Rentner im Ausland

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Rentner im Ausland – das ist längst nicht mehr die Ausnahme, aber auch nicht die Regel. Wie viele deutsche Rentner und Pensionäre das insgesamt sind, lässt sich zumindest schätzen. 2013 zahlte die Deutsche Rentenversicherung 1,7 Millionen Renten ins Ausland, davon 87 Prozent an Ausländer, das heißt 13 Prozent davon an Deutsche, die im Ausland leben. Absolut sind das mehr als 220 000. Zurzeit dürfte es wohl eine Viertel Million sein. Bei 20 Millionen Rentnern ist das somit etwas mehr als ein Prozent. Den Wunsch haben jedoch noch viel mehr – jeder Vierte angeblich nach einer Umfrage der „Welt am Sonntag“.

Rentner wollen ins Ausland
Den Ruhestand in Spanien genießen — auf der Sonnenseite
Damit das Traumland nicht zum Albtraum wird

Was treibt deutsche Rentner, ihrer Heimat den Rücken zu kehren? Hauptgrund ist vor allem das schöne Wetter, an zweiter Stelle kommen die niedrigeren Kosten für den Lebensunterhalt, das geht zumindest aus einer Statistik von Seniorbook hervor. Wieder andere hoffen auf bessere Betreuung. Viele fragen sich, wo lebt sich’s am besten als Rentner im Ausland.

Rentner im Ausland

Umzug ins Land der Träume – ja, klingt gut. In die Toskana vielleicht wie Nachbarn von mir, nach Mallorca, auf die Kanaren oder nach Thailand. Einen alten Traum verwirklichen … und dazu noch billiger leben. Das ist übrigens kein deutsches Phänomen. Ein Drittel der Franzosen, die im Ausland leben, sind Rentner oder Pensionäre. Von den Lasten des Berufs befreit machen sich viele in die Fremde auf. Französische Rentner zieht es dabei vor allem in Länder wie Marokko, nach Spanien und Portugal, zum einen der Sprache wegen, zum anderen, weil es sich dort besser und vor allem billiger leben lässt.

Mallorca auf Platz vier

Und die deutschen Rentner? Der Deutschen Rentenversicherung zufolge sind die Schweiz und die USA besonders beliebt. Aber vermutlich sind das nicht Deutsche, sondern Ausländer, die in Deutschland gearbeitet haben und im Alter wieder zurück gehen. Was die Urlaubsinsel Mallorca angeht, die auf Platz vier der Altersdomizile liegt, dürfte sie tatsächlich bei deutschen Rentnern besonders beliebt sein. Aber auch andere Ziele in Spanien und Portugal sind im Kommen. Wer mehr darüber wissen will, liest am besten die Reisereportage Portugal und Spanien von „Lebensdomizile“, die auch eine Checkliste für das Überwintern in der Sonne zusammengestellt haben.

Checkliste für Überwinterer

Die Checkliste enthält immerhin zwölf Tipps. Allein daran lässt sich ablesen, dass sich „häufig Realitäten einstellen, die vorher nicht so deutlich gesehen wurden oder denen man nicht den richtigen Stellenwert beimaß“, wie Herb Stumpf in seinem Buch „Wenn das Wochenende 7 Tag hat“. Das könne die fremde Sprache sein, Nachbarn mit anderer Mentalität und Gewohnheiten, das Klima, das sich vielleicht nicht ganz so vorteilhaft erweist, schließlich die Versorgung, die nicht ganz so funktioniert wie in Deutschland.

Der wohl wichtigste Punkt ist, dass sich der Überwinterer von seinem sozialen Netz abschneidet. Deswegen ruft Stumpf ins Gedächtnis, dass „zu Hause da ist, wo man selbst, die Familie und auch Freunde leben, wo man kein Gast ist; das muss nicht da sein, wo man geboren wurde“. Schon eigenartig, wer immer sich mit Überwinterer unterhält, wird oft auf den Satz stoßen: „Aber Weihnachten will ich in Deutschland verbringen.“

Soziales Netz ist wichtig

Gerade im Alter ist das soziale Netz enorm wichtig. Warum also nicht für ein paar Wochen ein kleines Häuschen oder Appartement mieten – um einfach mal zu testen, wie sich das anfühlt. Vom Kauf rät Stumpf eher ab und kommt mit dem weisen Spruch: „Warum eine ganz Kuh kaufen, wenn man nur ein Glas Milch will“. Wer mietet muss sich nicht um Strom, Gas und Wasser kümmern, geschweige denn Angst haben, dass seine Wohnung aufgebrochen und ausgeraubt wird, wenn er mal nicht da ist. Entscheidender Vorteil dieser Lösung: die Flexibilität. Wenn’s mir mal da nicht gefällt, kann ich das nächste Mal woanders hin fahren – oder fliegen.

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Helmut Achatz

Macher von vorunruhestand.de

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