image_pdfimage_print

Tag 51 meiner Tour de France – Restaurants und was es damit auf sich hat. Wer glaubt, er könne mal eben zwischendurch un coup de vin trinken, sieht sich getäuscht. Gerade in der Provinz ist es manchmal schwer bis unmöglich, eine Bar, geschweige denn ein offenes Restaurant zu finden.

Tag 51 meiner Tour de France

Bauer Etienne, dem die Ferme Ste Marie in Rémilly gehört, erzählt so beiläufig beim Frühstück, dass er zehn radelnde Holländer zu Gast hatte. Leider waren sie an einem Montag da – und montags ist in punkto Essen gehen ein ganz schlechter Tag. Weil alles im Dorf geschlossen war, bettelten sie ihn an, ihnen etwas zuzubereiten. Was Etienne und seine Frau dann auch taten.

Die Provinz trocknet aus

Tja, so viel zum Thema Essen gehen. In manchen Dörfern in Lothringen gibt es nicht mal mehr eine Bar, geschweige denn ein Restaurant. Also, von wegen zwischen durch mal ein Gläschen Wein. Gut, wer als Radler zwei Flaschen Wasser dabei hat. In größeren Städten wie Bordeaux, Rouen oder Straßburg mag das ja anders sein, aber die Provinz trocknet langsam aus – im wahrsten Sinn des Worts.

In Couloisy – zwischen Compiègne und Soissons – war alles zu, ganz oder saisonal. Ich habe alles gegessen, was ich auf dem Zimmer fand: Mini-Müsli-Riegel und sogar den Zucker. Ich habe mir beide Schoko-Trinks gemacht und beide Cafés mit reichlich Zucker. Die Restaurants waren „definitivement fermé“. Irgendwie habe ich die Nacht überstanden, um am Morgen ordentlich zuzulangen.

Grand Frais statt Restaurant

Heute in Sarrebourg habe ich mich bei Ibis Budget eingemietet. Eigenartigerweise gibt es in der Nähe von Ibis immer einen „Grand Frais“, sprich einen Supermarkt gleichen Namens. Also, statt essen zu gehen, kaufe ich bei Grand Frais ein. Wie der Zufall es so will, sehe ich einen Eisblock, genau da, wo ich mein Rad absperren will. Eisblöcke taugen ideal zum Kühlen von Rosé-iWein beispielsweise. Ich kaufe also ein Baguette, Schinken, Käse, Blaubeeren und einen Ziegenmilch-Joghurt – nicht fragen – ein. Pack den Eisblock ein und radle ins Hotel. Ich muss sagen: formidable. Die Auswahl in punkto Gemüse, Käse und Wein ist in Frankreich deutlich größer als bei uns. Allein schon bei Aubeginen kennen die Franzosen deutlich mehr Sorten.

Boulangerie und Bar – ein prima Duo

Was ich bei der Gelegenheit noch loswerden wollte – es ist durchaus ok, sich beim Bäcker mit einer Quiche zu versorgen und dann in der Bar dazu ein Panache zu trinken. Häufig sind Boulangerie und Bar in unmittelbarer Nähe.

Also, ich werde es künftig schätzen, wenn ich beim Durchfahren eines Dorfs an einer Bar vorbeikomme, die geöffnet hat – und ein Panache, sprich ein Radler zu trinken.

Übrigens, heute ist mein vorletzter Tour-Tag. Morgen geht’s nach Straßburg, wo ich abgeholt werde. Damit endet dann meine Tour de France.

Von Rémilly nach Sarrebourg

 

à demain

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

2 Comments

  1. Kurt Lindinger 19. Juli 2018 at 10:26

    Helmut, habe alle Tage Tour de France geschaut, Du bist aber nicht ins Ziel gekommen! Ab Samstag beginnt die Tour de DVG!

    Antworten

Kommentar verfassen