Die Coué-Methode

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Coué für jeden Tag

Wie funktioniert das in der Praxis? Brauchle rät, bei der Anwendung der Autosuggestion einen solchen Entspannungszustand bei sich auszulösen:

Man bringt sich selbst in die geschilderte Lage – Rückenlage, Arme parallel zum Körper, Beine leicht geöffnet – und schließt ruhig die Augen, streicht zunächst leicht mit der Hand über das Gesicht, um es zu einer Lösung aufzufordern, denkt dann mit seiner Einbildungskraft, indem man hauchartig mit seinen Gedanken durch den Körper hindurchgeht – meine Arme werden ganz bleiern schwer und müd, meine Beine werden ganz bleiern schwer und müd, mein Herz schlägt ganz ruhig und langsam, meine Atmung geht ganz leicht und frei, mein Leib löst und lockert sich vollkommen. Dabei wird man sich ganz plump und schwerfällig auf seiner Unterlage aufliegen lassen, indem man den höchsten Grad der Passivität und der Hingegebenheit anstrebt.

Wer trotzdem nicht zur Ruhe kommen, der konzentriert sich auf seine Atmung und achtet auf das Eindringen und Ausströmen der Luft. Ein Tröpfchen Parfum auf der Oberlippe lässt die Konzentration auf die Nasenatmung leichter fallen.

Morgens und abends 20-mal

In dieser Ruhe- und Entspannungslage flüstere ich mir 20- bis 30-mal in aller Gelassenheit die allgemeine Formel von Coué zu:

„Es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser und besser.“

Das sollte zur Routine werden – am besten zwei- bis dreimal pro Tag, vier Wochen lang.

Autosuggestion im Entspannungszustand – so funktioniert’s

Und noch eines empfiehlt Coué: „Sobald sich im Laufe des Tages körperliche oder seelische Schmerzen oder Beschwerden einstellen, fährt der Patient mit seiner Hand über die körperlich schmerzende Stelle oder im Falle eines seelischen Leidens über die Stirn, dabei so schnell wie nur möglich flüsternd vorsagen: „Es geht vorbei, vorbei, vorbei …“ (O-Ton Brauchle).

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

One Comment

  1. „Brauchles >Hypnose und Autosuggestion< wurde zwar bei Reclam aussortiert, wurde aber beim Institutum vitae in Dresden neu herausgebracht.
    Das autogene Training ist nur ein kleines Steinchen vom großen Mosaik der Autosuggestion.
    Coué nutzte zwar Formeln als Hilfsmittel aber er hatte die Autosuggestion nicht auf sie reduziert.
    Coué zeigte, dass der Mensch unaufhörlich Autosuggestion betreibt. Die Frage, ob man Autosuggestion machen sollte, stellt sich gar nicht. Es geht allein um die Frage, ob wir BESSERE Autosuggestion lernen wollen.
    Damit eröffnete Coué Einflüsse, die weit über das gewohnte Maß hinausreichten.
    Zur Einschränkung wurde das autogene Training nach vorne gepuscht und die Autosuggestion in der hohen Qualität von Coué verdrängt und tabuisiert.
    Autosuggestion sollte einfach ein gutes Gespräch mit sich selbst sein. Wir reden ja sonst mit allen. Mit uns selbst gehen wir dagegen oft wie mit einem Feind um. Coué meinte, es sei viel günstiger, sich selbst als Freund zu behandeln.
    Es ist hoch verdienstvoll, den Menschen so ein Erfolgsbeispiel wieder bewusst zu machen.
    Guten Erfolg!
    Franz Josef Neffe

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