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Der Koalitionsvertrag ist fĂŒr Rentner und Krankenversicherte eine Mogelpackung und Etikettenschwindel. Das Ziel von Union und SPD, die Rente „fĂŒr alle Generationen gerecht und zuverlĂ€ssig“ zu gestalten, ist nichts anderes als Augenwischerei. Von Anerkennung der Lebensleistung oder Generationengerechtigkeit kann keine Rede sein. Und die Millionen von Direktversicherten wurden wieder von der CDU/CSU ĂŒber den Tisch gezogen.
Steigende Lasten und BĂŒrgschaften
âDeutschland schreitet vorwĂ€rts in die Vergangenheitâ, beschreibt die Neue ZĂŒrcher Zeitungâ (NZZ) so treffend das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen. âDas Resultat ist Stillstand in der Innenpolitik wie in Europaâ, so ihr Urteil. Der Koalitionsvertag ist ein Wunschkonzert von Union und SPD, zahlen mĂŒssen es die BĂŒrger.
Von wegen soziale Sicherheit
Was steht im Koalitionsvertrag zu den Themen Rente und Krankenversicherung. Union und SPD versprechen âsoziale Sicherheit gerecht und verlĂ€sslich gestaltenâ, so steht es im Koalitionsvertrag. âDie Rente muss fĂŒr alle Generationen gerecht und zuverlĂ€ssig seinâ, heiĂt es weiter. âDazu gehören die Anerkennung der Lebensleistung und wirksamer Schutz vor Altersarmutâ, so der Wortlaut des Koalitionsvertrags. Die gesetzliche Rente soll auf heutigem Niveau von 48 Prozent bis zum Jahr 2025 abgesichert werden.
Koalitionsvertrag verkauft Rentner fĂŒr dumm
Andrea Nahles verkauft das gern als groĂe Errungenschaft. Warum die âdoppelte Haltelinieâ aber nur Augenwischerei ist.
- Die von ihr gefeierte 48 Prozent wĂ€ren bis 2025 ohnehin erreicht worden. Dazu Reiner Heyse von seniorenaufstand.de: âDie Deutsche Rentenversicherung meldet im Dezember 2017 ‚Beitragssatz und Rentenniveau bleiben bis 2024 voraussichtlich unverĂ€ndert‘.â Das heiĂt, Andrea Nahles verkauft eine SelbstverstĂ€ndlichkeit als Errungenschaft. Die SPD feiere eine âNebelkerzeâ.
- Stabilisierung bei 48 Prozent â das hört sich nach GroĂtat an, ist es jedoch nicht. Denn auch diese 48 Prozent stimmen so nicht. Das Rentenniveau sinkt schon deshalb, weil der Besteuerungsanteil der Renten steigt, das heiĂt, immer mehr von der Brutto-Rente muss versteuert werden. Wer 2018 in Rente geht, muss seine Rente zu 76 Prozent besteuern; wer 2025 in Rente geht, muss schon zu 85 Prozent von seiner Rente Steuern zahlen. Nur noch 15 Prozent bleiben steuerfrei. Unterm Strich bleiben einem Neu-Rentner 2025 netto also weniger als einem Neu-Rentner 2018. Davon steht aber im Koalitionsvertrag kein Wort. Das tatsĂ€chlich verfĂŒgbare Nettoeinkommen eines Neu-Rentners sinkt bis 2025. Heyse rechnet am Beispiel eines Eckrentners vor:
2017:
Brutto-Rente vor Steuern:Â Â Â Â 1232 Euro
Netto nach Steuern (10,50 âŹ): 1221 Euro
2025:
Brutto-Rente vor Steuern:Â Â Â Â 1232 Euro
Netto nach Steuern (36,50 âŹ) : 1195 Euro
2040
Brutto-Rente vor Steuern:Â Â Â 1232 Euro
Netto nach Steuern (85,30âŹ): 1146 Euro
- Stabilisierung bei 48 Prozent â das hört sich nach GroĂtat an, ist es jedoch nicht. Denn auch diese 48 Prozent stimmen so nicht. Das Rentenniveau sinkt schon deshalb, weil der Besteuerungsanteil der Renten steigt, das heiĂt, immer mehr von der Brutto-Rente muss versteuert werden. Wer 2018 in Rente geht, muss seine Rente zu 76 Prozent besteuern; wer 2025 in Rente geht, muss schon zu 85 Prozent von seiner Rente Steuern zahlen. Nur noch 15 Prozent bleiben steuerfrei. Unterm Strich bleiben einem Neu-Rentner 2025 netto also weniger als einem Neu-Rentner 2018. Davon steht aber im Koalitionsvertrag kein Wort. Das tatsĂ€chlich verfĂŒgbare Nettoeinkommen eines Neu-Rentners sinkt bis 2025. Heyse rechnet am Beispiel eines Eckrentners vor:
