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Tag 33 meiner Tour de France – „Accès Vendée/Routes Barrées – le Samedi 7 Juillet de 9h à 16h“, heißt es auf dem Schild am Straßenrand bei Bourg-Chapon nördlich von La Rochelle. Hier kommt also die Tour de France durch wie schon mal 1955.

Tag 33 meiner Tour de France

Das Peloton, sprich das Hauptfeld der Cyclisten passiert die Vendée und kommt am 7. Juli auch durch Bourg-Chapon durch. Das Foto durfte ich mir natürlich nicht entgegen lassen. Die Begeisterung der Franzosen für die Tour wächst – das habe auch erfahren, als ich die Strecke von Bourg-Chapon nach Puyravault immer neben den Autos entlangradelte.

Tag 33 meiner Tour de France

Am Samstag rauscht die Tour de France in diesem Teil der Vendée vorbei

Wegen des dichten Verkehrs verlangsamte sich der Verkehr, so dass ich genauso schnell vorankam wie die Autofahrer. Einige Beifahrer kurbelten die Fenster herunter und feuerte mich an. Zwei boten mir sogar aus dem Fenster heraus zu trinken an, was ich jedoch dankend ablehnte. „Bon Courage“ und „Allez“ – so ein bisschen Aufmunterung hat gut getan auf dem Weg von La Rochelle nach La Roche-sur-Yon, meiner heutigen Etappe.

Von La Rochelle nach La Roche-sur-Yon

Das Navi ließ mich am Anfang den Canal de Marans entlangradeln. Streckenweise war der Weg allerdings so schlecht, dass ich die Lust verlor, mich noch länger durchrütteln zu lassen.

Also abgebogen und zurück zu Straße. Leider verlängerte sich dadurch meine Fahrtstrecke auf über 80 Kilometer, genau gesagt 84,3 Kilometer. Bei einer Zeit von fünf Stunden errechnet sich da allerdings eine miserable Durchschnittsgeschwindigkeit. Leider wird für mich auch keine Straße gesperrt wie für die Radrennfahrer der Tour de France.

Von La Rochelle nach La Roche-sur-Yon

Weizenfelder und Weiden

Die Vendée ist nicht so spektakulär wie andere Regionen Frankreichs – Weizenfelder wechseln sich mit Weiden ab, gelegentlich mal Weinreben oder ein Reitstall. Platz ist hier genug.

Ankunft in La Roche-sur-Yon – „les bleus“ spielen gegen Argentinien – und gewinnen 4:3. Deswegen waren auch die Straßen davor schon leer.

Ich habe dann doch noch etwas Zeit, mir die Stadt anzuschauen. Gegründet wurde sie übrigens von Napoleon 1804. Sieben Tage nach seiner Proklamtion zum Kaiser, entschied er per Dekret, dass das heutige La Roche-sur-Yon seinen Namen tragen solle. Nach seiner Verbannung war der Name Napoleon nicht mehr überall gelitten. So wechselte die Stadt im 19. Jahrhundert acht Mal ihren Namen. Zwischendurch hieß sie beispielsweise Bourbon-Vendée. Schließlich bekam sie 1870 ihren endgültigen Namen: La Roche-sur-Yon.

Die Stadt hat auch sonst noch einige Kuriositäten. So steht mitten in der Stadt ein Reiterdenkmal vom Kaiser der Franzosen – eines der wenigen in Frankreich überhaupt. Auf dem Place Napoléon entdecken die Flaneure ein einzigartiges Bestiarium – mechanische Fabeltiere, darunter ein Dromedar, ein Nilpferd und ein Krokodil. Angeblich sollen sie nach Napoléons Ägyptenfeldzug in seiner Stadt aufgestellt worden sein.

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Die mechanische Bestie auf dem Place Napoléon in La Roche-sur-Yon

Weiter nach Nantes

Die nächste Etappe wird etwas kürzer – nach Nantes sind es „nur“ 68 Kilometer, also knapp vier Stunden reine Fahrtzeit.

à demain

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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