Senioren müssen im Internet aufholen

Leben

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Am 1. Oktober war „Tag der älteren Menschen“ – und der stand unter dem Motto „Digitale Gerechtigkeit für alle Altersgruppen“. Senioren müssen online aufholen.

Schon heute lehren viele engagierte Menschen der älteren Generation den Umgang mit Technik, doch es reicht nicht aus. Ob es ums Ausfüllen von Online-Formularen geht oder ums Onlineshopping: Digitale Technik kann das Leben einfacher machen, gerade für Menschen, die schlecht zu Fuß oder anders gehandicapt sind. Doch nutzen in Deutschland laut Umfrageportal Statista gut die Hälfte der über 70-Jährigen das Internet nicht. Als Folge können sie immer weniger am öffentlichen Leben teilhaben. „Wir hinken hinterher, was den Einbezug älterer Menschen in die technische Welt angeht. Da besteht die Gefahr, dass Senioren zu digitalen Außenseitern werden“, sagt Privatdozentin Dr. Helga Pelizäus, Digitalexpertin an der Uni der Bundeswehr München, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“.

Der diesjährige Internationale Tag der Älteren am 1. Oktober stand unter dem Motto „Digital Equality of all Ages / Digitale Chancengleichheit für alle Altersgruppen“ in den Vordergrund. Auch Claudia Röttger, Chefredakteurin des „Senioren Ratgeber“, setzt sich stark für dieses Thema ein – ihr Video-Statement dazu finden Sie hier.

Technische Infrastruktur für Senioren

Die Corona-Krise hat für Digitalexpertin Dr. Helga Pelizäus deutlich gezeigt, dass diejenigen, die keinen Zugang zum Internet haben, doppelt benachteiligt sind: „Als es die Kontaktsperren gab, konnten sie nicht auf Kommunikation im Netz ausweichen. Viele haben unter fehlender sozialer Teilhabe und unter Einsamkeit gelitten“, sagt sie. Zwar gibt es schon einige Angebote, um Älteren den Umgang mit dem Internet zu erklären, doch gibt es noch viel zu tun. So kümmern sich aktuell vor allem engagierte Einzelpersonen im Ehrenamt um die digitale Ausbildung von Senioren. Wünschenswert wäre, dass sich auch im Hauptamt mehr Menschen damit beschäftigten. Auch die technische Infrastruktur muss bei Bedarf umsonst zur Verfügung stehen. „Ohne Internetanschluss ist man schon heute abgehängt, und in Zukunft wird es schlimmer sein“sagt Pelizäus.

Was wir von Dänemark lernen können

Länder wie Dänemark könnten Vorbild sein. Dort gibt es zum Beispiel für alle Generationen verpflichtende Kurse, um mit dem Internet richtig umgehen zu können. Mit Erfolg, wie eine Zahl aus dem Jahr 2018 zeigt: Damals waren schon mehr als 90 Prozent der 65- bis 74-jährigen Dänen online.

Deutschland muss aufholen

„Die neue Bundesregierung muss die digitale Teilhabe älterer Generationen aktiv vorantreiben“, so die stellvertretende Bagso-Vorsitzende Dr. Regina Görner, wobei Bagso für Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen. Zahlreiche Studien belegen, dass vor allem soziale Faktoren zu einer digitalen Spaltung unserer Gesellschaft führen. Das gilt insbesondere für die Gruppe der Älteren. Görner: „Wir fordern, dass Seniorinnen und Senioren flächendeckend Zugang zum Internet haben, und sie befähigt werden, es sicher zu nutzen. Dafür bedarf es finanzieller Hilfen sowie niedrigschwelliger und zielgruppenspezifischer Informations- und Bildungsangebote. Das darf nicht von der Bereitschaft des Einzelnen, seiner materiellen Lage oder seinen Bildungsvoraussetzungen abhängen. Gleichzeitig muss auch die Technik selbst nutzerfreundlicher werden“, so die Leiterin der Bagso-Fachkommission „Digitalisierung“. Mehr Informationen unter: www.digitalpakt-alter.de

Quelle: „Senioren Ratgeber“               Bild: „Senioren Ratgeber“

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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