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Die Rentenkommission hat ihr umfassendes Reformpaket vorgelegt. Was bedeuten die 33 Vorschläge für die Zukunft von Rentnern und Beitragszahlern?
Länger arbeiten, breiter einzahlen, zusätzlich sparen: So lautet der Dreiklang, der Deutschlands Alterssicherung über Jahrzehnte prägen soll. In den Papieren der Rentenkommission heißt es wörtlich, am Ende müssten „mindestens 70 Prozent“ des letzten Nettolohns stehen – ein Satz, der Hoffnung macht, aber total unrealistisch ist. Aktuell liegt das Rentenniveau bei 48 Prozent. Bislang bekommen nur Beamte so viel Pension, Rentnerinnen und Rentner können davon nur träumen. Beim genauen Durchlesen der Empfehlungen kommen auch die Fallstricke zum Vorschein, beispielsweise bei der Kapitalrente.
Hier lassen sich die Empfehlungen der Alterssicherungskommission herunterladen.
Die 33 Vorschläge im Detail
Das Ziel: Sicherheit und Transparenz
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Nettoersatzquote als Ziel: Als politisches Ziel soll eine Nettoersatzquote von mindestens 70 % des letzten Nettolohns nach Steuern erreicht werden. Dies dient der langfristigen Sicherung des Lebensstandards. Nettoersatzquote ist das Verhältnis der Nettorente zum letzten Nettoverdienst. Laut Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) liegt die durchschnittliche Nettoersatzquote in Deutschland bei rund 53 Prozent.
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Neue Kenngrößen: Neben dem Bruttosicherungsniveau soll künftig regelmäßig die Nettoersatzquote ausgewiesen werden. Dies soll anhand von Modellrechnungen für verschiedene Erwerbsbiografien erfolgen.
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Besseres Monitoring: Die wissenschaftliche Datengrundlage zur Beobachtung der Altersvorsorge in Deutschland soll durch verbesserte administrative Daten gestärkt werden.
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Digitale Übersicht & Bildung: Die „Digitale Rentenübersicht“ soll als zentrales Planungstool weiterentwickelt werden. Erst 0,6 Prozent der Bürger nutzen die digitale Rentenübersicht. Das komplizierte Anmeldeverfahren bremst das Projekt massiv aus – während Dänemark uns 20 Jahre voraus ist. Die Rentenübersicht muss deutlich bedienerfreundlicher werden, damit sie auch genutzt werden kann. Ergänzend wird eine Strategie für lebenslange Finanzbildung gefordert.
Das Rentenalter und der Zugang
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Kopplung an Lebenserwartung: Die Regelaltersgrenze soll nach 2031 moderat an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Dies könnte einen Anstieg auf 67,5 Jahre bis 2041 bewirken. Der Jahrgang 1961 geht mit 66 Jahren und sechs Monaten in Rente.
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Ende abschlagsfreier Renten: Für besonders langjährig Versicherte soll der abschlagsfreie Renteneintritt (Die „Rente mit 63„) abgeschafft werden.
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Keine Rente nach Beitragsjahren: Eine rein beitragsjahresbasierte Rente (ohne Altersgrenze) soll nicht eingeführt werden.
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Anhebung der 63er-Rente: Die Altersgrenze für langjährig Versicherte soll zeitnah von 63 auf 64 Jahre steigen und dann mit der Regelaltersgrenze mitwachsen. Das heißt, wer jetzt 63 Jahre alt ist, soll die bisherige Regelung noch schnell nutzen.
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Versicherungsmathematische Neutralität: Abschläge und Zuschläge bei vorzeitigem oder spätem Rentenbeginn sollen weiterhin rein mathematisch fair berechnet werden. Das heißt, künftig wird es teurer werden, frühzeitig in Rente zu gehen. Zurzeit gilt: Für jeden Monat vorzeitiger Rente werden 0,3 Prozent abgezogen.
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Reha & Erwerbsminderung: Das Fallmanagement und die Gesundheitsvorsorge ab 45 Jahren sollen ausgebaut werden. Zudem soll der Wiedereinstieg nach Erwerbsminderung durch längere Erprobungszeiten attraktiver werden.
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Hinterbliebenenversorgung: Reformoptionen sollen geprüft werden, um die Hinterbliebenenrenten (Witwenrente) an moderne gesellschaftliche Rahmenbedingungen anzupassen.
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Rehabilitation stärken: Ein spezielles Reha-Budget in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) soll gezielt die Gesundheit und Teilhabe fördern.
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Altersteilzeit: Die Altersgrenze für Altersteilzeit soll von 55 auf 58 Jahre steigen und an die Regelaltersgrenze gekoppelt werden; das Blockmodell entfällt.
