Die Rente ist nicht sicher

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„Denn eins ist sicher: die Rente“ – von wegen. Wer sich auf die Rente verlässt, ist verlassen. Viele werden damit im Alter nicht über die Runden kommen und zum Sozialfall.

„Denn eins ist sicher: die Rente“, plakatierte der damalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Norbert Blüm, 1986 im Wahlkampf. Vielleicht hat das damals noch gegolten, heute aber nicht mehr. Das Geld von der gesetzlichen Rente wird für die meisten zum Leben nicht reichen. Die Inflation verschlimmert das Problem noch. Das konnte sich „Nobbi“, so sein Spitzname, wohl nicht vorstellen. Er ist tot und mit ihm der Traum von der auskömmlichen Rente.

Die Rente ist nicht sicher

Es wird Zeit, dass die Deutschen aus ihrer Lethargie aufwachen, sonst schauen sie im Alter dumm aus der Wäsche. Das hat Gerd Schneider, Chefredakteur der „Mittelbayerischen Zeitung“ ganz richtig erkannt. Aber gerade jungen Menschen vertrauen immer noch darauf, im Alter mit der Rente auszukommen. „Wie der Sozialforscher Klaus Hurrelmann in einer neuen Jugendstudie unter 14- bis 25-Jährigen herausfand, glauben die meisten daran, dass auf die staatliche Alterssicherung noch Verlass ist, wenn sie dereinst selbst in den Ruhestand gehen“, kommentiert Schneider.

Olaf Scholz ist damit im Bundestagswahlkampf 2021 noch hausieren gegangen. „Ich mache ihnen diese feste Zusage, dass wir das hinkriegen werden“, versprach der Kanzleranwärter den Wählern – und gemeint war damit eine stabile Rente. Scholz versprach, das Rentenniveau stabil zu halten und zugleich das Renteneintrittsalter nicht zu erhöhen – und zwar über Jahrzehnte. Die Leute haben applaudiert. Wie naiv die meisten doch sind. „Die Wahrheit ist, dass unser Rentensystem ohne die Alimentierung durch den Staat schon heute nicht mehr richtig funktionieren würde“, merkt Schneider an.

Staat plündert die Rentenkasse

Der Staat gleicht die versicherungsfremden Leistungen, die er der Rentenkassen aufbürdet mit jährlich 100 Milliarden, aus – das ist aber weniger als die Rentenkasse für Aufgaben zahlt, die eigentlich der Staat übernehmen müsste. Anders ausgedrückt, der Staat plündert die Rentenkasse systematisch aus.

Dramatisch wird es jedoch in einigen Jahren, wenn die Generation der Baby-Boomer ins Rentenalter kommt. „Millionen wechseln in den Ruhestand, während immer weniger junge Beitragszahler nachrücken; und weil die Lebenserwartung immer weiter steigt, müsste der Staat immer mehr Geld in das System pumpen, um die Beiträge und das Rentenniveau wie versprochen stabil zu halten“, bringt es Schneider auf den Punkt. 2050 müsste der Staat 60 Prozent des Bundeshaushalts für die Zuschüsse in die Rentenkasse locker machen. Das kann nicht funktionieren.

Wann macht Scholz endlich etwas?

Wann endlich kümmert sich Olaf Scholz um die Rente? Eine grundlegende Reform ist überfällig. „Je länger sie damit wartet, umso stärker belastet sie die junge Generation“, mahnt Schneider. Schneider folgert, die Alten würden auf Kosten der Jungen leben. Ganz so einfach ist es allerdings nicht – dafür genügt ein Blick über den nationalen Tellerrand.

Nur, wenn Scholz & Co. nichts machen, werden die Steuerzahler immer „tiefer in die Tasche greifen müssen, um das Rentenniveau konstant zu halten“. „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“, funktioniert nicht. Zur Wahrheit gehöre, dass sich die Beitragszahler auf ein höheres Renteneintrittsalter einstellen müssen. Bei 67 Jahren werde es jedenfalls nicht bleiben.

Privatvorsorge wird zum Muss

Niemand wird drum herumkommen, selbst fürs Alter vorzusorgen. „Wie die Jugendstudie zeigt, wächst bei jungen Erwachsenen die Bereitschaft, Geld langfristig am Kapitalmarkt anzulegen, sprich, in Aktien und Fonds“, hat Schneider beobachtet.  Auf Betreiben der FDP habe es der Begriff der Aktienrente sogar in den Koalitionsvertrag der Bundesregierung geschafft. Dumm nur, dass davon mittlerweile keine Rede mehr ist – die Aktienrente ist wieder in der Versenkung verschwunden.

Ganz richtig bemerkt Schneider, dass Länder wie Schweden oder Norwegen Deutschland da weit voraus sind. „Für harte Reformen, wie einst Schröders Agenda 2010, fehlt der ermatteten Republik die Kraft“, bedauert Schneider. Dem ist nur beizupflichten. Stattdessen mache Rot-Grün-Gelb bei der Rente einfach da weiter, wo die Regierung Merkel aufgehört hat: Sie wurstelt weiter – mit katastrophalen Folgen für die Alterssicherung der kommenden Generationen.

 

Bild von Darkmoon_Art auf Pixabay

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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