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Während Politiker über die Rente mit 70 diskutieren, kocht die Debatte um Beamten-Privilegien hoch. Sind die Unterschiede bei der Altersvorsorge noch fair?
3416 Euro brutto im Monat bekommen Pensionäre im Schnitt, 1692 Euro beträgt die durchschnittliche gesetzliche Altersrente, schreibt „Bild“ ermittelt. Ist das fair, gerecht und zeitgemäß? Kein Wunder, dass die Diskussion um die Zukunft unseres Rentensystems im aktuellen Rentenstreit massiv an Schärfe gewinnt. Während die Rentenkommission über eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf bis zu 70 Jahre nachdenkt und vor sinkenden Rentenniveaus gewarnt wird, richtet sich der Unmut vieler Bürger und Beitragszahler auf eine ganz andere Gruppe: die Beamten. Und wer sitzt in der Rentenkommission? Politiker und Beamte – sie bestimmen darüber, wie viel Rentnerinnen und Rentner Rente bekommen sollen, wann sie in Rente gehen dürfen und wie hoch das Rentenniveau sein soll.
Die Kluft zwischen Rente und Pension
Der Kern der Kritik liegt in der enormen Diskrepanz zwischen der gesetzlichen Rente und den staatlichen Pensionen. Während Standardrentner nach Jahrzehnten harter Arbeit oft um jeden Euro kämpfen müssen, um im Alter die Miete zu decken, sichern Pensionen im Durchschnitt ein deutlich höheres Versorgungsniveau. Beamte des Bundes erhalten im Schnitt über 68 Prozent ihres letzten Gehaltes – ein Wert, von dem normale Arbeitnehmer mit einem Rentenniveau von rund 48 Prozent nur träumen können. Im Kernbereich des Bundes liegt die durchschnittliche Pension sogar bei über 3.300 Euro im Monat. Ein Niveau, das kein regulärer Rentner je erreicht.
Ungleiche Bedingungen sorgen für Unmut
Besonders in Zeiten, in denen über längere Lebensarbeitszeiten für die breite Bevölkerung debattiert wird, sorgt das System der Beamtenversorgung für Zündstoff. Die Kritikpunkte wiegen schwer:
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Keine eigenen Beiträge: Während Angestellte monatlich erhebliche Teile ihres Bruttogehalts in die Rentenkasse einzahlen, werden Pensionen komplett aus Steuermitteln finanziert.
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Höhere Steigerungen: Pensionserhöhungen orientieren sich direkt an den Gehaltsrunden des öffentlichen Dienstes, was in der Vergangenheit oft zu deutlich kräftigeren Zuwächsen und zusätzlichen Sonderzahlungen führte, die Rentnern verwehrt blieben.
Forderungen nach einer Grundsatzreform
Für viele Kritiker und Sozialverbände ist diese Schieflage nicht mehr vermittelbar. Immer lauter wird die Forderung nach einer grundlegenden Reform: Beamte, die keine hoheitlichen Aufgaben ausüben, sollten künftig regulär in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen.
Bei der Reform der Alterssicherung müssen nach Ansicht des Junge-Union-Vorsitzenden Johannes Winkel neben den Renten auch die Pensionen einbezogen werden. Er glaube, dass sich die Rentenkommission dem Thema Beamte nähern müsse, sagte der Bundestagsabgeordnete im Podcast “Table.Today” von “Table.Briefings”. Ansonsten müsse der Bundestag das machen. “Aber zu sagen, dass wir eine große Rentenreform machen und die Beamtenpensionen einfach völlig außen vor lassen, kann ich mir persönlich nicht vorstellen.”
Was denken Sie? Ist das aktuelle Pensionssystem noch zeitgemäß oder braucht es dringend die Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Rente?
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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort
Die Pensionen sind nicht zu hoch, sondern die Renten sind viel zu niedrig. Dafür gibt es bekannte Gründe wie z.B. die Selbstbedienung des Staates an der Rentenversicherung, aber mit Gerechtigkeit hat das natürlich nichts zu tun.
Wie dieser Staat mit Rentnern umspringt, hat man allein daran gesehen, dass Pensionäre eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro erhielten – Rentner gingen leer aus.
In anderen zivilisierten Ländern hat man solche Ungerechtigkeiten mit grundlegenden Reformen beseitigt.
In Deutschland verspottet man stattdessen Arbeitnehmer und Rentner mit dem Hinweis, die höhere Qualifikation der Beamten würden diesen Unterschied zwischen Renten und Pensionen rechtfertigen.