Rentenberechnung und Finanzen
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Nachhaltigkeitsfaktor: Die Rentenanpassung soll weiterhin an Löhnen und der Demografie gekoppelt bleiben. Der Parameter „alpha“ wird auf 0,33 erhöht, um Lasten zwischen den Generationen auszugleichen. Da immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner finanzieren müssen, bremst der Nachhaltigkeitsfaktor den Anstieg der Rente ab. Bis jetzt ist der Nachhaltigkeitsfaktor ausgesetzt. Bislang war der Wert so eingestellt, dass die Rentner einen Teil der demografischen Last trugen, während ein größerer Teil bei den Beitragszahlern lag (durch steigende Beiträge). Mit der Erhöhung auf 0,33 wird die „Dämpfung“ der Renten etwas stärker. Das bedeutet: Wenn die Anzahl der Rentner im Verhältnis zu den Beitragszahlern steigt, wird die Rentenanpassung etwas geringer ausfallen, als es die reine Lohnentwicklung allein vermuten ließe.
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Übergangsfaktor: Ein spezieller Faktor soll ab 2032 sicherstellen, dass Rentenneuzugänge trotz Einführung der Kapitalrente keine Einbußen gegenüber heute erleiden.
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Beitragssatz: Es bleibt beim einheitlichen Beitragssatz auf Löhne; die Beitragsbemessungsgrenzen bleiben in der aktuellen Systematik unverändert.
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Nicht beitragsgedeckte Leistungen: Leistungen ohne Beitragsbezug sollen transparenter als „Bundesanteil“ ausgewiesen und künftig stärker durch Steuermittel finanziert werden.
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Verdeckte Armut: Bund und Länder sollen die Beratung ausbauen, um den Zugang zum Existenzminimum für Bedürftige zu erleichtern.
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Freibetrag in der Grundsicherung: Wer Beiträge eingezahlt hat, soll im Alter mehr Netto haben; daher wird ein Freibetrag auf die gesetzliche Rente bei der Grundsicherung empfohlen.
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Kein Rentenzwang: Die Regelung, Langzeitarbeitslose vorzeitig in die Rente zu drängen, soll dauerhaft abgeschafft werden.
Einbeziehung neuer Gruppen
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Erwerbstätigenversicherung: Langfristig wird eine Versicherung angestrebt, in die alle Erwerbstätigen einzahlen. Obwohl die Rentenkommission die Erwerbstätigenversicherung als „Idealbild“ bezeichnet, gibt es gewichtige Gründe, warum dies in der Praxis extrem schwierig umzusetzen ist. Beamte unterliegen dem sogenannten Alimentationsprinzip. Das bedeutet: Der Dienstherr (Staat) ist verpflichtet, den Beamten und seine Familie lebenslang standesgemäß zu unterhalten – und zwar nicht nur während des aktiven Dienstes, sondern auch im Ruhestand. Deswegen ist der Unterschied zwischen Pension und Rente so groß. Der Staat kneift, weil er dann Beiträge zahlen müsste. Für Rentnerinnen und Rentner sowie Beitragszahler wird es zunehmend als ungerecht empfunden, dass Angestellte das Risiko der GRV tragen und mit ihrem Gehalt die Rente finanzieren, während Beamte eine (oft höhere) Absicherung direkt aus dem Staatshaushalt erhalten.
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Selbständige: Neue Selbständige sollen künftig verpflichtend in die GRV einbezogen werden. Bestehende Selbständige erhalten eine Opt-out-Option. Und was ist mit den Versorgungswerken von Ärzten, Apothekern und Steuerberatern?
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Beamtenversorgung: Reformen in der GRV sollen wirkungsgleich auf die Beamten übertragen werden. Zudem soll der Anteil an Verbeamtungen gesenkt werden. Hier drückt sich die Rentenkommission.
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Abgeordnete: Bundestags- und Landtagsabgeordnete sollen künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
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Vorstände: Vorstände von Aktiengesellschaften werden in die Versicherungspflicht der GRV einbezogen.
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Minijobs: Der Sonderstatus von Minijobs soll entfallen; sie werden voll in die GRV einbezogen (Ausnahme: Schüler).
Kapitaldeckung und betriebliche Vorsorge
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Kapitaldeckung stärken: Die Kommission setzt auf kapitalgedeckte Elemente, um das Rentenniveau langfristig zu stabilisieren und zu erhöhen. Wie die aussehen und wer die Kapitalrente verwalten soll, ist noch immer unklar.
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Gesetzliche Kapitalrente: Ein zusätzlicher Beitrag von 2 % soll paritätisch finanziert und am Kapitalmarkt angelegt werden, um die Rente zu stützen. Was passiert in der Auszahlungsphase? Die Kapitalrente soll im Rahmen der GRV (gesetzliche Kapitalrente) laufen. Das bedeutet, dass die Kapitalrente sozialversicherungspflichtig ist. Die Erträge der Kapitalrente unterliegen darüber hinaus der Kapitalertragsteuer – einer Besteuerung und Verbeitragung. Wie soll da von der Rendite noch etwas übrig bleiben?
