Was von 1600 Euro Rente übrig bleibt

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Brutto-Rente ist nicht gleich Netto-Rente. Rentner zahlen Kranken- und Pflegeversicherung plus Steuern. Wie wenig bleiben beispielsweise von 1600 Euro Rente übrig?

Wer in Rente geht, 😯 dürfte enttäuscht sein, dass er weniger bekommt als gedacht: Die Rentenversicherung zieht sofort Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge von der 🫲 Brutto-Rente ab und 👉 leitet sie an die Kasse weiter. Das sind im Schnitt mehr als elf Prozent, die an die Sozialversicherungen abgeführt wird; bei Kinderlosen sogar noch mehr – wie viel genau hängt vom Zusatzbeitrag der Krankenkasse ab. Rentner müssen darüber hinaus Steuern zahlen: Wessen Rente einschließlich anderer Einkünfte 2023 niedriger war als der sogenannte Grundfreibetrag von 10.908 Euro, zahlt  keine Steuern, wer darüber liegt, zahlt möglicherweise Steuern – „möglicherweise“ deswegen, weil es darauf ankommt, wann jemand in Rente gegangen ist. Denn, nach dem Jahr des Renteneintritts bemisst sich der steuerpflichtige Anteil. Der Grundfreibetrag erhöht sich 2024 auf 11.604 Euro. Spätestens jetzt dürfte klar sein: Brutto ist nicht gleich netto. Das Portal „Ihre Vorsorge“ hat tabellarisch zusammengestellt, was alles versteuert und verbeitragt wird. Erschreckend 😳

Mal ganz konkret

Was heißt das denn konkret? „InFranken“ hat sich die Mühe gemacht und das einmal für eine Rente von 💶 1600 Euro durchgerechnet. Übrigens, nach der Rentenerhöhung im Juli 2024 dürften einige vielleicht auf 1600 Euro Rente kommen, denn die Renten erhöhen sich um 4,57 Prozent. „InFranken“ hat errechnet, dass ein 👴 Rentner 653 Euro Steuern zahlen müsste.

⚠️ Aber Vorsicht: Das heißt nicht, dass jeder mit 1600 Euro Rente genau so viel zahlt, denn es kommt auf das 📅 Jahr des Renteneintritts an und auf andere Umstände. Übrigens, von 2500 Euro Rente bleibt prozentual noch weniger übrig, absolut natürlich mehr. Nur die wenigsten kommen allerdings auf 1600 Rente, das sind nicht einmal 20 Prozent aller Rentner, wie Sahra Wagenknecht von der Gruppe BSW bei der Bundesregierung erfragt hat.

Eine generelle Aussage, wie hoch die Steuerbelastung sein werde, kann 🤷‍♀️ nicht getroffen werden. „InFranken“ empfiehlt eine persönliche ℹ️ Rentenberatung. Die Deutsche Rentenversicherung berät kostenlos, eine Beratungsstelle in der Nähe zu finden, dürfte kein Problem sein.

Die Steuer bei 1600 Rente?

Der Musterfall, den „InFranken“ durchgerechnet hat:

Es kommt darauf an, wie hoch die Freibeträge sind, die gelten. Da ist zum einen der Grundfreibetrag, der allen Steuerzahlern zusteht, zusätzlich gibt es für Rentner und Rentnerinnen den Rentenfreibetrag. Dann geht’s schon los: Was über dem Grundfreibetrag liegt, wird ab dem ersten Euro mit dem Grenzsteuersatz von 14 Prozent besteuert. „Finanztip“ hat die progressive Besteuerung überschaulich zusammengefasst:

  • Tarifzone 1: Bis zum Grundfreibetrag ist der Grenzsteuersatz 0.
  • Tarifzone 2: Bei 10.909 Euro beginnt der Grenzsteuersatz gleichmäßig  bis zu 15.999 Euro anzusteigen. Am Anfang beträgt er 14 Prozent (Einstiegssteuersatz) und wächst bis auf 24 Prozent.
  • Tarifzone 3: Sie beginnt bei 16.000 Euro und endet bei 62.809 Euro. Der Grenzsteuersatz steigt von 24 Prozent auf 42 Prozent an.
  • Tarifzone 4: Sie beginnt bei 62.810 und endet bei 277.825 Euro. Grenzsteuersatz: 42 Prozent.
  • Tarifzone 5: Ab 277.826 Euro springt der Grenzsteuersatz auf 45 Prozent.

Die Rechnung

Annahmen

„InFranken“ ging von folgenden Annahmen aus:

  • Renteneintritt 2020
  • monatliche Rente 💶 1600 Euro (pro Jahr 19.200)
  • ✝️ konfessionslos
  • gesetzlich krankenversichert
  • Wohnort Schweinfurt
  • Rentenfreibetrag 20 Prozent

Beim Renteneintritt 2020 liegt der Rentenfreibetrag bei 20 Prozent, das heißt 80 Prozent der Rente sind 🙁 steuerpflichtig. 20 Prozent von 19.200 Euro sind 3840 Euro – sie bleiben steuerfrei. Von 19.200 Euro müssen somit 15.360 Euro versteuert werden. Davon abgezogen werden die Beiträge zur gesetzlichen 🏥 Kranken- und Pflegeversicherung, zusammen 10,95 Prozent – entspricht 2102 Euro pro Jahr. Der steuerpflichtige Rentenanteil sinkt somit auf 13.258 Euro. Davon wird noch die Werbungskostenpauschale für 👵 👴 Rentner von 102 Euro und der Sonderausgabenpauschalbetrag von 36 Euro abgezogen. Der endgültige steuerpflichtige Anteil beträgt 13.120 Euro. Daraus errechnet sich gemäß Einkommensteuer-Grundtabelle für das Jahr 2020 eine Steuer von 653 Euro. Herunter gebrochen auf den Monat ergibt sich eine fiktive Steuer von 54,42 Euro. Der Rentenfreibetrag für 2023 liegt allerdings nur noch bei 17 Prozent, das heißt umgekehrt, dass der Besteuerungsanteil bei 83 Prozent liegt – und er sinkt weiter in den kommenden Jahren. Was viele nicht wissen: Jede Rentenerhöhung wird nicht mit 83 Prozent besteuert, sondern mit 100 Prozent. Das heißt wiederum, dass wegen dieses Mechanismus der prozentuale Besteuerungsanteil nach und nach steigt.

