Kurzurlaub auf der Bundesgartenschau

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Heilbronn zieht dieses Jahr Gartenliebhaber an, denn die Stadt am Neckar beheimatet 2019 die Bundesgartenschau, kurz Buga – ideal für einen Kurzurlaub.

Heilbronn? Ja, Heilbronn. Der Name ist Nicht-Baden-Württembergern sicher wenig geläufig; Heilbronn eher unspektakulär. Die Bundesgartenschau (Buga) 2019 änderte das vielleicht und auch der neue Name Universitätsstadt. Die älteste Weinstadt Württembergs hat schwer im Zweiten Weltkrieg gelitten; die Altstadt wurde beim Luftangriff vom 4. Dezember 1944 komplett zerstört – und dann eben überhastet aufgebaut. Da hilft auch wenig, dass Heinrich von Kleist sein „Käthchen von Heilbronn“ geschrieben hat. Von dem Kriegstrauma scheint sich die Stadt erst jetzt langsam zu erholen. Die Buga trug sicher das Ihre zum Imagewandel bei.

Trip zur Bundesgartenschau

Stadtväter und Urban-Designer arbeiten Hand in Hand, um Heilbronn aus seinem Schattendasein zu befreien. Die Buga brachte touristisches Leben in die Stadt am Neckar. Insofern lohnte sich ein Besuch der Gartenschau, den der eine oder andere vielleicht zum Kurzurlaub nutzte. Denn eines muss der Tourist den Heilbronnern zugestehen – sie verstehen es zu genießen.

Für die Buga hatten sich Landschaftsgärtner und Stadtentwickler einiges einfallen lassen. Das Gelände schmiegt sich an den Neckar, der hier einen eleganten Bogen bildet. Der Eingang von der Innenstadt lag auf einer Halbinsel im Neckar. Die Wege führten immer wieder zum Fluss zurück, der das Gelände einrahmt. Überhaupt spielte Wasser eine wichtige Rolle auf der Buga 2019. Mit Karlssee und Floßhafen integriert die Buga gleich zwei größere Wasserflächen in das Gelände.

Andrang gleich am Anfang

Das schien bei den Besuchern anzukommen, von denen 350 000 in den ersten vier Wochen gekommen waren. Dank Shuttle-Bus vom Großparkplatz war die Anfahrt ganz bequem. Der Besucher konnte sich ganz der Gartenschau widmen. Die Macher hatten sich einiges einfallen lassen, um die Besucher zu beeindrucken. Das fing gleich nach dem Eingang an, wo Wandbepflanzungen („vertikales Grün“) im Sommer angenehme Kühle verbreiten.

Heilbronn ist nicht von ungefähr die älteste Weinstadt Württembergs – so spielt der Wein auf der Buga eine wichtige Rolle. Der Besucher wandelte durch ein Weinrebenspalier und konnte im Rosengarten in der Weinvilla lokale Sorten probieren. Die Stöcke sind so angeordnet, dass fast Nordseeflair aufkam, wie in einer Dünenlandschaft an der Küste – echte Urlaubsstimmung.

Die Buga bot auch für den Musikliebhaber etwas. Noch bis Mitte Juli lockten Aufführungen der Mozart-Oper „La finta giardiniera“ (Die Gärtnerin aus Liebe). Dabei bediente die Buga Klassik-, Pop-, Jazz- und Volksmusikfans – auf einem halben Dutzend Bühnen.

Wasser als zentrales Element

Da sich das Gelände zwischen dem Alt-Neckar und dem Neckarkanal erstreckt, spielte Wasser eine zentrale Rolle. Holzstege säumen den Fluss; im Karlssee überraschen spektakuläre Wassershows den Besucher. An Donnerstag-, Freitag- und Samstagabenden schossen Wasserfontänen in die Höhe, beleuchtet von farbigen Laserstrahlen und musikalisch unterlegt.

