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Tag 44 meiner Tour de France – mal wieder ein Platten, dieses Mal der Vorderreifen. Dank Austauschschlauch ist die Reparatur schnell erledigt. Es geht weiter nach Rouen, jetzt immer Richtung Südosten.

Heutige Distanz: 72 Kilometer. Trotz Schlauchaustausch erreiche ich kurz nach 14 Uhr Rouen – und das bei annähernd 700 Höhenmeter. In den vergangenen zwei Wochen hat sich meine Kondition aufgebaut – davon profitiere ich jetzt.

Tag 44 meiner Tour de France

Von Fécamp nach Rouen – das ist weitgehend Provinz, kleine Dörfer, ein paar Weiler. Yvetot ist die einzige größere Stadt zwischen Fécamp und Rouen. Ich nutze die Gelegenheit, um mir einen neuen Ersatzschlauch zu kaufen, da der alte schon zweimal geflickt ist. Es ist kurz vor Mittag, also warum nicht gleich eine Kleinigkeit essen?

Es geht weiter – noch 36 Kilometer, also die Hälfte der heutigen Etappe. Navi und Tacho halten mich auf dem Laufenden, wie schnell ich bin und wie weit es noch bis zum Ziel ist. Das Navi meldet Ankunft um 14.00 Uhr. Eine gute Zeit, um sich etwas zu erholen und sich die Stadt anzuschauen.

Fehlender Kopfkissenüberzug, fehlende Handtücher

In der Regel dauert’s dann doch länger, weil die Signale gerade in der Stadt manchmal widersprüchlich sind. Ok, aber auch in Rouen finde ich zu meinem Hotel, dem Streetart Hotel. Der Rezeptionist ist etwas wuschig und unkonzentriert. Er fragt mich dreimal nach meinem Namen. „Ja, ich will ein Frühstück“ – auch da muss er zweimal nachfragen. Eigentlich wollte ich mich duschen, aber ohne Handtücher wird das nichts. Also, nach mal nachfragen. Kopfkissenüberzüge? Fehlanzeige.

Ach ja, was ist mit meinem Rad? Wo kann ich das abstellen? Im Hinterhof wird mir beschieden – der sieht freilich nicht sonderlich einladend aus.

Von Fécamp nach Rouen

Na ja, kann ja nur noch besser werden. Als ich von meinem Stadtausflug per Rad zurückkomme, fragt mich einer vom Hotel, ob ich mein Rad nicht besser im Keller abstellen will, was ich dankend bejahe.

Rouen – Schicksalsort für Johanna von Orléans

Noch einige Worte zu Rouen. In Rouen wurde Jeanne d’Arc oder Johanna von Orléans der Prozess gemacht mit dem Ergebnis, dass sie lebend verbrannt wurde. In der Kathedrale steht ein Denkmal zu ihren Ehren. Die Jungfrau von Orléans ist gerade mal 19 Jahre alt geworden – auf dem Marktplatz von Rouen fand sie ein schreckliches Ende. Von der Kirche verurteilt, von der Kirche zur Märtyrin erklärt – was will uns das sagen?

Die Kathedrale von Rouen ist etwas ganz Besonderes mit ihrem gotischen Portal und den Kirchtürmen. Sie war Krönungsort und Grabstätte der normannischen Herzöge – und kann locker mit Notre Dame in Paris mithalten. Der Anblick am Spätnachmittag bei leicht bewölktem Himmel ist phantastisch.

Genug der Schwärmerei – morgen geht’s weiter nach Beauvais.

à demain

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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