Facebook, Instagram, Whatsapp oder Youtube – wer nutzt was? Statistiken zufolge ziehen sich die Jungen aus Facebook zurück und goutieren eher Instagram. Wirklich beliebt bei Jung und Alt gleichermaßen sind Youtube und Whatsapp.

„Facebook vergreist“, provoziert die Beratungsgesellschaft Faktenkontor. Wer sich bei Jung und Alt umhört, dürfte das bestätigen. Immer weniger Junge engagieren sich noch bei Facebook, wogegen die meisten bei Instagram ein Account haben. Wer selbst einen Instagram-Account hat, ruft ganz einfach seine Insights-Statistiken ab und wird feststellen, dass die Gruppe der 24- bis 34Jährigen am stärksten vertreten ist, zweitstärkste Gruppe ist die der 35- bis 44Jährigen, die Gruppe der 55- bis 65Jährigen ist verschwindend klein und die 65plusJährigen sind so gut wie gar nicht vertreten.

Facebook bei 50plus beliebt

Bei Facebook sieht die Statistik ganz anders aus. Facebook ist längst das Netzwerk der 50plus-Generation geworden, also, von wegen hipp und jung. Die Zahl der Nutzer ist Faktenkontor zufolge in den vergangenen Jahren um annähernd ein Viertel gestiegen, während sich die 14- bis 19Jährigen zunehmend aus Facebook verabschieden. Die Jüngeren tummeln sich laut Statista bei YouTube, Instagram und Snapchat. Bei der 50plus-Generation ist Facebook das beliebteste soziale Netz, gleich gefolgt von Youtube und Whatsapp. Erstaunlicherweise spielt Twitter bei allen Altersgruppen eine eher untergeordnete Rolle.

Tageszeitung verliert an Bedeutung

Bei der Mediennutzung vollzog sich hierzulande ein tiefgreifender Umbruch: Die gedruckte Tageszeitung und Magazine verloren zunehmend an Bedeutung. Die Zahl der gekauften Tageszeitungen beispielsweise hat sich seit 1991 in etwa halbiert – und der stabile Abwärtstrend läuft ungebrochen weiter. Die Junge informieren sich übers Internet, entweder über Newsportale und/oder soziale Medien. Sie sind laut Statista für viele Menschen auch eine Nachrichten-Plattform, auf der sie sich über das Weltgeschehen informieren. Instagram ist dabei das soziale Medium ihrer Wahl: Das sei das Ergebnis des Digital News Reports 2019 vom Reuters Institute, dessen Ergebnisse für Deutschland vom Hans-Bredow-Institut ausgewertet wurden.

Insgesamt wird das Internet für die Deutschen immer wichtiger. So ist der Anteil der Internetnutzer laut Statista in Deutschland 2018 erneut gestiegen und liegt nun bei 84 Prozent. Zehn Jahre habe sich der Anteil der Onliner noch auf rund 65 Prozent belaufen. Unter den 14- bis 49-jährigen Deutschen zählen mittlerweile nahezu 100 Prozent zu den Internetnutzern.

Wozu nutzen Deutschen das Internet?

Online-Shopping spielt eine wichtige Rolle, daneben gehört laut Statistischem Bundesamt der Versand von E-Mails zu den beliebtesten Aktivitäten im Internet. Die meiste Zeit – täglich rund 87 Minuten – verbringen Deutsche Statista zufolge bei der Internetnutzung mit Chatten, E-Mails, Messengern oder WhatsApp.

Smartphone immer wichtiger

War noch vor einigen Jahren der Rechner das wichtigste Gerät, um sich ins Internet einzuwählen, so wurde er längst vom Smartphone abgelöst. Durch die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräten und niedrige Mobilfunkpreis sei die Nutzung des Internets über Smartphones immer beliebter geworden. Im Jahr 2018 wurde laut Statista erstmals häufiger das Smartphone als ein PC oder Notebook für die Internetnutzung herangezogen. Der Anteil der mobilen Internetnutzer in Deutschland lag im Jahr 2018 bei 68 Prozent.

Bei Digitalisierung nur Durchschnitt

Wer in Skandinvien Urlaub macht oder beispielsweise auch in Estland, staunt nicht schlecht über die hervorragende Versorgung in punkto Internet. Jedes Café bietet Internet an, auf den großen Plätzen ist es meist kein Problem, einen Hotspot zu finden – davon ist Deutschland meilenweit entfernt. Im EU-Vergleich ist Deutschland in Sachen Digitalisierung höchstens Mittelmaß. Das belegt Statista auf Basis des Digital Economy and Society Index (DESI) der EU-Kommission. Der Grad der Digitalisierung variiere in den Mitgliedstaaten der EU stark, dabei gibt es ein Nord-Süd-Gefälle: An der Spitze liegen Finnland (69,9), Schweden (69,5), die Niederlande (68,9) und Dänemark (68,8). Schlusslichter sind Griechenland (38,0), Rumänien (36,5) und Bulgarien (36,2).

Behörden verschlafen Digitalisierung

Vor allem der „Öffentliche Dienste“ hinkt der Entwicklung hinterher. Wer kann sich schon online beim Einwohnermeldeamt anmelden oder sonstige Behördengänge per Internet abwickeln? Tatsächlich komme das mittelmäßige Ergebnis Deutschlands durch das schlechte Abschneiden des „Öffentlichen Dienstes“ zustande. Bei E-Government ist Deutschland weit abgeschlagen auf dem fünftletzten Platz. Wir hinken auch beim Ausbau des Breitbandinternets und dem Digitalisierungsgrad der Wirtschaft hinterher. Der DESI-Index wird übrigens von der EU-Kommission seit 2014 jährlich veröffentlicht.

Entwicklungshilfe für Podcasts

Alle Welt spricht über Podcasts, viele Deutsche wissen überhaupt nicht, was das ist. Podcasts sind Hörbeiträge, die per Internet abgerufen werden können. Das Wort setzt sich zusammen aus „Broadcast“ (Hörfunk) und iPod (Apples tragbarer MP3-Spieler). In einer aktuellen Umfrage im Reuters Digital News Report gaben laut Statista lediglich 21 Prozent der Befragten an, im vergangenen Monat einen Podcast gehört zu haben. Zum Vergleich: In den USA seien es 35 Prozent, in Spanien 39 Prozent und in Südkorea sogar mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gewesen, wie die Statista ermittelte.

Übrigens, wer nach Podcasts sucht (ähnlich wie bei Youtube), wird bei Castrex fündig. Castrex ist eine Plattform für Podcasts. Hörer können mehr als 400 000 Podcasts mit rund zwölf Millionen Episoden hören, diesen folgen und dem Podcaster direkt auf Castrex im Web oder als App Feedback geben. Zudem können Podcasts unkompliziert, ohne technisches Vorwissen und kostenlos hochgeladen werden.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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