Besteuerungsanteil steigt bis 2040 auf 100 Prozent
| Grenzen je nach Versicherung | Bruttolohn 2016 Â (Euro) | Bruttolohn 2017 Â (Euro) | ||
|---|---|---|---|---|
| Monat | Jahr | Monat | Jahr | |
| Kranken- und Pflegeversicherung | ||||
| Beitragsbemessungsgrenze | 4Â 237,50 | 50Â 850 | 4Â 350 | 52Â 200 |
| Versicherungspflichtgrenze 1 | 4Â 687,50 | 56Â 250 | 4Â 800 | 57Â 600 |
| Renten- und Arbeitslosenversicherung | ||||
| Beitragsbemessungsgrenze | West: Â 6Â 200 | West: Â 74Â 400 | West: Â 6Â 350 | West: Â 76Â 200 |
| Ost: Â Â Â 5Â 400 | Ost: Â Â Â 64Â 800 | Ost: Â Â Â 5Â 700 | Ost: Â Â Â 68Â 400 |
Ănderung der Rentenformel
Schuld an der Absenkung des Rentenniveaus ist der âDĂ€mpfungsfaktorâ. Der DĂ€mpfungsfaktor in der bisherigen Rentenformel legt fest, dass die Renten nicht mehr automatisch den Löhnen folgen. Matthias W. Birkwald, der Rentenexperte der âLinkenâ hat es ausgerechnet. âZwischen 2003 und 2029 werden die Renten um fast zwölf Prozentpunkte von der Lohnentwicklung abgekoppeltâ, so Birkwald. Dabei habe die Talfahrt noch nicht einmal richtig begonnen. âAllein zwischen 2016 und 2029 wird die Rentenanpassung fast acht Prozentpunkte hinter den Löhnen zurĂŒckbleibenâ, so Birkwald.
Union und SPD wollen 2018 die Rentenformel anpassen, um das Rentenniveau von 48 Prozent zu halten, so zumindest steht es im Koalitionsvertrag. Was genau dabei herauskommt, weiĂ keiner. Ob sich damit das Brutto-Rentenniveau auf 48 Prozent halten lĂ€sst, ist fraglich. Das mĂŒsste schnell passieren â und rĂŒckwirkend. Nach dem die Koalitionsverhandlungen schon so lang gedauert haben, ist das nicht sonderlich wahrscheinlich.
Verarschung der jĂŒngeren Generation
Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass durch eine Rentenkommission ein âverlĂ€sslicher Generationenvertragâ eingerichtet wird. Das ist ein Witz. Die Union unter Angela Merkel regiert nun bereits seit mehr als zwölf Jahren und hat es in diesem Zeitraum nicht geschafft, einen âverlĂ€sslichen Generationenvertragâ zu formulieren. Warum soll das dieses Mal gelingen? Die VersĂ€umnisse rĂ€chen sich jetzt schon und werden noch weit schmerzhafter, je lĂ€nger sie auf die lange Bank geschoben werden. Die Rentenkommission soll bis MĂ€rz 2020 einen Bericht vorlegen â das sind noch zwei Jahre. Dabei sind die Fakten lĂ€ngst bekannt, denn nichts ist so zuverlĂ€ssig wie die demographische Entwicklung. Jeder weiĂ, dass die Babyboomer ab 2025 nach und nach in Rente gehen werden. Der Höhepunkt ist genau nach 2025 zu erwarten. Die mögliche groĂe Koalition hat also die Zukunftsaufgaben geschickt nach hinten geschoben.
Auch der nĂ€chste Satz im Koalitionsvertrag ist eine Leerformel. Da heiĂt es, âdie Rentenkommission soll die Stellschrauben der Rentenversicherung in ein langfristiges Gleichgewicht bringen sowie einen Vorschlag unterbreiten, welche MindestrĂŒcklage erforderlich ist, um die ganzjĂ€hrige LiquiditĂ€t der gesetzlichen Rentenversicherung zu sichernâ. Dabei hĂ€tte die Union nur die Seiten der Rentenversicherung genau durchlesen mĂŒssen. Denn da steht, dass âdie NachhaltigkeitsrĂŒcklage nach der letzten FinanzschĂ€tzung in den kommenden Jahren kontinuierlich abschmelzen wirdâ. Ende 2016 waren es mit 32,4 Milliarden Euro noch 1,62 Monatsausgaben, 2022 wird die RĂŒcklage voraussichtlich unter die Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben rutschen.