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Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Durch Sozialpartnerdialoge soll eine flächendeckende Verbreitung der bAV erreicht werden. Das Problem: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland sind in einem Beschäftigungsverhältnis, das nicht durch einen Tarifvertrag geregelt ist. In den neuen Bundesländern sind es sogar noch mehr.
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Attraktivität der bAV: Durch Bürokratieabbau und verbesserte Übertragbarkeit (Portabilität) soll die bAV für alle attraktiver gestaltet werden. An der Sozialabgabenpflicht soll sich allerdings nichts ändern. Bislang müssen Betriebsrentnerinnen und -rentner rund 20 Prozent an die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, gemildert nur durch einen Freibetrag.
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Frühstart-Rente: Diese soll eng mit der neuen Kapitalrente verzahnt werden, um Doppelstrukturen zu vermeiden.
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Monitoring privater Vorsorge: Die Wirkung staatlich geförderter privater Vorsorge soll laufend auf Kosten und Rendite geprüft werden.
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DRV-Effizienz: Die Deutsche Rentenversicherung soll organisatorisch effizienter und bürgernäher aufgestellt werden.
Wer sich die Vorschläge durchliest, merkt sehr schnell, dass bei der Ausarbeitung der Vorschläge kein aktiver Rentner oder keine aktive Rentnerin beratend dabei war. Wie sonst kann es sein, dass eine obligatorische Betriebsrente gefordert wird, die dann in der Auszahlphase um 20 % gekürzt wird, denn so viel müssen für Kranken- und Pflegeversicherung berappen.
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5 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Bärbel Bas, SPD fordert seit Frühjahr 2025 mit Mut und völlig zu Recht, dass alle Erwerbstätigen, also auch Politiker, neue Beamte und Selbstständige in die Rentenversicherung einzahlen. Das jetzige duale System mit hohen Pensionen und niedrigen Renten gehört daher 2026 komplett mit auf den Prüfstand. Die Ungleichbehandlung von Pensionären und Rentner ist auch durch nichts zu rechtfertigen. Die weiter stark steigenden Kosten für Beamte und deren Pensionen werden somit zu einer weiteren Belastung für Staat, Arbeitnehmer und Rentner. Andere europäische Länder in Europa haben ihre Beamten bereits vor langer Zeit in die Rentenversicherung integriert. Österreich macht es vor. Hat seine Beamten innerhalb von 30 Jahren in die Rente integriert. Und es funktioniert! Deshalb: Keine Rentenreform ohne Pensionsreform, liebe Politiker von SPD und CDU. Ihr habt die Verantwortung und müßt entscheiden, nicht die Rentenkommission. Hat die Rentenkommission das Rentenmodell Österreich überhaupt auf Deutschland übertragen, durchgerechnet und analysiert. Wenn ja, bitte auch die Zahlen öffentlich präsentieren.
Es wäre schon gerecht, wenn alle einzahlen (und dann auch jeder Leistungen daraus bekommt)
Es muss aber auf jeden Fall sinnvoll geregelt sein, welchen Beitrag Selbstständige zahlen müssten.
Arbeitnehmer zahlen ja nur den halben Beitrag, als Selbstständiger wäre es ja der volle Beitrag.
Bei gleichem Bruttogehalt also gleiche Rente bei doppeltem Beitrag und, sofern freiwillig gesetzlich krankenversichert, vollem Krankenkassenbeitrag.
Das kann nicht sein
Die Regierung zwingt den Bürger zur Anlage von rentenbeiträgen auf dem kapitalmarkt. Sie überlässt es dem unerfahrenen Bürger wo er das Geld anlegt. ER IST DAMIT DEN BÖRSENHAIEN AUSGESETZBT ; DIE AKTIENKURSE ALS LUFT NUMMERN MANIPULIEREN ; WO AUCH EIN BETRIEB INSOLVENZ MACHT; ODER DER LADEN VON CHINA ÜBERNOMMEN WIRD: GNADE DEN RENTNERN: ES RIECHT; ALS STECKE DIE REGIERUNG MIT DEN BÖRSIANERN UNTER EINER DECKE:
Wenn ich 63 bin habe ich 47 Arbeitsjahre hinter mir. Bin jetzt schon körperlich kaputt und ausgelaucht. Ich schaffe es nicht bis 65. Oder soll ich dann gleich in Pflegheim?
Auf jeden Fall müssen die eingezahlten Arbeitsjahre berücksichtigt werden.
Das absolute ungerechte Rentensystem bleibt bestehen, wie:
Beamte beziehen länger Rente als Arbeiter, und beziehen eine wesentlich höhere Rente!
Politiker mit geringen Bundestagseinsatz, beziehen unfassbar hohe Rentenansprüche.
frage mich, wie lange wollen wir uns das noch anschauen?
Aber das Volk schweigt und heult weiter. Daher SELBER SCHULD IHR DEPPEN DER NATION.