Entwicklung des Besteuerungsanteils

Jahr des RentenbeginnHöchste Jahresbrutto-Rente 2020, die steuerfrei bleibt in EuroMonatsbrutto 2. Halbjahr in EuroBesteuerungsanteil in %Rentenfreibetrag in Euro*
2005175551493506191
2006171401458525819
2007167951428545509
2008165831410565320
2009163141387585079
2010159511357604753
2011156811334624511
2012154881317644338
2013152931301664163
2014150621291683956
2015149231269703831
2016147891258723711
2017145681239743513
2018143391170763308
2019141141200783106
2020137081166802742
202113990812658
202282
202383
202484
202585
202686
202787
202888
202989
203090
*im Jahr, das auf den Rentenbeginn folgt

2023 lag der Besteuerungsanteil bereits bei 83 Prozent 🙁 – und er steigt weiter 😢.

Was bleibt netto übrig?

Außer Steuern muss der Rentner auch noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen sowie den Zusatzbeitrag zur Krankenkasse. Bei Pflichtversicherten in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) übernimmt die Rentenversicherung die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes von 14,6 Prozent. Ein freiwillig gesetzlich krankenversicherter Rentner bekommt einen Zuschuss von 7,3 Prozent, muss den Gesamtbeitrag aber selbst abführen. Dazu kommt aber immer der Zusatzbeitrag, von dem die KVdR ebenfalls die Hälfte übernimmt. Übrigens, der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt 2024 von 1,6 auf 1,7 Prozent. Es gibt allerdings einige Krankenkassen, wie die HKK, die deutlich weniger Zusatzbeitrag verlangen. Ferner zahlen die Rentner noch den Pflegebeitrag in Höhe von 3,4 Prozent (mit Kindern) oder 4,0 Prozent (kinderlos). Anders als beim Krankenkassenbeitrag müssen Rentner den Pflegebeitrag allein tragen.

Netto-Rente nach Abzug von Steuern und Sozialversicherung

Klingt nicht nur kompliziert, ist 🤔 kompliziert. Was bleibt dem Musterrentner nach Abzug von Steuern und Sozialversicherung konkret übrig? Von 1600 Euro bleiben nach Abzug von Kranken- und Pflegebeitrag sowie Steuern lediglich 1351,18 Euro übrig. Und 2025 droht die nächste Erhöhung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Hier die Rechnung im Detail:

Brutto-Rente1600,00
Krankenversicherung*-116,80
Zusatzbeitrag**-13,60
Pflegeversicherung***-64,00
Netto vor Steuern1406,40
Steuern 54,42
Netto nach Steuern/SV1351,18
*14,6 Prozent (Rentenkassen übernimmt Hälfte)
**1,7 Prozent (Rentenkasse übernimmt Hälfte)
*** 3,4 Prozent Pflegebeirag (mit Kindern); 4,0 Prozent (kinderlos)

Quellen: „InFranken“, KVdR

Gegencheck mit Brutto-Netto-Rentenrechner

Mit dem Brutto-Nett-Rentenrechner des Sozialverbands SoVD kann jeder gegenchecken, wie viel ihm am Ende von der Brutto-Rente übrigbleibt. 

Dummerweise haben sich die Pflegebeiträge, der Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung, die CO₂-Steuer, die Netzentgelte beim Strom, die Mehrwertsteuer für Gas und die Mehrwertsteuer für Restaurants erhöht. Das heißt, netto bleibt Rentnerinnen und Rentnern 2024 sogar noch weniger als die 1351,98 Euro übrig.

Übrigens, prozentual bleibt Rentner mit 2500 Euro Rente sogar noch weniger übrig, absolut gesehen natürlich mehr. Von 2500 Euro bleiben nach Abzug von Kranken- und Pflegebeitrag sowie Steuern lediglich 2010,25 Euro übrig. Das heißt, ein Single-Rentner oder eine -Rentnerin zahlt ein Fünftel an Staat und Sozialversicherung. Hier die Rechnung im Detail:

Wenn die Deutsche Rentenversicherung jährlich ihre ℹ️ Rentenmitteilung verschickt, freuen 😃 sich einige vielleicht noch, was sie da lesen. Der 😱 Schock kommt erst, wenn sie dann ihre Rente beantragen und ihnen der Rentenberater vorrechnet, was unterm Strich wirklich herauskommt und sie den Rentenbescheid bekommen.

Brutto-Rente nicht gleich Netto-Rente

Rentenversicherte sollten wissen, was die Rentenmitteilung bedeutet

Ein Erklär-Video des VdK

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ingrid Schweigert
    8. Januar 2024 12:59

    Ich habe 1460€Rente davon gehen 260€ krankenkasse weg.
    Der Rest ist miete Telefon Lebenshaltungskosten Versicherung Strom, ja gehe mit 72 immer noch arbeiten

    Antworten
  • Helmut Achatz
    9. Januar 2024 06:54

    Hallo Ingrid,
    sind Sie freiwillig gesetzlich krankenversichert. Der Versicherungsbeitrag erscheint mir ziemlich hoch. Haben Sie schon über einen Wechsel der Krankenversicherung nachgedacht?

    Antworten

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