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Tag 38 meiner Tour de France – bis Saint-Malo sind es keine 30 Kilometer, aber ich muss etwas kürzer treten. Die Wehwehchen machen sich bemerkbar. Außerdem, ich liege gut in der Zeit, warum soll ich mir nicht ein Päuschen gönnen.

Tag 38 meiner Tour de France

Von Dinan bis Saint-Malo – das kann ja wohl nicht so schwer sein, dachte ich. Aber mein Navi führte mich mal wieder in die Irre. Nach einer Neujustierung findet es schließlich den richtigen Weg. Das Navi will unbedingt, dass ich den Radweg nach Dinard nehme – das scheint wohl eine aufgelassene Bahntrasse zu sein, denn ich radle an einem Bahnhof ohne Gleisanschluss vorbei. Die Strecke ist gut ausgebaut und wird regelmäßig gepflegt.

Hortensien, Hortensien, Hortensien

Immer wieder muss ich halten, um die liebevoll gepflanzten Hortensien zu bewundern und zu fotografieren – es gibt sie fast in allen Farben. Häufig mischt sich Pastellblau mit weiß und rot.

Ich fahre in Dinard ein – in der Hoffnung, dass es eine Fährverbindung gibt zwischen Dinard und Saint-Malo. Das Navi ist leider nicht sonderlich hilfreich, deswegen frage ich mich zum „Vedette“ durch. Die letzten Kilometer lege ich somit auf der Fähre zurück – für 9,70 Euro ganz ok.

Schlafen bei den „Wachhunden“

Obwohl ich mir Zeit ließ, bin ich schon kurz nach zwölf in Saint-Malo. Das Hotel findet das Navi dann auch gleich. Ich überbrücke die Zeit bis 14 Uhr – dann ist die Rezeption  besetzt – mit einem Panaché (schlichtweg ein Radler) und einem Café. Die Bar ist gleichzeitig Ersatzpostamt. So verschicke ich die „gebrauchten“ Karten nach Hause, um mein Gepäck zu erleichtern.

Mein Hotel „les chiens du guet“ – die Wachhunde – ist gleich an der Porte Saint-Pierre, was sich als praktisch erweist, denn der Strand liegt nur wenige Meter entfernt.

Sommer, Sonne, Sand

Am Nachmittag genieße ich Strand, Meer und Leute. Einfach im warmen Sand liegen und vor sich hindösen, die Sonne auf der Haut spüren – und zwischendurch im Meer eintauchen. Die Côte D’Emeraude ist freilich nichts für Warmduscher – im Juli hat das Wasser vielleicht 22 Grad.

Das Hotel hat noch einen Vorteil – im Erdgeschoss ist ein Restaurant. So kann ich mit meinen Flip-Flop nach unten schlappen und während des Wartens im Internet surfen. Wie so oft, starten Restaurants erst um 19 Uhr. Ich warte also ein Viertelstündchen, das ich mit einem Kir Breton überbrücke – eine Mischung aus Crème de Cassis und Cidre.

Von Dinan nach Saint-Malo

 Mit der Fähre von Dinard nach Saint-Malo

Ich bin früh fertig mit dem Abendessen  und erkunde die Stadt. Die Altstadt Saint-Malo ist von Festungsmauern eingeschlossen – auf der einen Seite der Hafen, auf den anderen Seiten Strände, alles in allem eine phantastische Lage. Die vorgelagerten Inseln sind bei Ebbe sogar zu Fuß erreichbar. Natürlich lasse ich mir den Sonnenuntergang nicht entgehen. Die vorgelagerten Wellenbrecher – eingerammte Baumstämmen – geben ein pittoreskes Schauspiel.

Morgen geht’s nicht weiter – ich bleibe einen Tag länger in Saint-Malo.

à demain

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

3 Comments

  1. Noch einen schönen Tag in Saint Malo zum Auskurieren der Zipperlein und eine gute Weiterfahrt. Es ist schön, Dich bei Deiner Tour de France, fest verankert auf einen Bürostuhl oder hingefläzt im Liegestuhl, zu begleiten.

    Liebe Grüße
    Elvira

    Antworten

  2. Kieseheuer Gerhard 6. Juli 2018 at 6:24

    Guten morgen Helmut, mach dich nicht kaputt, wir brauchen dich noch.
    Weiterhin viel Erfolg.
    Gerhard

    Antworten

    1. Helmut Achatz 6. Juli 2018 at 21:00

      Hallo Gerhard, keine Angst. Deswegen habe ich in Saint-Malo auch eine Pause eingelegt. Jetzt geht’s Richtung Osten – vielleicht noch zwei Wochen. Mal schauen. à bientot

      Antworten

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