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Die Angst wächst, dass das Geld im Alter nicht reicht. Das betrifft selbst Gutverdiener. Wenn sie in Rente gehen, werden sie deutliche Abstrichen machen müssen. Es hilft nichts, den Kopf in den Sand zu stecken – mit etwas Planung lassen sich die Folgen abmildern.

Angst vor der Altersarmut – das Thema wird derzeit heftig diskutiert. Jeder mit etwas Weitblick weiß, dass er den Gürtel in ein paar Jahren enger schnallen muss. Das verunsichert viele. Angst ist allerdings ein schlechter Berater. Nichts zu tun und auf die gesetzliche Rente zu hoffen, endet im finanziellen Desaster. Wer im Alter nicht vor einem Scherbenhaufen stehen will, muss etwas Geld zur Seite legen und für den Ruhestand planen.

Festgeld als einfachste Sparform

Die einfachste Form des Sparens ist immer noch Festgeld. Der Sparer deponiert bei seiner Bank 10 000, 20 000 oder gar mehr bei einer Bank verbindlich über zwölf Monate, zwei, drei oder gar zehn Jahre, ohne das Geld anzurühren. Dafür verzinst die Bank den Betrag Jahr um Jahr – am Ende der Laufzeit bekommt er seinen Einsatz plus Zinsen gutgeschrieben. Zugegeben, die Zinsen bedingt durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ziemlich niedrig. Sie sind allerdings nicht so niedrig, dass sich Festgeld nicht lohnen würde. Ganz abgesehen davon ist die Inflation ebenfalls niedrig – im Mai verharrten sie mit 0,1 Prozent knapp über der Nulllinie. Das heißt, die Realzinsen (Nominalzins abzüglich Inflation) sind gar nicht so schlecht. Übrigens, muss der Zins ja nicht ewig auf diesem niedrigen Niveau bleiben.

Natürlich kann jeder Sparer erst einmal bei seiner Hausbank nach den Konditionen fragen. Sparkassenkunden dürften jedoch ziemlich enttäuscht sein. Wer sich einen Überblick verschaffen will, konsultiert am besten Vergleichsportale wie FMH oder Biallo. Er wird dort immer wieder auf die gleichen Namen stoßen, beispielsweise den Anbieter Moneyou, die vorne liegen.

Wie viel darf der Sparer erwarten? Maximal bekommt er etwas mehr als zwei Prozent. Die Konditionen sind unter anderem abhängig von der Anlagesumme.  Aus 10 000 Euro werden beispielsweise bei einer Laufzeit von zehn Jahren deutlich mehr als 12 000 Euro einschließlich Zins und Zinseszins. Nun gut, das ist jetzt nicht berauschend – mit Festgeld wird niemand reich, aber geht der Sparer in zehn Jahren in Rente, hat er zumindest einen sicheren Puffer gleich zu Beginn.

Darf es etwas mehr Risiko sein?

Natürlich gibt es noch andere Anlage-Möglichkeiten für aktuelles Vermögen. Dazu zählen vor allem – von Gold und Immobilien einmal abgesehen – Unternehmensanleihen und Aktien. Bei diesen Anlagenformen fällt die Rendite wesentlich höher aus. Allerdings müssen Anleger das Risiko aushalten. Langfristig, das heißt über zehn, 15 oder gar 20 Jahre, bringen Aktien locker sieben und mehr Prozent Rendite. Das Deutsche Aktieninstitut hat die Renditen des Deutschen Aktienindex Dax beispielsweise über 50 Jahre zurückverfolgt und in Form des Rendite-Dreiecks abgebildet. Das Ergebnis spricht für sich. Dabei darf indes nicht verschwiegen werden, dass die Rendite in einigen Zeiträumen auch negativ war, vor allem in den Krisenjahren 2001 und 2008.

Übrigens, auch das Sparen mit einem Riester-Vertrag – Riester-Rente gerät zunehmend in Verruf – ist nicht immer die beste Lösung. Es lohnt sich, genau hinzuschauen und alle Optionen durchzurechnen.

Foto: © istock.com/dolgachov

 

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

7 Comments

  1. […] sind für den Vermögenerhalt alternativlos Was deutsche Rentenpolitik von der Schweiz lernen kann Sparen fürs Alter und trotzdem gut leben Richtig Geld für den Ruhestand anlegen damit es bis ins hohe Alter reicht Wie Vorruheständler ihr […]

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  2. […] – oft fällt die Rente nämlich viel zu klein aus, um im Alter sorgenfrei davon leben zu können. Eine zusätzliche private Vorsorge gilt mittlerweile fast als Pflicht, doch nicht alle Menschen können sich diese Form der […]

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  3. […] Sparen fürs Alter und trotzdem gut leben […]

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  4. Sie haben teilweise recht. Eigentlich müssten die Deutschen sich endlich der Aktie zuwenden. Aber ich habe mir schon den Mund fuuselig geredet und die Finger wund geschrieben. Es half wenig. Viele Sparer wollen überhaupt kein Risiko eingehen. Da bleibt nur Festgeld .

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  5. Was bringen denn 10.000 Euro? Das reicht bei einem Lebensstandard analog Hartz4 grade mal für ein Jahr. Bekommt man Rente unterhalb Hartz4, muss man Grundsicherung beantragen und zunächst dieses „Vermögen“ verbrauchen, denn das geschützte Vermögen mindert sich bei Renteneintritt drastisch auf ca. 2600 Euro.
    Die Zinsen auf Festgeld liegen derzeit bei 0,01 Prozent oder weniger. Das macht es im Grunde sogar unsinnig, Geld bei der Bank zu lagern.
    Kurzum: dieser Artikel ist ein Schönreden, das mit der Wirklichkeit nur wenig zu tun hat!

    Gutverdiener haben allerdings „nur“ das Problem, ihren Lebensstandard senken zu müssen.

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