Wer wollte, konnte sich im Standup-Paddeln erproben oder am Strand ins Wasser springen – ein Heidenspaß gerade für Kinder. Entlang der Seen und am Neckar waren farbenfrohe Staudenrabatten gepflanzt. Die Organisatoren hatten sich auch etwas für müde Besucher einfallen lassen: Wer wollte, konnte das Schiffshuttle nutzen, um vom Campuspark zum Eingang Wohlgelegen zu kommen.

Vielfalt an Blumenlandschaften

Natürlich war die Buga vor allem eine Blumen- und Pflanzenschau. Den Blumen widmeten die Macher eine große Halle – gefüllt mit Orchideen, Bonsai-Bäumchen und Callas. Auf dem 40 Hektar großen Gelände gab es aber noch mehr zu entdecken, neben Rosengärten waren es vor allem Wiesenblumen, Stauden und Gräser.

Themengärten unter Pappeln

In der flirrenden Sommerhitze suchten die Besucher Schutz und Abkühlung im Wäldchen aus 1700 Pappeln. Beim Rascheln der Blätter schlürften sie entspannt ihren Aperol Sprizz oder schleckten ihr Eis.  Das Inzwischenland beherbergte viele Themengärten, darunter den Bienen-, Lauben- und Schlingergarten. Wer wissen will, wie Pilze wachsen, schlüpfte hinter den Vorhang in die Dunkelkammer zu den beleuchteten Objekten.

Natürlich durfte ein Gemüsegarten nicht fehlen auf der Buga. Da standen Mangold, neben Weißkraut, Kartoffeln neben Emmer. Wer weiß denn noch wie Dinkel oder Buchweizen aussieht.

Erschöpft und durstig führte der Weg zur alten Reederei, zur Strandbar oder in die Hafen-Lounge. Ob Thüringer Bratwurst oder Maultaschen – sowohl Gourmets wie  Gourmands kommen auf ihre Kosten.

Buga – mehr als nur Garten

Kunst, Kultur, Natur und Wissen – jede Buga ist mehr als nur eine Gartenausstellung. Die Buga 2023 findet übrigens in Mannheim statt. Der Dauerkartenvorverkauf für die BUGA 23 (14. April bis 8. Oktober 2023) ist bereits gestartet und schon jetzt kann diese erste positive Bilanz verkündet werden: BUGA 23-Geschäftsführer Michael Schnellbach freute sich über dieses Ergebnis: „Die Resonanz ist fantastisch und wir sind sehr stolz, dass schon so viele Karten verkauft wurden. Die Mannheimer*innen stehen hinter der BUGA 23, das ist ganz deutlich“. Genutzt werden alle Vorverkaufsstellen von Online bis zur neu eröffneten Tourist-Information am Paradeplatz. Dauerkartenbesitzer*innen können an 178 Tagen die Bundesgartenschau besuchen und rund 5000 Veranstaltungen live erleben.

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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Kurt Lindinger
    24. Juni 2019 10:35

    Kann ich nur bestätigen. Eine BUGATTI mit Sinn. Super gelegen zwischen den Nekararmen und fussläufig ohne Probleme zu bewältigen.

    Antworten
  • Die Preispolitik der BUGA scheint schwer nachvollziehbar zu sein. Ein Jahresticket für Senioren ab 67 kostet € 115,-. Junge Erwachsene bezahlen nur € 8,- , während Rentner ab 67 €21,- für ein Tagesticket bezahlen müssen. Ich erinnere mich daran dass ich als junger Erwachsener weit mehr verdient habe als wie ich jetzt als Rentner bekomme.

    Antworten
  • Schade, dass ich soweit weg wohnen. Aber ist auch recht teuer. LG Romy

    Antworten
  • […] was einem so einfällt – ohne schon gleich ein Ranking aufzustellen. Es soll Spaß machen – keine Pflicht, sondern Kür. Wer in Rente ist, muss niemand mehr etwas beweisen. Im Vordergrund steht Muße – das ist nicht […]

    Antworten

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Helmut Achatz

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