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Tag 43 meiner Tour de France – „ein Ticket nach Le Havre“. Ja, ich bin mit dem Bus gefahren, weil ich ansonsten keine Chance sah, von Honfleur über die Seine zu kommen. Es gibt zwei Autobahnbrücken – Radler sind nicht vorgesehen. Also bleibt nur Bus-Fahren.

Tag 43 meiner Tour de France

Aber von Anfang an: Mein Provider hat mir gestern mitgeteilt, dass mein Datenvolumen nahezu aufgebraucht ist und mein mobiler Internet-Zugang demnächst abgeschaltet wird. Was tun? Ohne Internet unterwegs ist das so eine Sache. Ich will doch gelegentlich ein Bild verschicken, in Google Maps nach dem Weg schauen, zwischendurch eine Whatsapp verschicken – oder eine Vokabel nachblättern. Geht dann alles nicht mehr.

Ich bin per Zufall auf die Seite Amumot von Andre gestoßen, der verrät, wo es Prepaid-Karten gibt und was die kosten. Also, ich fahre zur nächsten Ortschaft und will eine Prepaid-Karte von Mobile.free   kaufen. Meine EC-Karte nimmt der Automat nicht, erst mit der Kreditkarte funktioniert’s. Für annähernd 30 Euro unbeschränkte Anrufe plus Internet – und das einen Monat lang. Mal schauen, wie ich damit zurechtkomme. 

Besser gelaunt radle ich Richtung Honfleur. Die Strecke hält leider einige Steigungen parat – das kostet Kraft. In Honfleur bewundere ich noch den Hafen und die vertäuten Schiffe, dann allerdings erwartet mich eine böse Überraschung. Die Brücke über die Seine ist für Radler gesperrt. Ich frage einen entgegenkommenden Radler, der kann mir allerdings auch keine Hoffnung machen. Ich umrunde noch einmal den Kreisverkehr in der Hoffnung, vielleicht doch eine Radspur zu finden, die mich hinüberbringt.

Vergeblich, was also tun? In Honfleur ein Taxi nehmen? Ich kalkuliere schon mal den Betrag: 40 bis 50 Euro werden es wohl sein. Erscheint mir die einzige vernünftige Idee. Also, ich radle zurück nach Honfleur, bemerke dabei den Bus 20 mit der Aufschrift „Le Havre“. Spontan disponiere ich um – und will Bus fahren. Nach kurzer Diskussion mit dem Busfahrer, darf ich mitfahren. Mein Rad verstaue ich im Gepäckfach unten. Für 4,90 Euro komme ich schließlich von Honfleur nach Le Havre – manchmal muss der Mensch Glück haben.

Von Deauville nach Fécamp

Alles andere ist weniger spektakulär. Ach ja, fast hätte ich es vergessen – heute, am 10. Juli 20 Uhr spielten das französische Team gegen das belgische um den Einzug ins Finale der Fußball-WM. Frankreich gewinnt 1:0 gegen Belgien. In Fécamp rasen Autos und Motorräder hupend durch die Stadt, um den Sieg zu feiern. Jetzt geht es gegen Kroatien oder England – je nachdem, wer gewinnt. Das Hupkonzert will schier nicht enden. Die Stadt ist aus dem Häuschen – überall Gepfeife und Gesänge. Mit der Mannschaft hat Frankreich gute Chancen, dieses Mal Fußball-Weltmeister zu werden. Felicitation!

Übrigens, das war meine nördlichste Etappe – ab morgen geht es Richtung Südosten, zurück nach Deutschland. Es bleiben mir allerdings noch einige Hundert Kilometer bis Straßburg. Von Bordeaux bis Fécamp habe ich 911 Kilometer herunter gestrampelt. Laut Google Maps sind es noch 665 Kilometer bis Straßburg – annähernd zehn Tage.

à demain

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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