Spätestens Mitte unserer 60er Jahre fangen wir an zu überlegen, was passiert, wenn das Leben endet. Wo die letzte Ruhestätte finden, wie soll das Begräbnis ablaufen? Wer wird sich um alles kümmern? Wer trägt die Kosten? Soll ich eine Sterbegeldversicherung abschließen?

Manchmal kommen einem diese Gedanken beim Tod eines nahen Verwandten wie der Eltern oder eines der Geschwister. Beerdigung, Grabstein und das ganze Drumherum können zur Belastung werden. Wie vorsorgen? Lohnt es sich, die Hinterbliebenen gegen die Bestattungskosten abzusichern? Die Beerdigung kostet einige Tausend Euro, die im Zweifel von den Nachkommen getragen werden müssen. Wer keine Möglichkeit hat, eine solche Summe bis zu seinem Tod anzusparen, belastet ganz automatisch die Nachkommen. Damit es dazu nicht kommt, kann eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen werden. Was gilt es zu beachten?

 

Krankenkasse zahlt kein Sterbegeld mehr

Eine private Sterbegeldversicherung ähnelt an sich der Lebensversicherung. Vor dem Vertragsabschluss wird eine Summe festgelegt, die die Nachkommen – oder vertraglich vereinbarte Personen – im Todesfall des Versicherten erhalten. Die Unterschiede liegen in der Höhe des Versicherungsbetrags: Während die Lebensversicherung die Finanzierung des Lebensunterhalts (notfalls auch des eigenen) ermöglichen soll und dementsprechend oftmals einige Hunderttausend Euro beträgt, soll die Sterbegeldversicherung vor allem die Kosten für die Bestattung decken, welche in Deutschland derzeit – bei einer Gästezahl von rund 30 Personen, mit Kaffee und Trauerrede – etwa mit einer Summe von 3000 bis 9000 Euro veranschlagt werden kann. Die Kosten schwanken regional und natürlich auch mit der Ausführung der Feier sowie weiterer Einzelheiten. Anfang der 2000er wurde noch Sterbegeld durch die gesetzlichen Krankenkassen gezahlt, was seit 2004 allerdings nicht mehr der Fall ist – hierdurch wurden Sterbegeldversicherungen erst interessant.

Wartezeit beachten

Bei der Auswahl der Police sollten einige Dinge beachtet werden. Das mag vielleicht makaber klingen, nach dem Abschluss der Versicherung muss eine sogenannte Wartezeit – also von Vertragsabschluss bis Eintreten des Versicherungsfalls – eingehalten werden. Innerhalb dieser Wartezeit erhalten die Hinterbliebenen nicht die volle Versicherungssumme, sondern nur die bereits eingezahlten Beiträge. Das heißt: nicht allzu lang warten mit dem Abschluss. In der Regel wird allerdings bei einem plötzlichen Unfalltod eine Ausnahme gemacht; bei einem solch tragischen und unvorhersehbaren Ereignis zahlen die Versicherungsunternehmen meist den vollen Betrag. Dennoch gibt es Unterschiede: Bei vielen Tarifen beträgt die Wartezeit vier Jahre, einige Versicherungen zahlen hingegen bereits nach drei Jahren aus. Grundsätzlich zieren sich die Versicherer bei Suizid.

Versicherungssumme bei Bedarf anpassen

Weiterhin bieten einige Policen eine sogenannte Erhöhungs0ption. Üblicherweise haben die Policen eine Laufzeit von zehn bis 20 Jahren. In dieser Zeit verliert das Geld an Kaufkraft und die Kosten für eine Beerdigung steigen, weshalb es also nach einiger Zeit durchaus sinnvoll sein kann, die Versicherungssumme anzupassen. Dazu erlauben auch einige Versicherer einen Zugriff auf das angesparte Kapital, sollte es einmal zu einem finanziellen Engpass kommen und die Sterbegeldversicherung in diesem Fall einem anderen Zweck zugeführt werden. Sind keine Nachkommen vorhanden oder sollen diese sich nicht um die Grabpflege kümmern müssen, können auch Assistenz-Leistungen im Tarif mit aufgenommen werden, diese funktioniert ebenfalls über externe Anbieter. Dabei kann es sich neben der bereits erwähnten Grabpflege auch um eine Schadensversicherung für die Grabstätte handeln, sodass ein vollständiger Versicherungsschutz von Bestattung über Grabpflege bis zur Bewahrung der Erinnerungsstätte geboten wird.

Wer braucht eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung ist im Grunde eine ganz normale Versicherungspolice. Es lohnt sich zu vergleichen. Denn trotz ähnlicher Leistungen unterscheiden sich die Tarife zum Teil erheblich. Letztlich geht es um den monatlichen Beitrag und die Flexibilität.

Die Kernpunkte vergleichen

Entsprechende Tarife können sowohl online als auch beim eigenen Versicherungsberater unverbindlich verglichen werden. Wichtig ist:

  • Auszahlungssumme im Sterbefall
  • eventuelle Zusatzleistungen (Grabpflege)
  • Einzahlungssumme
  • Wartezeit
  • Flexibilität
  • Laufzeit und Erhöhungsoption
  • Transparenz des Anbieters

Was auch noch zählt: wie vertrauenswürdig ist der Versicherer. Deswegen gilt es immer auch Hintergrundinfos zu beschaffen und nicht blind auf vermeintlich verlockende Tarifaussagen zu vertrauen – ein Grund, warum hier besonders die großen Namen für Leben- und Sterbegeldversicherungen gefragt sind.

Nicht vergessen – rechtzeitig abschließen. Das entspannt das Verhältnis zu den Nachkommen.

 

 

Bild: unsplash.com @Sigurdur Fjala Jonsson

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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