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Wieder eine Rentenkommission – und wieder wird nichts passieren, wie schon beim letzten Mal. Jetzt stehen die ersten Mitglieder fest. Was ist von ihnen zu erwarten?
Die Skepsis ist groß, ob die neue Rentenkommission diesmal tatsächlich eine nachhaltige Rentenreform gelingt. Die Bundesregierung setzt auf neue Expertise: Die geplante Reformkommission zur Fortentwicklung der Alterssicherung soll von der ausgewiesenen Sozialrechtlerin Constanze Janda und dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, gemeinsam geleitet werden.
🧑💼 Die Führungsriege der Rentenkommission
Constanze Janda bringt als Vorsitzende des Sozialbeirats der Bundesregierung und Rektorin der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer umfassendes Fachwissen mit. Frank-Jürgen Weise gilt als erfahrener Top-Manager.
- Was qualifiziert Constanze Janda als Co-Vorsitzende der Rentenkommission? Sie ist Professorin für Sozialrecht und Verwaltungswissenschaften; Vorsitzende des Sozialbeirats der Bundesregierung und Rektorin der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer.
- Was qualifiziert Frank-Jürgen Weise als Co-Vorsitzenden der Rentenkommission? Weise war langjähriger Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese Position impliziert umfassende Expertise in Bereichen, die eng mit der Renten- und Alterssicherung verbunden sind, wie:Arbeitsmarkt und Beschäftigung: Die BA ist die zentrale Institution in Deutschland für Arbeitsvermittlung, Arbeitslosenversicherung und Arbeitsmarktpolitik. Diese Bereiche haben direkte Auswirkungen auf die Beitragszahlerbasis und das Renteneintrittsalter, was Kernthemen der Kommission sind.
Die neue Rentenkommission (offiziell oft als Gremium zur Erarbeitung von Reformvorschlägen für die Alterssicherung bezeichnet) wurde am 17. Dezember 2025 von der Bundesregierung eingesetzt. Sie besteht aus insgesamt 13 Mitgliedern – einer Doppelspitze, drei Vertretern aus der Politik und acht Wissenschaftlern.
Die offizielle Besetzung der Kommission:
Vorsitz (Doppelspitze)
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Frank-Jürgen Weise: Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (CDU-Vorschlag).
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Prof. Dr. Constanze Janda: Professorin für Sozialrecht an der Universität Speyer und Vorsitzende des Sozialbeirats (SPD-Vorschlag).
Stellvertreter aus dem Deutschen Bundestag
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Annika Klose (SPD): Obfrau im Ausschuss für Arbeit und Soziales.
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Pascal Reddig (CDU): Vorsitzender der Jungen Gruppe in der Unionsfraktion.
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Florian Dorn (CSU): Experte für Finanz- und Sozialpolitik.
Wissenschaftliche Mitglieder
Die acht Wissenschaftler bringen Expertise aus den Bereichen Ökonomie, Sozialpolitik und Demografie ein:
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Prof. Dr. Peter Bofinger: Ehemaliger Wirtschaftsweiser, Universität Würzburg.
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Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen: ZEW Mannheim, Expertin für Altersvorsorge.
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Prof. Dr. Georg Cremer: Ehemaliger Generalsekretär der Caritas.
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Prof. Dr. Camille Logeay: HTW Berlin, Expertin für Rentenökonomie.
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Dr. Monika Queisser: Leiterin der Sozialpolitikabteilung der OECD.
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Prof. Jörg Rocholl: Präsident der ESMT Berlin.
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Prof. Dr. Silke Übelmesser: Finanzwissenschaftlerin an der Universität Jena.
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Prof. Dr. Martin Werding: Aktueller Wirtschaftsweiser, Ruhr-Universität Bochum.
Hinweis: Die Kommission hat den Auftrag, bis Juni 2026 konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, um das Rentensystem langfristig stabil und generationengerecht zu gestalten. Dabei werden alle drei Säulen (gesetzlich, betrieblich, privat) betrachtet. Zudem nehmen Vertreter der Deutschen Rentenversicherung Bund als ständige Sachverständige an den Sitzungen teil.
🎯 Aufgaben und Zeitplan: Nachhaltigkeit der Rente
Die Rentenkommission hat ambitionierte Ziele und eine klare Frist: Bis Mitte 2026 soll sie tragfähige Konzepte erarbeiten. Die zentralen Themen sind:
- Verlängerung der Lebensarbeitszeit: Wie kann das Renteneintrittsalter flexibler gestaltet werden?
- Finanzierung der Rentenversicherung: Diskussion einer möglichen Einbeziehung weiterer Einkunftsarten in die Beitragsbemessung.
- Einbeziehung weiterer Gruppen: Prüfung, ob zusätzliche Bevölkerungsgruppen in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden sollen.
- Altersvorsorge: Entwicklung einfacher steuerlicher Förderung der betrieblichen Altersversorgung sowie Möglichkeiten privater Vorsorge, die für alle Bürger zugänglich sind.
📜 Politischer Hintergrund und aktuelles Rentenpaket
Die Einsetzung der Reformkommission erfolgt kurz nach der Verabschiedung eines umfassenden Rentenreformpakets am 5. Dezember 2025. Dieses Paket, dem einige Unionsabgeordnete kritisch gegenüberstanden, stabilisiert das Rentenniveau bei 48 Prozent bis 2031, führt einen Steuerfreibetrag von bis zu 2.000 Euro monatlich für arbeitende Rentner ein und weitet die Mütterrente aus.
Die neue Kommission soll nun die langfristige Nachhaltigkeit der Alterssicherung in Deutschland sichern. Und sie hat seit kurzem eine Gegen-Rentenkommission vom DGB.
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform „zügig“ anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Was hat der zukünftige Rentner von dieser Kommission? Es werden Doktoren und Professoren in eine Renten Kommission berufen, die selbst nie eine Rente beziehen werden. Kennen diese Experten die Zusammensetzung aller Stellschrauben der Rentenberechnung? Die SPD hat schon 2003 einen großen Fehler ins System eingebaut. War es Absicht oder Unkenntnis? Die EntgeltPunkte stiegen weit über >2,o für Gutverdiener an, der normale Durchschnitt blieb bei 1,o EP. So wurden Kürzungen für vorzeitigen Rentenbeginn abgefedert. Der mathematische Zusammenhang erhöht das Ergebnis/EntgeltPunkt, wenn der Durchschnittsverdienst im Nenner gleich bleibt, der Verdienst im Zähler dagegen ansteigt. Umgekehrt gibt es bei fallendem Durchschnittsverdienst im Zähler höhere EntgeltPunkte, wenn keine Verluste beim eigenen Verdienst eintreten. Corona senkte den Durchschnitt und erhöhte damit die EP und die Rente.
Beim Rentenniveau wird getrixt, um die 48,o.% einzuhalten. Seit 2018 wird der Jahreswert erhöht, in dem man nach Anpassung am 1.7. mit Faktor 12 auf den Jahreswert hochrechnet. Bei korrektem Jahreswert der Rente (Steuerwert aus 2 Halbjahren) werden die 48 % nicht erreicht.
https://meine-rente.jimdofree.com
In der Kommission sitzen einfach zu viele Beamte und Abgeordnete, die keine Rente, sondern eine Pension bekommen. Das ist schon mal der Grundfehler dieser Zusammensetzung.