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Mit dem neuen Altersvorsorgedepot wankt das Geschäftsmodell der Versicherer. Sie warnen, mahnen, rechnen – jetzt wird um jeden Riester-Sparer gekämpft.
Die Reform kommt – und Versicherer geraten in Panik
Das neue geförderte Altersvorsorgedepot startet 2027 – und plötzlich zeigt sich, wie abhängig die Branche von ihren Riester-Beständen ist. Jahrzehntelang konnten Versicherer bequem kassieren, geschützt durch Garantiezwang und geringe Konkurrenz. Jetzt drängen Neobroker, Depotanbieter und Fondsgesellschaften auf den Markt. Und die Versicherer? Sie wirken, als hätte man ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen.
Neues System entlarvt alte Schwächen
Die Versicherer betonen gebetsmühlenartig, nur sie könnten das Langlebigkeitsrisiko absichern. Das stimmt – aber es ist auch das letzte verbliebene Argument einer Branche, die sich jahrelang hinter Garantien versteckt hat, statt echte Innovation zu liefern.
Jetzt, da der Garantiezwang fällt, zeigt sich: Viele Riester-Produkte waren vor allem eines – teuer, unflexibel und renditeschwach. Deshalb besparen viele Riester-Kunden ihre Verträge schon lange nicht mehr. Ganz abgesehen davon, dass es immer wenigere werden.
Zahl der Riester-Verträge – der Negativtrend ist unverkennbar
Bestandshaltung statt echter Verbesserung
Dr. Reiner Will, Gründer, Gesellschafter und Geschäftsführer der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH, erwartet „Bestandshaltungsaktionen“. Das klingt harmlos, bedeutet aber: Versicherer werden alles tun, um Kunden vom Wechsel abzuhalten. Nicht, weil der Altvertrag immer besser wäre – sondern weil der Verlust von Millionen Riester-Sparern ein betriebswirtschaftlicher Albtraum wäre.
Frühzeitige Information – oder frühzeitige Verunsicherung?
WWK, Allianz, R+V: Alle setzen auf „Information“. Doch wer genau hinschaut, erkennt das Muster:
- Die WWK warnt vor „gewichtigen Nachteilen“ beim Wechsel.
- Die R+V betont, dass man „individuell beraten“ müsse
- Die Allianz schickt Briefe, baut Portale und rechnet Förderindikationen
Unterstützen? Oder subtil lenken? Wenn eine Branche plötzlich so viel kommuniziert, ist das selten ein Zufall.
Die Angst vor dem ehrlichen Vergleich
Versicherer wissen: Sobald Kunden die neue Produktwelt mit ihren Altverträgen vergleichen, wird es unangenehm. Denn viele Riester-Verträge leben von zwei Dingen:
- Rechnungszins, der heute kaum noch erreichbar ist
- Beitragsgarantie, die Sicherheit verspricht, aber Rendite frisst
Dass ein Wechsel nicht immer sinnvoll ist, stimmt. Aber dass Versicherer den Wechsel so vehement ausreden wollen, hat einen klaren Grund: Es gibt kein Zurück. Wer geht, ist weg – für immer.
Vermittler als Schutzwall der Versicherer
Die Allianz nennt Vermittler „zentral“. Natürlich. Sie sind die letzte Bastion, die verhindern soll, dass Kunden zu neuen Anbietern abwandern. Und viele Vermittler leben von Bestandsprovisionen – ein Wechsel wäre auch für sie ein Problem.
Angebote für Altersvorsorgedepots
Fazit: Die Reform ist eine Chance – aber nicht für Versicherer
Das neue AV-Depot bringt Wettbewerb, Transparenz und echte Wahlmöglichkeiten. Versicherer reagieren darauf nicht mit besseren Produkten, sondern mit Kommunikation, Warnungen und psychologischer Bestandspflege.
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