Kauf nehmen. Wer vor dem Regelrentenalter in Rente ging, durfte bis 2021 pro Jahr nur 6.300 (525 monatlich) Euro unbeschadet hinzuverdienen. Mit Corona hat sich das geändert: 2021 – und 2022 – galt und gilt eine Hinzuverdienstgrenze von 46.060 Euro (3.838,33 monatlich). 2023 wird diese Hinzuverdienstgrenze wohl nicht wieder auf 6.300 Euro abgesenkt.

Frührentner dürfen mehr hinzuverdienen

Wie „finanzen.de“ schreibt, soll 2023 die Hinzuverdienstgrenze sogar komplett fallen. „2023 wäre diese Sonderregelung ausgelaufen, sodass es zu deutlichen Einschränkungen beim Hinzuverdienst gekommen wäre“, so das Internetportal. „In einem Referentenentwurf eines Achten Gesetzes zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze sah die Bundesregierung daher vor, die Hinzuverdienstgrenze dauerhaft zu dynamisieren und an die Bezugsgröße zu koppeln“, heißt es weiter. Nun sei mit einem neuen Entwurf aus dem Bundesarbeitsministerium sogar geplant, dass die Hinzuverdienstgrenze für Frührentner ab 2023 komplett fallen soll.

Rentner können ab 2023 grenzenlos dazuverdienen

Die Hinzuverdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten sind am 31.12.2022 um 24.00 Uhr Geschichte. Quelle: rentenbescheid24.de

Großzügige Hinzuverdienstgrenze

Hintergedanke für die Änderung war, dass durch diese großzügige Hinzuverdienstgrenze sich vielleicht der eine oder andere Frührentner aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich animiert fühlt, wieder in seinen früheren Beruf zurückzukehren, um so den Notstand auf den Stationen oder im Pflegeheim zu lindern. Da die Folgen der Corona-Pandemie noch längst nicht behoben sind, vor allem, was die Personalnot im Gesundheits- und Pflegebereich betrifft, war zu erwarten, dass die Regelung auch 2023 weiter gilt. Offiziell liest sich das auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales so: „Wer bei vorgezogener Altersrente in dieser Zeit seine Arbeitskraft weiterhin zur Verfügung stellen möchte, soll daran nicht durch mögliche Nachteile gehindert werden. Deshalb soll die Hinzuverdienstgrenze auch für das Jahr 2022 auf 46.060 Euro angehoben werden.“ Der Ukraine-Krieg hat die Lage sogar noch verschärft, weswegen es aller Voraussicht nach zum kompletten Wegfall der Hinzuverdienstgrenze kommt.

Die Erhöhung von 6.300 auf 46.060 Euro – und demnächst der komplette Wegfall – ist schon erstaunlich. Wenn es dem Staat in den Kram passt, kann er ganz schnell Gesetze ändern.

„Welt“ zufolge lag die Erwerbstätigenquote 2020 bei den 55- bis 65-Jährigen bei mittlerweile 72 Prozent. Das ist deutlich mehr als im EU-Durchschnitt, denn der liegt lediglich 60 Prozent. Bei den 65- bis 69-Jährigen liege der Anteil immerhin in Deutschland bei 17 Prozent (EU: 15 Prozent).

Auch Krankenkasse will ihren Anteil

Wer im Ruhestand arbeitet und ein Einkommen aus selbständiger Arbeit erzielt, muss unter bestimmten Voraussetzungen Abgaben für die Krankenkasse abführen. Allerdings handhabt das jeder Dienstleister anders, und die Höhe des Hinzuverdienstes ist ebenfalls ausschlaggebend. Wer krankenversicherungspflichtig ist, zahlt auch immer in die Pflegeversicherung ein.

Das gilt so für gesetzlich Krankenversicherte, für die privat versicherten Rentnerinnen und Rentner ändert sich bei einer Selbständigkeit nichts. Hinsichtlich der Sozialabgaben werden allerdings alle berufstätigen Rentner und Rentnerinnen genauso behandelt wie Beschäftigte. Die Regelungen zur Sozialversicherungspflicht gelten also wie zuvor. Die Rentenversicherungspflicht wiederum ist etwas komplizierter gehandhabt, hier muss der Einzelfall (angestellt, selbständig, künstlerisch tätig, Frührente oder regulärer Renteneintritt) geprüft werden.

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Bild: iStock | dragana991

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Helmut Achatz

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