Wie Deutschland Italiens Rentner finanziert

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Rentnerparadies Italien

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Lohnersatzquote   Quelle: Bild | OECD

Der italienische Staat nimmt allerdings nicht so viele Steuern ein, wie nötig wäre, dieses System selbst zu finanzieren, weswegen er sich von Jahr zu Jahr höher verschuldet. Das geht aber nur deswegen, weil die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen künstlich niedrig hält, was aber wieder zu Lasten deutscher Altersvorsorger geht, die für ihre Rücklagen Strafzinsen zahlen müssen. Das hat Raffelhüschen ganz richtig erkannt. „Die Menschen arbeiten in vielen südeuropäischen Staaten kürzer und kassieren deshalb länger Rente“, resümiert er. Reformen sind längst überfällig. Selbst die jetzt üppige Rentenerhöhung im Juli 2022 reicht nicht, um die achtprozentige Inflationsrate auszugleichen.

Italien ein Rentnerparadies

Italien ist ein Rentnerparadies, daran dürfte angesichts der Zahlen wohl keiner mehr zweifeln. Auf Dauer wird sich das nicht finanzieren lassen, außer andere Länder, darunter Deutschland, greifen den Südeuropäern finanziell unter die Arme. Der italienische Staat lässt deutlich mehr Geld in sein Rentensystem fließen als der deutsche. Schon heute lässt sich Italien seine Rentner annähenrd 300 Milliarden Euro kosten, das sind laut Istituto Nazionale Previdenza Sociale  (INPS) immerhin 16,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, sprich dessen, was Italien jährlich erwirtschaftet.

Deutschland zahlt seinen Rentner „nur“ 355 Milliarden Euro oder elf Prozent des BIP. Das ist, bezogen auf die Einwohnerzahl (Deutschland 82,5 und Italien 60,5 Millionen) prozentual deutlich weniger.

EZB deckt Italiens Schuldenmacherei

Weil immer weniger glauben, dass Italien seine Schulden bezahlen kann, steigen die Zinsen für italienische Staatsanleihen. Um diese Zinsen wieder zu drücken, will die EZB noch mehr italienische Staatsanleihen aufkaufen, ohne Beschränkungen beim Volumen, was letztlich nichts anderes als “verbotene Staatfinanzierung” ist. Damit das auch nicht jeder gleich versteht, hat EZB-Chefin Christine Lagarde mit Transmission Protection Instrument, kurz TPI, wieder eine verharmlosende Abkürzung erfunden.

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Helmut Achatz

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