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Tag 49 meiner Tour de France – „Champ de Bataille“, das klingt im Französischen eher noch harmlos, erst das deutsche „Schlachtfeld“ verdeutlicht, warum es in Verdun ging, ums Schlachten von Männern. Das Mémorial Verdun lässt das Grauen dieser Schlacht 1916 wieder aufleben – als Mahnung an die Nachgeborenen.

Tag 49 meiner Tour de France

Tag 49 meiner Tour de France fängt wenig spektakulär an: Frühstück, satteln und losradeln – von Sainte-Ménéhould nach Verdun. In und um Verdun wütete die schlimmste Schlacht im Ersten Weltkrieg. Das Mémorial Verdun wurde als Museum an diesem Schlachtfeld gegründet, um die Erinnerung wach zu halten. 2016 – hundert Jahre nach der Schlacht um Verdun wurde es komplett renoviert und öffnete seine Pforte für die Nachwelt. Wer sich für Geschichte interessiert, erfährt hier hautnah, wie es zum Ersten Weltkrieg kam, was in Verdun vor mehr als hundert Jahre passierte. Ich habe über die Eröffnung des Mémorial ja schon in meinem Blog ausführlich beschrieben.

Hunderttausende abgeschlachtet

Von Verdun geht es erst einmal kilometerlang hoch in die Hügel, nach Fleury-devant-Douaumont, durch den Wald, vorbei an halb zugewachsenen Schützengräben, bis endlich das Mémorial zu sehen ist. Hier, in diesen Hügeln, in den Schützengräben, auf dem Feld, zwischen den Bäumen starben in annähernd einem Jahr mehr als 300 000 Soldaten und wurde mindestens ebenso viele verwundet, von denen sicher noch einmal viele an ihren Verletzungen starben. Deutsche und Alliierte schlachteten sich gegenseitig ab.

Nie wieder Krieg

1967 gründeten Maurice Genevoix, Mitglied der Académie française und Weltkriegsveteran, dieses Museen des Ersten Weltkriegs. Was klein begann, wurde nach 40 Jahren deutlich erweitert und modernisiert. Fotos, Videos und vor allem viele Originalstücke vermitteln dem Besucher eine Vorstellung, was diese Schlacht war.

Wer das sieht, spürt und fühlt die Betroffenheit – und verlässt nachdenklich dieses Mahnmal. Er taucht ein in das Geschehen des Ersten Weltkriegs und dieses deutsch-französischen Schlachtfelds. Verdun war Wahnsinn – das zu begreifen, fällt schwer. Die Museumsmacher haben ihr Bestes gegeben.

Morgen geht es weiter Richtung Metz – und damit nähert sich meine Tour de France langsam ihrem Ende. Am späten Donnerstag werde ich – toi, toi, toi – in Straßburg sein.

Die 50 Kilometer bis Verdun hatten es in sich

à demain

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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