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Ab 2027 kommt das Altersvorsorgedepot. Lohnt sich das Festhalten an der Metallrente dann noch oder ist der Wechsel zum Altersvorsorgedepot der klügere Schachzug?
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Zum 1. Januar 2027 führt die Bundesregierung das Altersvorsorgedepot ein. Endlich investieren ohne Versicherungsmantel, ohne hohe Abschlusskosten und – vor allem – ohne die mickrigen Garantiezinsen, die klassische Rentenprodukte seit Jahren wie Bleigewichte nach unten ziehen. Die Kosten sind auf 1 % gedeckelt; viele Anbieter, vor allem Neo-Broker, werden darunterbleiben.
Das Ende der Bequemlichkeit?
Bisher war die Metallrente für viele Beschäftigte der Industrie der „No-Brainer“. Metaller unterschrieben beim Arbeitgeber, nutzten die Entgeltumwandlung und freuten sich über den Zuschuss. Doch Hand aufs Herz: Wer sich die Effektivkosten und die tatsächliche Performance nach Inflation ansieht, stellt fest, dass die Sicherheit der Beitragsgarantie teuer erkauft ist.
Der blinde Fleck der Metallrente: Vollverbeitragung
Der größte Nachteil der Metallrente wird gern verschwiegen: Wer sich die Metallrente als Einmalzahlung auszahlen lässt, zahlt zehn Jahre lang die vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Nicht den halben Satz. Nicht einen reduzierten Satz. Den vollen!
Der Freibetrag von 197,75 Euro pro Monat ist da kaum mehr als ein Feigenblatt. Ganz abgesehen davon, dass er nur für die Krankenversicherung gilt, nicht jedoch für die Pflegeversicherung. Für viele bedeutet das: Ein fünfstelliger Betrag verschwindet in der gesetzlichen Krankenversicherung – ohne dass die Metallrente dafür irgendeinen Mehrwert bietet.
Das Altersvorsorgedepot? Keine Pflichtbeiträge. Keine Doppelverbeitragung. Keine Zehnjahresfessel.
Und genau hier wird die Kritik aus der „Pfefferminzia“ besonders brisant: Wenn die bAV ohnehin unter Druck steht, dann ist die MetallRente mit ihrer Vollverbeitragung ein Produkt, das sich viele schlicht nicht mehr leisten können. Hier verschiebt sich ein Markt – und zwar grundlegend.
Die MetallRente verliert nicht wegen fehlender Werbung, sondern wegen struktureller Nachteile, allen voran der Vollverbeitragung. Das Altersvorsorgedepot dagegen bietet das, was moderne Vorsorge braucht: Rendite, Transparenz, Flexibilität – und Netto statt Bruttoillusion.
Warum das Depot den Markt aufmischt
Das neue Altersvorsorgedepot bricht mit dem Dogma der 100-Prozent-Garantie. Wer noch zehn oder fünfzehn Jahre bis zum Ruhestand hat, kann hier die volle Marktrendite mitnehmen.
- Kosteneffizienz: Keine Provisionen für Versicherungsvermittler.
- Flexibilität: Das Geld arbeitet in ETFs statt im Deckungsstock.
- Transparenz: Sie sehen tagesaktuell, was Ihr Vermögen macht.
Metallrente vs. Depot: Die Abwägung
Die MetallRente punktet weiterhin durch den Arbeitgeberzuschuss (mindestens 15 %). Diesen Hebel muss das Altersvorsorgedepot erst einmal durch Rendite wettmachen. Doch das neue Modell soll ebenfalls staatlich gefördert werden – die Details zur steuerlichen Gleichstellung werden gerade gezimmert.
Kosten sind das größte Risiko
Wer Sicherheit über alles liebt, bleibt bei der Metallrente. Wer aber verstanden hat, dass langfristiger Vermögensaufbau ohne Aktienrisiko eigentlich das größere Risiko (nämlich die Altersarmut) birgt, sollte den 1.1.2027 rot im Kalender markieren.
Es ist Zeit, die Vorsorge aus der Komfortzone der Versicherungswelt in die Eigenverantwortung des Depots zu führen.
Tabellarischer Vergleich Metallrente vs Altersvorsorgedepot
| Aspekt | Metallrente | Altersvorsorgedepot |
|---|---|---|
| Kosten in der Ansparphase | Abschluss- und Verwaltungskosten der Versicherung; Effektivkosten oft hoch | Keine Abschlussprovisionen, niedrige ETF‑Kosten |
| Renditechancen | Durch Garantien stark begrenzt; Deckungsstock statt Kapitalmarkt | Volle Marktrendite über ETFs möglich |
| Transparenz | Intransparente Kosten, komplexe Versicherungslogik | Tägliche Depotübersicht, klare Kostenstruktur |
| Flexibilität | Starre Vertragslogik, eingeschränkte Anpassungen | Hohe Flexibilität bei Ein- und Auszahlungen |
| Arbeitgeberzuschuss | Mindestens 15 % Zuschuss – starkes Argument | Zuschuss möglich, aber abhängig vom Arbeitgeber |
| Steuerliche Behandlung | Entgeltumwandlung steuer- und sozialabgabenfrei | Steuerliche Gleichstellung in Vorbereitung |
| Auszahlung | Rente oder Einmalzahlung | Frei wählbar, ohne Beitragskeule |
| Kranken- & Pflegeversicherung in der Rentenphase | Vollverbeitragung über 10 Jahre bei Einmalzahlung – nur gemildert durch 197,75 € Freibetrag; kann mehrere Tausend Euro kosten | Keine Beitragspflicht – keine Doppelverbeitragung, kein 10‑Jahres-Abzug |
| Nettoeffekt im Alter | Auszahlung wird massiv geschmälert | Auszahlung bleibt weitgehend unangetastet |
| Risiko | Scheinsicherheit durch Garantien, reale Rendite oft niedrig | Kapitalmarktrisiko – aber langfristig höhere Ertragserwartung |
Bild: iStock/Geber86
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