Altersarmut wächst – Millionen Rentner in Not

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Immer mehr Senioren brauchen Grundsicherung oder Wohngeld. Neue Zahlen zeigen: Jeder fünfte Rentner ist armutsgefährdet – besonders viele Frauen.

Deutschland hat ein wachsendes Problem mit Altersarmut. Knapp 1,3 Millionen Menschen erhielten 2025 Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung – Tendenz steigend. Auch beim Wohngeld zeigt sich ein neuer Höchststand. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion legt offen, wie dramatisch die Lage ist.

Mit 1.446 Euro armutsgefährdet

Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2025 bei 1.446 Euro für Alleinlebende. Wer darunter liegt, gilt als armutsgefährdet. Laut Bundesarbeitsministerium betrifft das inzwischen jeden fünften Menschen ab 65 Jahren. Besonders hart trifft es Frauen, die oft wegen Kindererziehung nur wenig oder gar nicht gearbeitet haben.

700.000 Rentner brauchen Hilfe

Die Zahlen zeigen einen klaren Trend: Seit zehn Jahren steigt die Zahl der Grundsicherungsempfänger kontinuierlich. 2016 waren es 1,03 Millionen Menschen, 2024 bereits über 709.000 im Rentenalter – darunter 438.000 Frauen. Parallel explodiert der Wohngeldbezug: 2015 erhielten 194.000 Rentnerinnen und Rentner Unterstützung, 2024 waren es über 709.000.

Wohngeld soll gekürzt werden

Opposition und Sozialverbände kritisieren die Bundesregierung scharf. Die Linken-Abgeordnete Sarah Vollath spricht vom „Kürzungshammer“, weil geplante Wohngeldkürzungen aus ihrer Sicht die Lage weiter verschärfen würden. Während viele Renten schon heute kaum für ein gutes Leben reichen, würden Einsparungen die Not zusätzlich vergrößern.

Millionen unter der Armutsgrenze

Ein Blick auf die Rentenhöhen zeigt die strukturelle Schieflage: Von 4,89 Millionen Männern mit mindestens 40 Beitragsjahren erhielten 3,53 Millionen mehr als 1446 Euro Rente – 1,36 Millionen lagen darunter. Bei Frauen ist das Verhältnis umgekehrt: 2,22 Millionen von 3,64 Millionen lagen unter der Armutsgrenze.

Altersarmut kein Randphänomen

Altersarmut ist damit kein Randphänomen, sondern ein wachsendes strukturelles Problem. Die Zahlen zeigen klar: Immer mehr Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, können ihren Lebensunterhalt im Alter nicht mehr allein bestreiten.

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Helmut Achatz

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