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Kein Auskommen mit dem Einkommen – die Rente reicht für viele Deutsche vor allem in den Großstädten mit ihren steigenden Mieten vorn und hinten nicht aus. Wie wäre es denn mit einem Ortswechsel? Wo es sich am besten mit kleiner Rente leben lässt.

Rund 906 Euro pro Monat kamen im Durchschnitt im vergangenen Jahr nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung auf den Rentnerkonten an. Selbst bei 35 Arbeitsjahren kamen Männer im Schnitt nur auf 1362 Euro, und Frauen mussten sich nach all der vielen Arbeit mit 991 Euro brutto bescheiden.

Wo sich’s am besten leben lässt

Damit lassen sich in Deutschland keine Sprünge machen. Anders sieht das im  Ausland aus, in dem es noch immer lebenswerte Plätze gibt, wo die heimische Rente deutlich mehr Lebensqualität bietet.

Wer so nahe wie möglich an der Heimat bleiben möchte, findet in Polen von der Pommerschen Bucht bis zur Danziger Bucht und an der Pommerschen Seenplatte eine reizvolle Landschaft. Längst haben sie sich auf ausländische Touristen eingestellt ist. Überlaufen? Keine Rede.  Die Lebenshaltungskosten einschließlich Mieten sind deutlich niedriger als in Deutschland.  Außerdem ist die medizinische Versorgung gut, vor allem, wenn eine günstige private Versicherung abgeschlossen wurde.

Warum nicht Portugal?

Oder wie wäre es mit Portugals Süden? Sonne, Strand, Gebirge und Hinterland machen die Algarve zu einem der beliebtesten Reiseziele, doch auch zum Auswandern mit einer knappen Rente ist Portugal eine Überlegung wert. Wer sich abseits der Touristenhochburgen in einem der Fischerdörfer an einem der Traumstrände oder einer Kleinstadt niederlässt, kann es sich bei einem mediterranen Klima unter Oliven- und Feigenbäumen gut gehen lassen. In Portugal gibt es zudem eine etablierte Einwanderergemeinschaft, so dass Neuankömmlinge rasch Fuß fassen können. Die medizinische Versorgung ist in dem kleinen Land so gut, dass es aufgrund der niedrigen Preise sogar schon das Ziel von Medizintourismus geworden ist.

Kreta als Auswanderungsinsel

Wer es heiß mag, kann es sich mit einer Rente von unter 1000 Euro pro Person in Kreta gut gehen lassen. Klares Wasser, herrliche Strände, wildes Gebirgsland und jede Menge Geschichte machen die griechische Insel zu einem Auswanderungsort, der voller ursprünglicher Schönheit steckt und auch bestens auf Ausländer eingerichtet ist. Gelegentliche Anfälle von Heimweh können bei deutscher Küche leichter überwunden werden, und allein schon der strahlende Sonnenschein genügt, um Trübsal zu vertreiben.

Abenteuerlustige Rentner finden in Mexiko einen sonnenverwöhnten Lebensabend am Strand. Mazatlan bietet traumhafte Sandstrände, einen historischen Stadtkern, den größten Hafen des Landes und subtropisches Klima. Die Winter sind mild und regenarm, während es im Sommer heiß und regnerisch wird.

Wem Mexiko zu weit entfernt, zu riskant oder zu heiß ist, der kann sich in Frankreich umgucken. Während die Provence seit vielen Jahren fast unerschwinglich geworden ist, gibt es etliche Provinzen, die französische Lebensart mit niedrigen Preisen verbinden. Okzitanien, die Grenzprovinz zu Spanien, die von den Pyrenäen an der Atlantikküste bis Montpellier am Mittelmeer reicht, steckt voller Dörfer und Kleinstädte, in denen sich der Lebensabend genießen lässt.

Ein weiteres erschwingliches Ziel ist die Alpenstadt Annecy unweit der Schweizer Grenze. Die am gleichnamigen See gelegene Stadt verbindet Kultur und Geschichte mit Natur pur, inklusive nahegelegenen Skigebieten. Da sich in all diesen Gegenden mit der deutschen Rente auskommen lässt, ist bei klugem Wirtschaften vielleicht sogar ein Urlaub in Deutschland drin.

Die meisten ausgewanderten deutschen Rentner leben in der Schweiz, gefolgt von den USA, Österreich, Spanien und Frankreich.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

2 Comments

  1. Erwin Tischler 29. Juli 2020 at 23:00

    Lieber Helmut, zu Deinen Rentner-Wohnsitz-Zielen würde ich überall gern hin fahren, a b e r , wie sieht es dort mit der ärztlichen Betreuung und Krankenhäusern aus? Das könnte sicher viele, die in unserem Alter “Vorerkrankungen” haben oder chronische Krankheiten, daran hindern. – Leider… (!)

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    1. Helmut Achatz 30. Juli 2020 at 10:28

      Lieber Erwin, das ist in der Tat ein Problem. Vielleicht ist ein Mix Ausland/Deutschland ideal.

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