image_pdfimage_print

Höhere Steuern für mehr Rente – klingt ketzerisch. Schon heute zahlen die Bürger pro Kopf mehr als tausend Euro pro Jahr für die Rentenversicherung, denn so hoch ist der Bundeszuschuss an die Rentenversicherung. Insgesamt geht es dabei um 84,3 Milliarden Euro. Ohne dieses Geld wäre die Rentenversicherung schon längst kollabiert. Genau sind es 1021 Euro – die Rechnung ist zugegeben etwas vereinfacht, aber 84,3 Milliarden Euro (der Bundeszuschuss in diesem Jahr) umgelegt auf die 82,56 Millionen Deutschen ergibt diesen Betrag. Steuern muss ja schließlich jeder zahlen – selbst das Baby über seine Eltern, denn auch Windeln und Milchpulver werden besteuert, vom Kindersitz ganz zu schweigen. Familien mit Kindern tragen somit zur Stütze des Rentensystems bei, obwohl sie ja bereits Rentenbeiträge zahlen und die zukünftige Rentengeneration aufzieht.

Bundeszuschuss bald hundert Milliarden

Das reicht aber immer noch nicht: Rentenexperten prognostizieren, dass der Steuerzuschuss des Bundes sich in kommenden Jahren auf knapp hundert Milliarden Euro erhöhen wird. Bereits in vier Jahren wird ein Zuschuss von 97,8 Milliarden Euro erwartet so die „Bild“ unter Berufung auf den Finanzplan 2015 bis 2019 des Finanzministeriums.

Rentenexperten wie Reinhold Schnabel von der Uni Duisburg-Essen mahnte, der Bundeszuschuss dürfe nicht weiter steigen, aber damit kämpft er gegen Windmühlenflügel. Es wird so kommen, weil die demographische Entwicklung sich nicht bremsen, geschweige denn umkehren lässt.

Höhere Steuern für mehr Rente

Letztlich wir diese Entwicklung auf eine Steuererhöhung hinauslaufen, denn die Renten weiter zu kürzen, wie es Klaus Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), anspricht, lassen sich wohl kaum durchsetzen. Schon heute liegen viele Renten unterhalb der Armutsgrenze und müssen aufgestockt werden. An einem Renten-Soli wird der Bund wohl langfristig nicht vorbeikommen.

Auslöser für die Kostenexplosion ist nach Ansicht des “Versicherungsbote” die “Rente mit 63”. Nach dem neuesten Finanzplan des zuständigen Bundesfinanzministeriums werde der frühere Ruhestand für langjährig Versicherte etwa doppelt so teuer als geplant. “Wissenschaftler warnen, ohne Leistungskürzungen lasse sich der Rentenzuschuss nur über Steuererhöhungen finanzieren”, so der “Versicherungsbote”.

Andrea Nahles, ihres Zeichen Bundesministerin für Arbeit und Soziales, hat sich mit der “Rente mit 63” offensichtlich ziemlich verrechnet. “Nach dem neuesten Finanzplan des zuständigen Bundesfinanzministeriums wird der frühere Ruhestand für langjährig Versicherte etwa doppelt so teuer als geplant”, so das Blatt.

Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog oder via Twitter an https://twitter.com/dineros 

Weitere Links:

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

5 Comments

  1. […] muss die Regierung ständig mehr zuschießen. Da kann doch am System etwas nicht stimmen. Der Bundeszuschuss wird von den Steuerzahlern bezahlt, ja durch die Mehrwert- und Ökosteuer sogar von den Rentnern selbst. Denn ein Prozent der […]

    Antworten

  2. danke für den Kommentar

    Antworten

  3. Was sollen die unqualifizierten (wider besseren Wissen) Statements der „Rentenexperten“ zum „Bundeszuschuss“. Es sollte doch bekannt sein, dass es sich hier nicht um eine Subvention sondern um einen Ausgleich für s.g. versicherungsfremde Leistungen handelt, der selbige auch nur zum Teil (60%-70%) abdeckt (Hinweis auf http://www.rentenreform-alternative.de/versichfremd.htm ). Hier von Zuschuss zu reden, ist nicht sachgerecht. Auch die s.g. Rente mit 63 (nach 45 Beitragsjahren) trägt im Gegensatz zur s.g. Mütterrente (ebenfalls eine versicherungsfremde Leistung) wohl nicht zur „Kostenexplosion“ bei.
    Freundliche Grüße
    Heinz Warburg

    Antworten

Kommentar verfassen