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Etwa jeder zehnte Deutsche leidet unter empfindlicher Haut. Besonders Ältere sind davon betroffen, denn ihre Haut erneuert sich langsamer und sie reagiert empfindlicher auf Umweltreize. Entsprechend ist eine altersgerechte Feuchtigkeitspflege wichtig. Was viele nicht wissen, auch die Kleidung kann die Gesundheit der Haut beeinflussen – grobe Nähte, krankmachende Inhaltsstoffe in Farben oder raue Materialien können zu Reizungen, Jucken und sogar Entzündungen führen. Worauf bei der Kleiderwahl achten?

Allergene, Farbstoffe – ihre Wirkung auf die Haut

Modische Bluejeans, bunte Schuhe oder spitzenbesetzte Büstenhalter – auch im Alter möchten wir uns schick kleiden. Doch nicht immer sorgt die Kleidung für einen schönen Auftritt, wenn die Haut nach ein paar Stunden oder auch Tagen mit Rötungen oder Ausschlag reagiert. Denn leider befinden sich in den Textilien oft bedenkliche Chemikalien. Zwar sind schwer krankheitserregende Stoffe wie DMF (Dimethylformamid) mittlerweile in der EU verboten. Doch der Großteil der belasteten Kleidungsstücke kommt aus Asien. Dort sind Chemikalien wie Azo-Farben, Cadmium oder auch Formaldehyd frei erhältlich und werden bei der Textilproduktion trotz deutlichem Rückgang noch immer verwendet. Welche Wirkungen solche chemischen Stoffe auf den Menschen haben, ist bis heute nur zum Teil erforscht. Nachgewiesen ist aber, dass die Schadstoffe die Haut reizen und Kontaktallergien auslösen können. Inwieweit die Giftstoffe auch schwerwiegende Erkrankungen wie Nervenschäden oder Krebsleiden verursachen können, ist bis dato unklar.

Kleiderauswahl mit Bedacht

Immer der Nase nach – wer beim Kleiderkauf unangenehme Gerüche wahrnimmt, sollte besser die Finger von dem Kleidungsstück lassen. Denn riecht das auserwählte Shirt etwa nach Plastik oder beißend nach Chemie, ist es vermutlich mit Textilhilfsmitteln behandelt worden. Ebenso vorsichtig sollten wir sein, wenn das gewünschte Kleidungsstück ausschließlich separat gewaschen werden soll. Oftmals liegt das an leicht löslichen Farbpartikeln, die sich beim Schwitzen auch auf der Haut ablösen können.

Kleidung besser aus Naturfasern

Wer trockene Haut hat, sollte Kleidungsstücke aus weichen Naturfasern tragen, denn diese reizen die Haut nicht. Das können Materialien wie Biobaumwolle, Seide, Leinen oder Kaschmir sein. Bei Kleidungsstücken, die direkt auf der Haut aufliegen, ist es ratsam, zu hellen Farben zu greifen, da sich in helleren Teilen in der Regel weniger Farbreste verstecken als bei dunkel gefärbter Kleidung. Diese Regel gilt sowohl für Unterwäsche als auch für Stoffhosen oder Oberhemden. Wer hierbei auf der sicheren Seite sein möchte, greift am besten zu Kleidungsstücken mit Siegeln wie „Öko-Tex 100“ oder „Global Organic Textile Standard“ – sie garantieren eine schadstoffarme Herstellung.

Bei Jacken kommt es vor allem auf die Atmungsaktivität an. Denn staut sich die Wärme, kann unsere Haut ebenso mit Rötungen und Juckreiz reagieren. Entsprechend sollten besonders wir Senioren zu Jacken aus klimaregulierenden Materialien greifen, wie sie beispielsweise im Herrensortiment von Walbusch zu finden sind.

Zu guter Letzt hilft bei sensibler Haut vor allem eins: Waschen. Je häufiger ein Kleidungsstück gewaschen wird, desto geringer sind die Spuren chemischer Bestandteile. So schonen wir unsere empfindliche Seniorenhaut und verhelfen ihr langfristig zu einem gesunden Hautbild.

Bildrechte: Flickr Happy couple Pedro Ribeiro Simões CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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