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Draghi enteignet die deutschen Sparer, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen. Die Europäische Zentralbank (EZB) unter ihrem Chef Mario Draghi greift zu radikalen Mitteln und schafft den Zins gleich ganz ab. Der Leitzins sinkt von 0,05 Prozent auf 0,0 – in Worten „null“ – Prozent. Der Einlagezins für Banken, die ihr Geld bei der EZB parken, sinkt von minus 0,3 auf minus 0,4 Prozent, sprich die Banken zahlen Strafzinsen.

Mit diesen Mitteln will Draghi Deflation und Konjunkturschwäche im Euro-Raum bekämpfen. Gleichzeitig enteignet er die deutschen Sparer, die für ihr Geld künftig nichts mehr bekommen – und es besser zuhause bunkern, denn die Banken werden dazu übergehen, ebenfalls Strafzinsen einzuführen und ihre Kunden belasten.

Schulden machen ohne Ende

Damit nicht genug, Draghi sammelt immer mehr Anleihen ein, teils von fragwürdigen Staaten wie Italien, die ihre Schulden nie und nimmer werden zurückzahlen können. Weil es davon wahrscheinlich nicht genug gibt, weitet Draghi das Aufkaufprogramm sogar auf Unternehmensanleihe aus. Statt 60 Milliarden will Draghi ab April monatlich für 80 Milliarden Schuldenpapiere aufkaufen.

Bald Strafgebühren fürs Girokonto

Draghis stellt sich vor, dass die Banken künftig mehr Geld verleihen – das Gegenteil wird passieren, denn werden wohl die Zinsen erhöhen müssen, um die Strafzinsen bei der EZB zahlen zu können. Und noch etwas wird passieren: Die Banken werden künftig mehr Bargeld horten, um nicht bestraft zu werden, wenn sie Geld zwischenparken.

Börsianer profitieren von Nullzinsen

Die Börsianer freut’s – der Deutsche Aktienindex Dax schoss um mehr als zweieinhalb Prozent nach oben in Richtung 10 000 Punkte. Den deutschen Sparer schlägt er aber mit diesen Maßnahmen ins Gesicht, denn sie müssen sich jetzt endgültig von Tagesgeld verabschieden. Parallel dazu fällt der Euro-Kurs wie ein Stein und büßte mehr als einen Cent ein.

Was das für die Rendite deutscher Staatsanleihen bedeutet, veranschaulicht folgende Grafik:

Renditen für Staatsanleihen im freien Fall

Renditen für Staatsanleihen im freien Fall

Außer den Sparern werden vor allem die Lebensversicherer unter Draghis Radikalkur leiden. Denn als Großanleger müssen sie ebenfalls Parkgebühren zahlen. Staatsanleihen werfen künftig überhaupt nichts mehr ab – im Gegenteil, die Versicherer werden künftig noch Geld zahlen müssen, wenn sie dem Staat Geld leihen. Damit trifft Draghi auch deutsche Rentner und Pensionäre, die immer weniger von ihrer Lebensversicherung haben.

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Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

5 Comments

  1. […] Lebensversicherungen, Krankenkassen, sprich alle Institutionen, die auf Zins angewiesen sind. Den Zins abzuschaffen, hat gravierende Folgen – und die bekommt jetzt auch die katholische Kirche zu […]

    Antworten

  2. aber nicht für Onkel Heinz, denn der muss ja die Strafzinsen zahlen, die die Banken auf ihn abwälzen

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  3. Rudolf Radim Krhut 10. März 2016 at 14:55

    Mensch Helmut, Du spinnst ……………………
    Auf allen TV-Kanälen hört man es ………………………….
    Vor 20 Jahren sagte ich es schon zu Stefan Dietel/KU ……………………..
    Kredite für Null ………………………….

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