Warum Altenfilme populärer werden

Leben

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Alt und abgeschrieben – das war gestern. Wir 60plus-Generation zeigen’s den Jungen. Wir sind viele und wir sind aktiv. Das drückt sich auch im Kino aus. Altenfilme sind en vogue.

„60 und kein bisschen weise“, sang Curd Jürgens – und irgendwie hat er recht. Wir lassen uns auch im Alter zu Blödsinn hinreißen, denn „mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit 66 Jahren, da hat man Spaß dran …“, ergänzt Udo Jürgens. Das Alter hat noch einiges zu bieten. Wir sind plötzlich frei, können uns die aufgeschobenen Träume erfüllen. Dazu kommt, dass wir eine verdammt starke Alterskohorte sind, wir Babyboomer – beste Voraussetzung für ein eigenes Filmgenre.

Altenfilme groß in Mode

Mittlerweile entdecken die Regisseure diese Klientel und beleuchtet ihre Sorgen, Nöte, Träume. Das Kino reagiert auf die gesellschaftlichen Strömungen. Der demografische Wandel ist mittlerweile zu greifen – und das begreift die Filmbranche. Einige Movies sind schon über die Kinoleinwände geflimmert, mehr werden noch kommen.

Am 28. März 2019 beispielsweise ist der bundesweite Kinostart von „Gestorben wird morgen“. Der Dokumentarfilm von Susan Gluth beleuchtet das „Second Life“ in Sun City. Die meisten werden von dieser Alten-Insel in den USA schon mal gehört haben. Die Regisseurin sieht hinter die Kulissen. Spannend, was sie auf die Leinwand bringt.

Sun City für Silver Ager

Sun City ist offen ab 55 Jahren. Wer will, kann sich ein Häuschen kaufen oder zur Miete einziehen. Schulen und Kindergärten suchen Besucher natürlich vergeblich, denn hier leben nur Silver Ager. Kinder und Enkel, die zu Besuch kommen, müssen sich an die Regeln von Sun City halten. Arizona ist natürlich gut für die arthritischen Knochen, denn die Sonne scheint an 300 Tagen im Jahr, es ist trocken und warm bis heiß. Ärzte und Apotheken sind leicht zu erreichen – und auch sonst ist alles auf die Alten abgestellt.

Gestorben wird morgen

„Gestorben wird Morgen“ möchte, so die Regisseurin über den Film, das Thema Alter in die Gesellschaft bringen. Sie wollte einen Film machen, der mit positiven Anregungen zum Altern ermuntert – und das mit einem Augenzwinkern. Die Fertigstellung des Films hat immerhin 14 Jahre gedauert – eine lange Zeit, in der die Regisseurin viel über die Haltung von Menschen zum Altwerden gelernt hat.

Die Protagonisten des Films sind der 101-jährige Abraham Meth, der 83-jährige Jim Koopman, Jan (64) und Mike (65) Jackson, Kitty mit ihren 74 und Roger Yadro mit 75, Olive Hosmer (87), der 69-jährige Earl Warren, Kelley Greenburg, die 90-jährige Betty-Jane Peters.

Der Film ist ein ganz besonderes Kaleidoskop, das uns in eine andere Welt blicken lässt und uns eine Ahnung davon vermittelt, was es heißt, alt zu werden.

Bild: © gluthfilm

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Helmut Achatz

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