image_pdfimage_print

Die Küche ist für viele ein zentraler Ort. Dort spielt sich das Leben ab. Deswegen soll sie gemütlich sein und gleichzeitig funktional, damit die Arbeit leicht von der Hand geht. Zugegeben, ein Spagat – eine ganz besondere Herausforderung für Planer.

Wie wird eine Küche funktional und gemütlich – und nicht zuletzt ergonomisch, um den eigenen Rücken zu schonen?

Was bedeutet Ergonomie?

Ergonomisch? Die Begriffe hat sicher jeder schon mal gehört. Aber woher kommen sie und was bedeuten sie? Das Wort kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „ergon“ und „nomos“ Arbeit und Regel. Letztlich geht es darum, sich die Arbeit so leicht wie möglich zu machen und das Umfeld entsprechend zu gestalten, so dass die Gesundheit nicht darunter leidet. Das gilt für Büro und Fabrik, genau so wie für den Privatbereich. Ergonomie bezieht sich dabei auch nicht nur auf die Physis, sprich das körperliche Wohlbefinden („ergonomisch geformter Bürostuhl“), sondern auch auf die Psyche – und das schließt die Arbeitsatmosphäre ein.

Auch in der Küche – und gerade für die Generation 50plus – spielt die Ergonomie eine wichtige Rolle, schließlich wird dort regelmäßig gearbeitet. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wie sich Aufgaben so effizient wie möglich erledigen zu können.

Die fünf Zonen der Küchenarbeit

Gerade beim Planen einer Küche sollte jeder auch an die Ergonomie denken. Es geht beispielsweise darum, die einzelnen Komponenten so anzuordnen, dass sich alle Küchentätigkeiten ohne viel Hin- und Herlaufen erledigen lassen. Die Küchenprofis unterteilen diese Tätigkeiten in fünf Zonen:

  • Vorbereiten
  • Zubereiten
  • Reinigen und Entsorgen
  • Aufbewahren von Geräten
  • Bevorraten von Speisen

Rechtshänder planen ihre Küche im Idealfall so, dass diese Zonen von links nach rechts in der Reihenfolge Bevorraten, Aufbewahren, Reinigen, Vorbereiten und Zubereiten angeordnet sind. Das spart Zeit und Aufwand; unnötige Handgriffe und Wege entfallen. Stimmt diese Reihenfolge nicht, dauert einfach vieles länger.

Ganz wichtig: die Arbeitshöhe

Ein ganz wichtiger Punkt, neben der Aufteilung, ist, dass sich die Höhe der Arbeitsplatte an den Menschen anpasst – und nicht umgekehrt. Ist sie zu niedrig, zwingt das, vornübergebeugt zu arbeiten. Das kann auf Dauer zu Verspannungen und Rückenschmerzen führen. Ist die Arbeitsplatte dagegen zu hoch, sind die Arme beim Arbeiten in einer unnatürlichen Position.

Wie lässt sich die ideale Höhe ermitteln? Einfach gerade hinstellen, die Arme seitlich nach unten hängen lassen und so weit anwinkeln, bis der Winkel zwischen Ober- und Unterarmen etwa 90 Grad beträgt. Jetzt den Abstand zwischen Unterarmen und Boden messen. Von diesem Werte sind zehn Zentimeter abzuziehen. Bei durchschnittlich großen Menschen liegt die Höhe in der Regel zwischen 100 und 90 Zentimetern. Arbeiten mehrere unterschiedlich große Bewohner regelmäßig in der Küche, läuft das auf einen Kompromiss hinaus.

Hilfe bei der Küchenplanung

Im Fachhandel oder in speziellen Online-Portalen findet jeder, der eine Küche plant, zahlreiche Tipps und Tricks zur ergonomischen Gestaltung. Wer will, kann sich seine Traumküche auch mit Hilfe von Tools virtuell zusammenstellen – angepasst an die Raummaße. Damit lässt sich so lange experimentieren, bis der vorhandenen Platz perfekt ausgenutzt ist.

Foto: Jeanette Dietl shutterstock

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

Kommentar verfassen