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12 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Fortschreibung der Koalitionsvereinbarungen
Wir sorgen dafĂŒr, dass die Renten auf dem niedrigen Stand bleiben und nicht mehr auf den alten Stand von 53% zurĂŒckkehren
Wir entnehmen der Rentenkasse Milliarden, in dem wir die MĂŒtterrente aus der Rentenkasse zahlen und nicht aus Steuergeldern
Wir halten die Rentenkasse klein, in dem wir aus der Rentenkasse mehr an versicherungsfreien Leistungen entnehmen, als wir an Zuschuss zurĂŒckzahlen
Wir behaupten dann, daĂ die Rentenkasse nicht mehr ausreicht und die Renten gekĂŒrzt werden mĂŒssen
Wir halten die Betriebsrentner kurz, in dem wir Ihnen den vollen KrankenkassenbeitrÀgen abverlangen.
Wir schröpfen, die, die unserem Rat gefolgt sind und Direktversicherungenabgeschlossen haben, in dem wir sie doppelt und dreifach KrankenkassenbeitrÀge zahlen lassen
Sagte der Politiker zum Pfarrer:
Ihr haltet sie dumm,
Wir halten sie arm.
WANN ENDLICH WACHEN DIE BETROFFENEN AUF UND JAGEN DIE SOZIALKASSENPLUENDERER WIE SPAHN, SCHOLZ ETC IN IHRE GUT VERSORGTE POLITIKERWUESTE?
? â
Da können wir lange warten, das deutsche Volk ist so obrigkeitshörig. Wir haben es alle in der Hand -Bankenrun-!!!!
So und nicht anders ist das. Ich bin seit einem halben Jahr Rentner und habe mein halbes Leben lang privat/betrieblich vorgesorgt. Das Ende vom Lied ist, dass ich jetzt mehr(!) KrankenkassenbeitrĂ€ge bezahle als in meinem Arbeitsleben. Obwohl mein Einkommen im Beruf 3x so hoch war. Ich bin nur noch wĂŒtend und enttĂ€uscht.
Ich kann das voll nachvollziehen – mir geht es genau so.
Alles, aber auch alles geht zu Lasten des Volkes. Sorgt man privat vor. wird man dafĂŒr seit 2004 bestraft, indem Steuern auf den auszuzahlenden Betrag fĂ€llig werden. Auch wenn nur der halbe Ertragsanteil hierfĂŒr anfĂ€llt. Der Beamte hat damals geklagt, dass der Arbeitnehmer die Rente nicht versteuern muss, er aber sehr wohl. Vergessen hat der Beamte leider zu erwĂ€hnen, dass er selber nie BeitrĂ€ge von seinen „BezĂŒgen“ in die Rentenkasse eingezahlt hat. Auch dies ging wieder zu unseren Lasten. Wer Hat dieses Gesetz entschieden? Die obersten Richter? Und was sind Richter? Beamte.
Die eine KrÀhe hackt der anderen kein Auge aus. Ich kann hierzu nur sagen: PFUI
Ja, ist leider so. Das GrundĂŒbel: Beamte entscheiden ĂŒber Rentner. Das kann nicht funktionieren.
[…] dieser Artikel 4Â (am besten selbst nachlesen) macht die betriebliche Altersvorsorge uninteressant. Artikel 4 im Koalitionsvertrag ist kontraproduktiv und sabotiert die betriebliche Altersvorsorge. In Artikel 4 des […]
[…] des Gesundheitsausschusses Sabine Dittmar (SPD) rĂ€umt ein, dass die Union es abgelehnt habe, das Thema im Koalitionsvertrag aufzunehmen. âAber ich glaube, die Union kann das Thema nicht komplett wegdrĂŒcken.â Ihre Partei sei […]
[…] jetzt sind es nur zweieinhalb fĂŒr die vor 1992 geborenen Kinder. Dagegen war vor allem die SPD. Im Koalitionsvertrag wurde der Vorschlag eingedampft auf die MĂŒtter, die drei und mehr Kinder vor 1992 geboren haben. […]
[…] Olaf Scholz (SPD) hĂ€lt den Betriebsrentnern entgegen, es sei kein Geld da auĂerdem stĂŒnde es nicht im Koalitionsvertrag. Die Entlastung hat die Union aus dem Vertrag kurz vor Abschluss streichen […]
[…] drei Rentenpunkten zugestehen, jetzt sind es nur zweieinhalb. Dagegen war vor allem die SPD. Im Koalitionsvertrag wurde der Vorschlag eingedampft auf die MĂŒtter, die drei und mehr Kinder vor 1992 geboren haben. […]