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Tag 35 meiner Tour de France – von Nantes nach Chateaubriant, 70 Kilometer, 340 Meter Steigung insgesamt. So lesen sich kurz die Daten meiner heutigen Etappe. Nicht jeden Tag passiert etwas Spektakuläres, manchmal geht’s einfach nur ums Fahren.

Tag 35 meiner Tour de France

Tag 35 war so ein unspektakulärer Tag. Ich haderte noch am Morgen, ob ich überhaupt fahren soll, weil es in der Nacht ein heftiges Gewitter gab. Am Morgen war der Himmel zwar immer noch bedeckt, aber die Straßen waren trocken. Also, keine Ausrede. Es geht weiter. Etappenziel ist Chateaubriant, eine 11 000-Seelen-Stadt auf dem Weg von Nantes nach Rennes. Chateaubriant deswegen, weil Rennes zu weit gewesen wäre.

Bisherige Distanz – 450 Kilometer

Mittlerweile steckt mir die Müdigkeit in den Knochen. Annähernd 400 Kilometer radeln gehen an einem alten Knacker wie mir nicht spurlos vorüber. Leider konnte ich vor der Fortsetzung meiner Tour de France keine Kondition aufbauen. Das rächt sich jetzt.

Mein tägliche Routine

An dieser Stelle einige Worte zur Routine. Essen, schlafen, organisieren, duschen – das sind so die wichtigsten festen Größen – ach, und waschen natürlich. Da ich nur wenig Gepäck dabei habe, muss ich meine Trikot, Shorts und Socken jeden Tag waschen, damit ich am kommenden Tag auf Reserve zurückgreifen kann. Am Abend gewaschen, sind die Teile am kommenden Tag trocken.

Nach dem Einpacken gehe ich frühstücken und fülle meine Wasserflaschen auf – auch die werden am Vorabend gründlich mit Spülmittel gereinigt. Bis alles geschulter und verstaut ist, vergeht etwas Zeit. Dann kämpfe ich mich erst durch eine fremde Stadt, mit Hilfe des Navi, das allerdings nicht immer so spontan reagiert wie vom Auto gewohnt. Der „Vorschlag“ des Navi ist leider nicht immer verlässlich, da Teas! gern Radwege nutzt, die leider nicht immer für Rennräder geeignet sind. So ging’s mir heute. Der Regen am Vortag hat den vorgeschlagenen Radweg streckenweise in Teiche verwandelt, so dass ich auf die Straße ausweichen musste.

Navi, Tacho und Karte – meine Begleiter

Meine einzigen Begleiter sind für Stunden dann das Navi, Tacho und Karte. Ganz aufs Navi möchte ich mich schließlich nicht verlassen. Dazwischen immer mal wieder ein Schluck aus der Flasche – hmmm lecker, Leitungswasser.

Langgezogen Hügel hochstrampeln und den Schwung bis zum nächsten Anstieg mitnehmen – so ging’s mir heute häufig.

Chateaubriant ist glücklicherweise ein kleiner Ort, weswegen ich das Hotel auch gleich gefunden habe. Von der Stadt selbst habe ich wenig gesehen – das Schloss war zu, das Theater de Verre ebenfalls; in der Stadt erwischte mich dann ein Gewitter. Also habe ich den Abend im Hotel verbracht, sprich im Il Castello, wo mich ein hervorragender Osso Buco erwartete – es hätte schlimmer kommen können.

Chateaubriant auf halbem Weg von Nantes nach Rennes

Morgen geht’s weiter nach Rennes.

à demain

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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